Nach miserablem Start

Poschner: "Markus ist unsere Option A"

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Interims-Trainer Markus von Ahlen (links) und Sportdirektor Gerhard Poschner.

München - Sportdirektor Gerhard Poschner betont nach dem miserablen Start des TSV 1860 München: "Markus ist unsere Option A".

Es ist nach wie vor der letzte Eintrag auf der Facebook-Seite des damaligen 1860-Präsidenten und jetzigen Notvorstands Gerhard Mayrhofer. „Ich wünsche uns allen eine großartige Löwensaison!“, heißt es dort. Der Eintrag stammt vom 4. August, seitdem hat Mayrhofer auf Facebook nichts mehr mitgeteilt. Und das mit der „großartigen Saison“ ist schon jetzt ein frommer Wunsch, mehr nicht. Die Wirklichkeit sieht nach der 0:2-Pleite am Freitag in Aalen so aus: Noch nie stand der TSV 1860 nach neun Spieltagen in der 2. Liga so schlecht da wie jetzt. Viertletzter Platz, nur neun Punkte. Selbst in der Saison 1974/75, als die Löwen nur einen Zähler aus den ersten fünf Spielen eingefahren hatten, waren sie nach der neunten Runde mit umgerechnet zehn Punkten besser. Es klemmt an allen Ecken und Enden. Vor allem die Trainerfrage steht im Brennpunkt des Geschehens.

Ricardo Moniz, den die Führung noch vor drei Monaten als „absoluten Wunschkandidaten“ gefeiert hatte, ist schon wieder Geschichte. Es hat nicht gepasst. Interims-Nachfolger Markus von Ahlen startete mit einem 2:0 gegen Fürth, fand sich aber in Aalen rasch im gruseligen Alltagstrott wieder. Ob er weitermacht, ob Bernd Schuster kommt – alles offen. Poschner bezeichnete von Ahlen am Sonntag immerhin als „Option A und unseren ersten Ansprechpartner. Schließlich sind wir zufrieden mit seiner Arbeit.“

Woran hakt es dann noch? Poschner: „Markus muss Ja sagen. Ja, ich will, wie in einer Ehe. Und er muss sich zutrauen, unsere Ziele zu erreichen.“

Die da noch wären? „Wir haben immer gesagt, dass wir besser sein wollen als in der vergangenen Saison, als wir Siebter waren“, antwortete Poschner. „Also ist Platz sechs das Ziel. Aber unabhängig von den reinen Ergebnissen ist es nach wie vor auch unser Ziel, eine eingespielte Truppe zu formen. Wenn Markus mit diesen Vorgaben einverstanden ist und er sich zutraut, diese Ziele zu erreichen, dann steht einer Einigung nichts mehr im Weg.“

Einer Einigung, die noch in dieser Woche klargemacht werden soll. „Markus und ich sind ja in ständigem Kontakt“, sagt Poschner, „und ich habe ihn gerade nach der Niederlage gegen Aalen genau beobachtet: Wie erreicht er die Mannschaft, wie gehen die Spieler mit ihm um, und wie reagiert er auf die Niederlage? Das war so, wie ich es erwartet habe. Nüchtern und sachlich.“

Trotzdem hatte man bisher den Eindruck, als verspüre von Ahlen keine große Lust, auf dem „Schleudersitz“ als Cheftrainer des TSV 1860 Platz zu nehmen. Eher tendiere er dazu, stattdessen seinen bis 2016 laufenden Vertrag in seiner bisherigen Position als Co-Trainer zu erfüllen.

Ob man von Ahlen auch im Falle eines Scheiterns wieder an anderer Stelle eingliedern würde? Poschner: „Man weiß doch, dass es im Fußball keine Garantien gibt. Aber Markus ist ein Mensch, der kein Porzellan kaputtmachen würde, und deshalb durchaus wieder für eine andere Funktion infrage käme.“

Bleibt noch die Personalie Bernd Schuster. Wäre der „blonde Engel“ die Alternative, falls von Ahlen absagen sollte? „Ich habe immer gesagt, dass man sich mit einem Mann wie Schuster beschäftigen sollte, wenn er auf dem Markt ist. Aber wir hatten in den vergangenen Tagen keinerlei Kontakt.“

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tz

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