Poschners Kündigung und die Folgen

tz-Kommentar: Professionalität? Schwierig bei 1860!

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München - Bei 1860 wirken Personalentscheidungen oft unprofessionell. Auch beim Abschied von Gerhard Poschner schwingt dieser Eindruck wieder mit. Ein Kommentar von tz-Redakteur Claudius Mayer.

Und jetzt? Wird natürlich wieder alles besser! So wie immer in den letzten Jahren beim TSV 1860. Kündigungen, Entlassungen, Trennungen – sie haben den grandiosen Effekt, dass an der Grünwalder Straße von heute auf morgen der große Umschwung einkehrt. Dreimal kurz gelacht. Nein, der Umgang mit der Personalie Poschner hat einmal mehr bewiesen, wie schwer man sich beim TSV 1860 tut, auch nur halbwegs professionell zu handeln, wenn’s drauf ankommt.

Erst haute Poschners öffentlich angekündigte Entlassung unmittelbar nach bestandener Relegation nicht hin, dann wurde ihm der Geschäftsführer-Titel genommen, dazu noch eine dreimonatige Probezeit als Nur-noch-Sportchef auferlegt. Und nebenbei sollte er noch Super-Transfers von tollen Listen ohne Kenntnis einer Budget-Höhe einfädeln. Das kriegt auch der Beste seines Fachs nicht hin, und der war Poschner ja nun erwiesenermaßen nicht.

Etliche Fehlentscheidungen säumten seinen Weg: die drei Spanier (Rodri, Sanchez, Bedia), das Danebenlangen bei den ersten beiden Trainern. Nur: All das wurde von den Herren über ihm stets mit viel Beifall abgenickt. Und sie tragen jetzt auch die Verantwortung dafür, dass in den vergangenen acht Wochen der Verein, auch „dank“ eines bockigen Poschners, blockiert war, was Personalentscheidungen betrifft.

Und nebenbei erklärten die beiden Geschäftsführer Sport, zu denen Markus Rejek und Noor Basha nach Poschners Degradierung von den Gesellschaftern ernannt wurden, dass sie mit Sport eigentlich nichts am Hut haben wollen. Das erklärt wahrscheinlich auch, dass in Zeiten wie diesen der eine Geschäftsführer, Markus Rejek, für eine Woche in Urlaub gefahren ist.

Aber die Weichen sind ja gestellt: Mit Necat Aygün ist der nächste Sportchef – vorübergehend, ohne Probezeit – schon ins Amt gehievt worden. Im Gegensatz zu misslungenen Versuchen, aus dem Präsidium zurückzutreten, ist in dieser Angelegenheit an der Grünwalder Straße Gott sei Dank immer ein Ansprechpartner vorhanden, der sich zur Verfügung stellt.

CM

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