Klappt der Aufstieg?

Das sind die potenziellen Gegner der Löwen in der Relegation - ein Ex-Sechzger dabei

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Da jubeln sie noch, am Ende musste sich die zweite Mannschaft der Löwen 2013 aber in der Relegation geschlagen geben. Damals schon dabei: Stürmer Markus Ziereis (M.). 

Bald ist Halbzeit in der Regionalliga Bayern, der TSV 1860 München steht auf Rang eins der Tabelle. Zeit, einmal auf die möglichen Relegationsgegner zu blicken. 

München - Ein Blick auf die Tabelle der Regionalliga Bayern genügt, um zu realisieren: Der TSV 1860 München wird seiner Favoritenrolle gerecht. Trotz der jüngsten Niederlagen gegen die Zweitvertretungen des FC Augsburg und des FC Bayern thronen die Löwen noch immer an der Spitze der Tabelle. Doch ein Aufstieg in die dritte Liga wäre keinesfalls garantiert. Um von einer der fünf Regionalligen in die dritte Liga aufzurücken, muss die folgende Relegation erfolgreich gestaltet werden. 

Seit der Reform der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands im Jahr 2012 müssen die fünf Meister der Regionalligen Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern sowie zusätzlich der zweite der Regionalliga Südwest in einer Relegation die drei Aufsteiger ausspielen. Sollten die Löwen also Tabellenplatz eins halten können, stehen zwei über die komplette Spielzeit richtende Spiele an. Grund genug, sich einmal mit den potenziellen Relegationsgegnern der Mannschaft von Trainer Daniel Bierofka auseinanderzusetzen. 

Regionalliga Nord 

Erster der Regionalliga Nord ist aktuell die zweite Mannschaft des HSV. Acht Punkte haben die Hanseaten schon Vorsprung auf den Tabellenzweiten, von bisher 13 Partien ging nicht eine verloren. Besonders aufpassen müssten die Löwen im Falle des Aufeinandertreffens auf den deutschen Juniorennationalspieler Törles Knöll. In elf Einsätzen erzielte der 20-Jährige bereits 14 Treffer. Auch Markus Gisdol ist mittlerweile auf den Mittelstürmer aufmerksam geworden, in dieser Spielzeit feierte Knöll sein Bundesligadebüt. 

Fazit: Der HSV II dominiert die Regionalliga Nord aktuell derart, dass die Löwen froh sein könnten, sollten sie im Falle der Meisterschaft in Bayern gegen eine andere Mannschaft antreten. Mit bisher drei Aufsteigern seit der Reform der Regionalliga steht die norddeutsche Liga zudem gut da. 

Regionalliga Nordost 

In der Regionalliga Nordost ist momentan Energie Cottbus das Maß aller Dinge. Die Brandenburger führen die Tabelle mit neun Zählern Abstand an, auch die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz musste bisher noch keine Niederlage einstecken. Die Abwehr ist unter Wollitz Trumpf, erst drei Gegentore ließ die Defensive zu. Aber auch der Angriff funktioniert mit 35 Treffern in zwölf Partien. Bester Torschütze der Cottbuser ist Streli Mamba mit zehn Treffern in acht Spielen. Und: Im Mittelfeld spielt bei Energie ein ehemaliger Spieler der Löwen. Über die Stationen Wehen Wiesbaden, Hansa Rostock und Hallescher FC gelangte der mittlerweile 31-Jährige Bjorn Ziegenbein auf den rechten Flügel der Brandenburger. 

Fazit: Energie Cottbus dürfte ein hartes Los sein. Souveräne Abwehr, torhungriger Sturm. Es gäbe sicher einfachere Gegner für die Löwen. Und: Die Regionalliga Nordost stellt seit der Reform im Jahr 2012 mit vier Mannschaften die meisten Aufsteiger. 

Regionalliga West 

In der Regionalliga West tummeln sich die Traditionsvereine: Rot-Weiß Essen, Alemannia Aachen, Rot-Weiß Oberhausen, Wuppertaler SV, Vorjahresmeister Viktoria Köln und KFC Uerdingen (früher Bayer Uerdingen) kämpfen allesamt um den Aufstieg. Wohl auch deshalb ist sie die umkämpfteste der fünf Regionalligen. Angeführt wird die Tabelle momentan von Uerdingen, einen Punkt dahinter liegt Viktoria Köln. In der vergangenen Spielzeit scheiterten die Kölner in den Entscheidungsspielen an Carl Zeiss Jena, beiden Teams gelangen Auswärtssiege, jedoch erzielten die Thüringer mehr Treffer auf fremdem Geläuf. Nun versuchen sich die Domstädter ein zweites Mal am Aufstieg. Doch das Rennen um die Meisterschaft ist längst nicht entschieden, rund die Hälfte der Mannschaften darf sich noch Hoffnungen auf die Relegationsspiele machen. 

Fazit: Leichte Gegner gibt es für die Löwen auch in der Regionalliga West nicht. Doch: Der Meister dieser Liga dürfte den Münchnern wohl lieber sein als beispielsweise Cottbus oder HSV II. Die Regionalliga West stellt mit bisher zwei Aufsteigern die wenigsten Emporkömmlinge. 

Regionalliga Südwest 

Die Regionalliga Südwest genießt als einzige der fünf Ligen einen Sonderstatus. Denn: Für die Aufstiegsrelegation qualifiziert sich nicht nur der Meister sondern auch der Vizemeister. Auf den ersten beiden Rängen stehen aktuell die Kickers aus Offenbach und der 1. FC Saarbrücken. Der Tabellendritte FSV Mainz II hat schon fünf beziehungsweise sechs Punkte Rückstand und schon mehr Spiele als die beiden anderen Klubs absolviert. Die Position des Spitzenduos scheint also einigermaßen gefestigt. 

In den vergangenen zwei Spielzeiten beendeten Waldhof Mannheim und SV Elversberg die Saisons vorne in der Tabelle. Beide Mannschaften scheiterten jedoch jeweils in der Relegation, Mannheim 2016 an den Sportfreunden Lotte und 2017 am SV Meppen, Elversberg 2016 am FSV Zwickau und 2017 an der SpVgg Unterhaching. 

An die Elversberger dürften die Löwen schlechte Erinnerungen haben: 2013 trat die zweite Mannschaft des TSV 1860 gegen die Saarländer in der Relegation an, scheiterte damals jedoch knapp. In der laufenden Saison spielen Elversberg und Mannheim allerdings bisher zu schwach, um den ersten beiden Plätzen noch einmal gefährlich zu werden.

Fazit: Offenbach und Saarbrücken sind beides Traditionsmannschaften mit großem Anhang, ein Relegations-Erfolg wäre sicherlich eine schwere Aufgabe. Doch in der Vergangenheit zeigten die Mannschaften der Regionalliga Südwest häufig Scheu vor dem Aufstieg, nur drei Mal gelang dies bisher - und das bei zwei Kandidaten jährlich.

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