Rauball: 1860 soll aufklären

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DFL-Präsident Reinhard Rauball beobachtet die Entwicklungen in München genau

München - Sind der TSV 1860 und Teilhaber Hasan Ismaik dabei, die 50+1-Regel der DFL auszuhebeln? DFL-Präsident Reinhard Rauball fordert die Löwen zur Aufklärung auf.

Der Terminus besagt, dass externe Investoren keine Stimmenmehrheit an einem Fußballklub übernehmen dürfen. Bei den Löwen hat Ismaik 49 Prozent der 1860-KGaA-Anteile für gut 18 Millionen Euro gekauft, dazu 12 Prozent stimmrechtslose Aktien. Und er hat den Vorsitz im neuen KGaA-Aufsichtsrat inne.

Gipfeltreffen bei 1860: Die Bilder

Am Freitagabend, 22. Juli hat sich der neue Aufsichtsrat des TSV 1860 konstituiert. Hier sehen Sie die Bilder vom Gipfeltreffen. © sampics
Dieter Schneider © sampics
Otto Steiner © sampics
Dieter Schneider am Fenster © sampics
Dieter Schneider am Fenster © sampics
Dieter Schneider am Fenster © sampics
Die Gäste kommen! © sampics
Investor Hasan Ismaik © sampics
Investor Hasan Ismaik mit Dolmetscherin und Hamada Iraki © sampics
Investor Hasan Ismaik mit Dolmetscherin und Hamada Iraki © sampics
Investor Hasan Ismaik mit Dolmetscherin und Hamada Iraki © sampics
Die Gäste sind an der Tür angekommen. © sampics
Die Gäste sind an der Tür angekommen. © sampics
Der Abend verlief harmonisch - zumindest sagten das die Beteiligten. © sampics
Der neue Aufsichtsrat v.l.: Franz Maget, Hamada Iraki, Dieter Schneider, Hasan Isamik und Siegfried Schneider. Auf dem Foto fehlt Lori-Ann Campbell von der Investorenseite. © sampics
Lori-Ann Campbell war am Freitag nicht anwesend. © sampics
Die Verantwortlichen vergessen natürlich auch die Mannschaft nicht © sampics
Ismaik mit dem Poster © sampics
Grenzenlose Harmonie? © sampics
So sieht sie aus. © sampics
Sie wurde nicht nur drin demonstriert. © sampics
Sondern auch vor der Tür. © sampics
Bitte lächeln! © sampics
Weiter ging's im Löwenstüberl. © sampics
Dieter Schneider bestellte eine Apfelschorle, Hasan Ismaik ein Wasser © sampics
Prost! © sampics
Auf eine erfolgreiche Zukunft! © sampics
Und auf eine harmonische. © sampics
Hoffentlich hält diese Harmonie eine Weile. © sampics

In einem Interview mit dem Münchner Merkur nahm nun DFL-Präsident Reinhard Rauball Stellung zum Thema 1860 München. Einige Auszüge zum Thema Löwen:

„1860 hat bei den Verhandlungen sehr engen Kontakt zur DFL gehalten. Es hat über einen längeren Zeitraum Diskussionen gegeben, diese mündeten in dem Abschluss von Verträgen, die mit den Liga-Statuten in Einklang stehen. Das sieht die DFL nach wie vor so. Ich glaube nur, dass der Verein gut daran tut, auch die Öffentlichkeit einmal aufzuklären über die Befugnisse der Gremien. Was ist die Aufgabe des Beirates, der ja die Kontrollinstanz ist für die Geschäftsführungs-GmbH? Und was ist die Aufgabe des Aufsichtsrates? (...) in diesem Fall ist der Beirat das entscheidende Gremium, weil der das Kontrollorgan der Komplementär-GmbH ist. Und dort kann der eingetragene Verein nicht überstimmt werden.“

„Wenn der e.V. Mitglieder in Gremien entsendet und die ein gedankliches Eigenleben entwickeln, ist das eine Sache, die der Verein für sich bewerten muss. Wenn dadurch der Einfluss des Investors steigt, ist das unter demokratischen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden. (...) Der Verein hat ja das Entsendungsrecht und muss überlegen, ob er das so akzeptiert. Aber das hat nichts mit der grundsätzlichen Konstruktion zu tun.“

„Was ich zuletzt gelesen habe, sind alle Beiteilgten dabei, sich zusammenzuraufen. Aus Sicht der Liga begrüße ich das.“

Das ganze Interview lesen Sie hier

Investoren im Fußball: Wer bei welchem Verein seine Finger im Spiel hat

Der TSV 1860 München wird seit 2011 von einem jordanischen Geschäftsmann finanziell unterstützt werden. Aber die Münchner Löwen sind nicht der einzige Verein, der von einem Geldgeber Finanzspritzen erhält. Sehen Sie hier einen Streifzug durch Europa von Vereinen, die durch einen Investor unterstützt werden. © Getty
Die TSG 1899 Hoffenheim profitierte von einem Geldgeber. Durch Mäzen Dietmar Hopp gelang dem Klub der Durchmarsch von der Regionalliga bis zur Herbstmeisterschaft 2008 in der ersten Liga. © getty
Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, mit vier Milliarden Euro einer der reichsten Deutschen, ist Mitbegründer des Unternehmens SAP AG. Er führte den Verein aus Sinsheim von der Regional- bis in die Bundesliga. © getty
Auch Hannover 96 wird von einem Investor regelmäßig mit Geld unterstützt. © getty
Martin Kind (r.) hat Hannover 96 durch sein Hörgeräte-Unternehmen mit zahlreichen Millionen Euro unterstützt. Er ist ein Verfechter der 50+1 Regel im deutschen Fußball. © dpa
RB Leipzig feiert 2013 den Aufstieg in die 3. Liga. Offiziell heißt der Verein RasenBallsport Leizpig, allerdings steckt dahinter ein guter Geldgeber. © dpa
Denn der Verein wird wie weitere Klubs von Red Bull finanziert. Dietrich Mateschitz, österreichischer Unternehmer, hält 49 Prozent der Anteile an der Red Bull GmbH. © getty
Vor Leipzig versuchte Mateschitz mit Red Bull Salzburg den Angriff auf die europäische Krone zu starten. Dieses Vorhaben scheitert aber an der schwachen nationalen Konkurrenz. © getty
Neben Leipzig und Salzburg wird auch in Amerika ein Verein von den "Roten Bullen" getragen: Die New York Red Bulls mit dem Weltmeister Thierry Henry. © ap
Der FC Basel wird von einer Mäzenin unterstützt. © getty
Gisela Oeri ist einer der wenigen weiblichen Präsidenten im europäischen Fußball. © dpa
Das Gehalt von Quincy Owusu Abeyie vom FC Malaga wird durch Mohammad bin Nasser Al Thani bezahlt. Der Scheich, der den Nachrichtensender Al Jazeera gründete, gehört zu einer Dynastie, die seit dem 19. Jahrhundert den Herrscher von Katar stellt. © getty
Racing Santader ist mittlerweile der dritte spanische Verein, der einen Investor im H intergrund hat. Mehdi Lacen kann es nur recht sein. © getty
Der indische Multimilliardär Ahsan Ali Syed kaufte 80% der Rechte von Racing Santander. Der Unternehmer hat laut eigenen Angaben 130 Firmen. © dpa
Der FC Getafe wurde im April 2011 von einer arabischen Firmengruppe aus Dubai gekauft. Der Name des Klubs blieb der gleiche, das Trikot bekam die Aufschrift "Team Dubai". © getty
Leonid Fedun ist ein russischer Geschäftsmann mit geschätzten 5,5 Milliarden Dollar. Er arbeitet für die russische Ölfirma Lukoil. © getty
Die Fans von Spartak Moskau können sich ebenfalls über kräftige Finanzspritzen freuen. Mit dem Geld locken sie immer mehr Topspieler nach Russland. © getty
Anschi Machatschkala wird durch einen Investor unterstützt. Dieser ermöglicht Einkäufe wie Roberto Carlos oder Samuel Eto'o. Suleyman Kerimov hält die größten Anteile der VTB-Bank. Durch seine Investmentfirma Nafta Moskau ist er größter Aktionär beim fünftgrößten Silberproduzent der Welt. © getty
Terek Grosny ist der zweite Verein aus Tschetschenien, der für Aufsehen sorgt. © dpa
Ramsan Kadyrow jun. ist seit 2007 Präsident der Teilrepublik Tschetschenien. Ihm werden Folter und zahlreiche Morde vorgeworfen. Er ist großer Fußballfan und veranstaltete ein Benefiz-Spiel u.a. mit Lothar Matthäus. Woher sein Vermögen kommt, ist unbekannt. © dpa
Der AC Milan, siebenmaliger Champions-League-Sieger hier mit Robinho, ist auch mit Hilfe eines Geldgebers so erfolgreich. © getty
Unterstützung erhält der AC durch den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Der Politiker ist durch seine Gründung von Medienanstalten, die er immer noch besitzt, vermögend geworden. © dpa
Auch der zweite Mailänder Verein wird von einem Investor geführt. Inter gelang letzte Saison um Kapitän Javier Zanetti das Triple. © getty
Ohne die Gelder von Präsident Massimo Moratti wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Der Italiener ist ein Öl-Tycoon und Sohn des Inter-Eigentümers Angelo Moratti. © getty
Der FC Genua geht seit ein paar Jahren auf Einkaufstour, u.a. Luca Toni, Rafinha. Möglich macht dies auch Enrico Preziosi. Er gründete die Giochi Preziosi und ist Hauptaktionär. © getty
Der AS Rom wird schon seit 1993 von einem Investor finanziert und geführt. Dadurch konnten der Traditionsklub auch Fan-Liebling Francesco Totti halten. © getty
Thomas Di Benedetto kaufte sich vor kurzem die Anteile des römischen Klubs. Er ist seit 1983 Präsident einer Investmentmanagementfirma. © dpa
Jahrelang hinkte der FC Chelsea national und international hinterher. Bis ein russischer Investor die Londoner übernahm und zu drei Meistertiteln führte. © getty
Roman Abramowitsch gehört zu den russischen Oligarchen und verdient seine Milliarden mit seinen Ölunternehmen. Für 210 Millionen Euro kaufte er den FC Chelsea. Einen eigenen Privatjet besitzt der Russe ebenfalls. © dpa
Ryan Giggs spielt seit 16 Jahren bei Manchester United, lange bevor der Investor aus Amerika kam, um United zu übernehmen. © getty
Die Glazer-Familie führt den Traditionsverein aus Manchester seit Mai 2005. Mittlerweile halten sie 75% der Anteile an United. © dpa
Mit der Übernahme von Manchester City ist auch der zweite Klub aus der Stadt im Norden Englands übernommen worden. © getty
Mansour Bin Zayed ist ein Sohn der Herrscherfamilie von Abu Dhabi in den VAE. Er ist Minister für Präsidentschaftsangelegenheiten für seinen Bruder. © dpa
Der Traditionsklub, der 2009 in die zweite englische Liga a bstieg, wurde von einem englischen Geschäftsmann übernommen. © getty
Mike Ashley ist der Geldgeber für die Magpies. Er unterstützt den Verein seit 2007, als er ihn für 135 Millionen Pfund (ca. 160 Millionen Euro) kaufte. © getty
Der englische Zweitligist FC Portsmouth, der letzte Saison überraschend ins FA-Cup Finale zog, wird seit einigen Jahren von einem Investor unterstützt. © dpa
Balram Chainrai verdient sein Geld als Geschäftsmann mit Haushaltsgeräten. Der aus Nepal stammende Präsident von Portsmouth teilt ist nicht der einzige, der Anteile hält. © getty
Die Anteile des FC Port Vale wurden von einem sehr großen und weltberühmten Fan gekauft. Dieser ist in der Pop-Musik-Branche tätig. © getty
Der fußballfanatische Robbie Williams erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. © dpa
Steven Gerrard, Kapitän des FC Liverpool, spielt seit seinem neunten Lebensjahr für den Verein © dpa
Sein Klub wurde 2007 von den US-amerikanischen Geschäftsleuten George Gillet (r.) und Tom Hicks für 470 Millionen Pfund gekauft. Gillett verdient sein Geld mit dem Vertrieb von Medien und Fleischwaren. Hicks ist Mitbegründer einer Investment-Firma © dpa
Arsene Wenger, Trainer von Arsenal London, kann sich auf einen Geldregen für neue Spieler freuen. © getty
Der US-Milliardär Stan Kroenke hat sein Aktienpaket vom FC Arsenal erweitert und ist nun Eigentümer der "Gunners". Der Amerikaner besitzt neben Arsenal auch noch die Denver Nuggets und Colorada Avalanche. Seine Frau ist die Erbin der Wal-Mart-Kette. Dazu kommen seine eigenen Unternehmen. © ap
Der UEFA-Cup-Sieger von 2009 Schachtar Donezk spielt seit Jahren mit vielen Brasilianern und konnte zuletzt das Viertelfinale der Champions League erreichen. © dpa 
Die ganzen internationalen Erfolge verdankt der Klub aus der Ukraine dem Multimilliardär Rinat Achmetow. Der Sohn eines Bergmannes besitzt 30 Unternehmen und kontrolliert somit die ostukrainische Stahl- und Kohleindustrie.  © getty
Karpaty Lwiw wird von Petro Dyminsky einem ukrainischen Geschäftsmann geführt und kann dadurch international auf sich aufmerksam machen. © dpa
Seit Mai 2011 wird auch Paris St. Germain finanziell unterstützt. Nach vielen Schulden, übernahmen die Qatar Sports Investments den Verein und holten unter anderem Stars wie Zlatan Ibrahimovic an die Seine. © AP
Nasser Al-Khelaïfi, Präsident von Paris St. Germain hat schon zahlreiche Fans gelockt. Er ist auch das Oberhaupt der Qatar Sports Investments, das bislang hunderte Millionen Euro in den Hauptstadtklub steckte. © AP
2003/2004 stand der AS Monaco kurz davor sich die europäische Krone aufzusetzen, doch das Finale der Champions League verloren die Monegassen mit 0:3. Nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Ligue 2, will der Stadtstaat wieder angreifen, unter anderem mit Top-Torjäger Radamel Falcao. © dpa
Möglich ist dies dank Dmitri Jewgenjewitsch Rybolowlew. Der russische Unternehmer soll rund 9,5 Milliarden US-Dollar besitzen und versucht den Verein wieder nach oben zu führen. © dpa

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