Löwen-Geschäftsführer schonungslos

Rejek: Dritte Liga ist 1860 näher als die erste

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Sprachlos: Markus Rejek (Mitte/mit 1860-Schal) auf der Nürnberger Zuschauertribüne. Rechts neben ihm: Noor Basha (mit der Hand vor dem Mund), der Vertraute von Investor Hasan Ismaik.

München - Eigentlich hielt er sich bisher eher im Hintergrund, nun greift er zu harten Worten: TSV 1860-Geschäftsführer Rejek sieht seine Mannschaft eher in der dritten Liga als in der ersten.

Markus Rejek ist beim TSV 1860 nicht unbedingt für die großen, markigen Worte zuständig. Der Kaufmännische Geschäftsführer zieht es meist vor, sich als Marketingexperte dezent im Hintergrund zu halten. Im Vorwort des „Löwenmagazin Sechzig“ für das Heimspiel gegen Karlsruhe (Samstag, 13 Uhr) demonstriert aber nun auch der 46-Jährige, dass er zu schonungsloser Deutlichkeit befähigt ist. So verband er seinen Jahresrückblick mit einer kritischen Langzeitanalyse. Sein Ergebnis: „Ich fürchte, Sechzig ist seit dem Abstieg nie wirklich in der Zweiten Liga angekommen. Das Wort ,Aufstieg’ vernebelte zu lange die Realität.“ Die aktuelle Situation sieht Rejek so: „Die Dritte Liga ist uns näher als die Erste.“

Wohl wahr. Nach 16 von 17 Hinrundenspielen sind die Löwen Drittletzter, das Restprogramm bis zur Winterpause (Karlsruhe, Kaiserslautern, Leipzig) hat es in sich. Die Vereinsführung zieht nun, so kräftig es geht, an der Alarmglocke. Präsident Gerhard Mayrhofer („Wir sind absolut im Abstiegskampf angekommen!“) machte den Anfang, Rejek legt nach. „Der Blick auf die Tabelle sagt: Wir sind mitten im Abstiegskampf. Jedem muss klar sein, um was es jetzt geht – in jedem Spiel. Jeder auf seinem Platz: Ob auf dem Rasen, auf der Bank, oder auf der Tribüne.“

Seit zehn Monaten befindet sich Rejek in Löwen-Diensten. Seine Erfahrungen fasste er nun so zusammen: „Es gibt im bezahlten Fußball gerade keine größere Herausforderung als unseren TSV.“ In den letzten zehn Jahren sei dem Verein viel verloren gegangen: „Wir haben kein eigenes Stadion und leider auch Respekt und Stolz eingebüßt. Er gab wenig Kontinuität in der Führung.“ Das neue Präsidium habe nun versucht, gravierende Veränderungen herbeizuführen. Seine Zwischenbilanz: „Vieles ist auf den Weg gebracht, was nicht sofort sichtbar wird. Natürlich haben wir dabei auch nicht alles richtig gemacht.“

Seinen Wunschzettel beschreibt Rejek so: „Ganz oben steht die Sehnsucht nach Zusammenhalt und Ruhe im Verein und – auf die Schnelle – Punkte, Punkte, Punkte. . . “

Armin Gibis

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