Unbeschreibliche Szenen folgen auf Abpfiff

"Wir leben!" Löwen nach Wahnsinnsspiel gerettet

München - Es war ein Krimi, und es sah lange nicht gut aus. Doch am Ende haben die Löwen in der Relegation gegen Kiel den Verbleib in Liga 2 gesichert.

Der Wahnsinn hat einen Namen: TSV 1860. Da waren sie am Dienstag Abend schon so gut wie abgestiegen, die Löwen, hatten über weite Strecken ein furchtbares Spiel abgeliefert, und dann traf Kai Bülow in der Nachspielzeit des Relegations-Rückspiels zum 2:1-Siegtreffer gegen Holstein Kiel. Die 57 000 Zuschauer verwandelten die Allianz Arena in ein Tollhaus, so knapp ist am Tag zuvor nicht mal der Hamburger SV dem Tod von der Schippe gesprungen. Der TSV 1860 bleibt in der Zweiten Liga! Es war einfach unglaublich.

Unbeschreibliche Szenen spielten sich hinterher auf dem Rasen und auf den Tribünen ab. Der Sechzger-Marsch schallte aus den Lautsprechern, alle lagen sich in den Armen, auf der Tribüne jubelte Ministerpräsident Horst Seehofer – an diesem Abend waren alle blau. Ein Aufstieg hätte auch keine größere Begeisterung auslösen können. Fans stürmten aufs Spielfeld, einer trug Bülows Namen auf dem Trikot und bat den Held des Abends um seinen rechten Schuh, der den Löwen den Klassenerhalt beschert hatte. Er bekam ihn. Und Torsten Fröhling saß auf der Trainerbank und vergoss Tränen. Tränen der Erleichterung. Der Mann war restlos erschöpft und fertig.

„Wir haben ein ganz schweres Jahr hinter uns“, sagte Fröhling, „und ich freue mich einfach für die ganze Mannschaft, dass wir das heute geschafft haben.“

"Wir leben!", so Kapitän Christopher Schindler im BR. "Die Mannschaft lebt! Was die Mannschaft geleistet hat in dieser Situation, das ist nicht in Worte zu fassen. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Das einzige Ziel war Klassenerhalt, und das haben wir geschafft."

Eine Stunde zuvor hätte kein Mensch an ein solch furioses Finale geglaubt. Denn: Die Löwen in der ersten Halbzeit – einfach erschütternd. Abgesehen von ein paar flotten Anfangsminuten, in denen Rama mit einem mächtigen Schuss an Torhüter Kronholm scheiterte (2.), war wenig Wille zu erkennen, dieses so immens wichtige Spiel für den TSV 1860 für sich zu entscheiden, Kein Tempo, keine Ideen, Pässe ins Nirgendwo – die Löwen-Fans in der Arena waren schier am Verzweifeln. Und nach 16 Minuten total geschockt. Nach einer Ecke von Siedschlag konnte Kazior ungehindert einschieben, nachdem Kai Bülow zu spät gekommen war.

Ein Rückstand, der die Kicker in blau erst mal noch weiter runter zog. Keine Trotzreaktion, kein Aufbäumen. Unten am Spielfeldrand saß der ehemalige Erfolgstrainer Werner Lorant, der als BR-Experte genauso enttäuscht war: „Nach 20 Minuten ist die Mannschaft wieder in den alten Trott verfallen, den sie schon die gesamte Zeit in der Zweiten Liga gespielt haben.“

Auch nach der Pause blieb zunächst alles beim Alten. Unbeholfene Sechziger, die dem Abstieg entgegenzutaumeln schienen. Aber dann ging’s plötzlich rund. Adlung traf wie aus heiterem Himmel aus 14 Metern zum 1:1 (78.), und Fröhling lobte: „Hut ab, wie Adi das gemascht.“ Und dann endlich machten die Löwen richtig Druck, motzten mit Schiedsrichter Kircher und heizten die Atmosphäre immer mehr an. Fröhling: „Und die Zuschauer haben uns richtig nach vorn getragen.“ Bis in die Nachspielzeit. Rama hämmerte den Ball an den Pfosten, Bülow staubte ab. Der Löwe bleibt drin!

tz/sw/lop

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Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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