Woran es hakt

Moniz: Darum haben wir noch keinen neuen Stürmer

München - Ricardo Moniz wünscht sich weiterhin einen neuen Angreifer für die Löwen. Doch der ist noch nicht verpflichtet. Er erklärt, woran es hakt.

"Wir werden nichts schönreden, sondern immer die Realität zum Maßstab nehmen. Schöngefärbt worden ist bei 1860 in der Vergangenheit viel zu viel.“

Wahre Sätze, die 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer da am Donnerstag im tz-Interview gesagt hat. Auch Trainer Ricardo Moniz haben die Aussagen des Oberlöwen gefallen. Die Frage, ist nur, ob den Löwen auch die Konsequenzen gefallen, die Moniz draus zieht.

Am Donnerstag nach dem Vormittagstraining schüttete der Niederländer sein Herz aus. Es ging – mal wieder – um den noch fehlenden Stoßstürmer mit „Torgarantie“, den sich Moniz so sehr wünscht. Nach dem Abgang des stärksten Mittelstürmers Yuya Osako zum 1. FC Köln fehlt es den Löwen an vorderster Front an Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit. Rubin Okotie (27) hat sich verbessert, ebenso Marius Wolf (18), der beim 3:0 gegen Regionalligist Heimstetten am Mittwoch sehenswert ins lange Eck traf. Bobby Wood (21), der dritte nominelle Stürmer im Kader, wird von den 1860-Verantwortlichen eher als Mann für Linksaußen gesehen. Zudem hat auch der Hawaiianer das Toreschießen nicht erfunden.

Löwen gewinnen Test in Heimstetten: Bilder

Löwen gewinnen Test in Heimstetten: Bilder

Wie sich das vereinbaren lässt mit den Zielen der Löwen, oben mitspielen zu wollen? Moniz sagt’s frei heraus: gar nicht. „Wir brauchen jemanden, der Extra-Waffen hat. Wenn wir den bekommen, dann können wir direkt zuschlagen. Wenn es nicht klappt, dann müssen wir diese Qualität intern entwickeln – dann dauert es eben ein Jahr.“ Woran es liege, dass der gewünschte Stürmer noch nicht verpflichtet sei zehn Tage vor dem Saisonstart in Kaiserslautern? Moniz: „In Deutschland ist es schwierig, dieses Personal zu finden. Dieses Problem haben ja auch noch viele andere Klubs. Nicht der Trainer kauft die Spieler, sondern der Verein. Das muss ich akzeptieren. Natürlich geht’s ums Geld. Ich habe das Geld nicht.“

Eine Aussage, die sich beißt mit Mayrhofers Versicherung gegenüber der tz: „Wir können die Mannschaft weiter verstärken ohne neue Darlehen (von Hasan Ismaik) in Anspruch nehmen zu müssen.“ Oder gehen die Qualitäts-Einschätzungen auseinander? Sportchef Gerhard Poschner sagte am Donnerstag zur tz: „Wir haben gute Leute vorne, mit denen wir zufrieden sind. Trotzdem arbeiten wir weiter daran, dass wir uns noch besser aufstellen.“

Wie auch immer. Ungeschickt ist es nicht, wie Moniz den Druck von seiner Person nimmt. „Schlaflose Nächte“ habe er ob der Harmlosigkeit seiner Mannschaft, sagt er. „Jetzt wird sich zeigen, wie stark wir intern sind. Wenn wir dreimal verlieren, dann bin ich ein Scheißtrainer, oder?“ Solidarität einfordern und Risiken minimieren – das sind Moniz’ Vorgaben in diesen Tagen. Auch seinen Plan, den 18-jährigen Julian Weigl zum Kapitän zu machen, stellte er am Donnerstag öffentlich infrage. „Ich will ihm mehr Verantwortung geben. Ob er jetzt Kapitän wird oder nicht, das muss egal sein.“ Wer weiß: Vielleicht erspart’s ja die eine oder andere Schönfärberei.

Volz fehlt eine Woche

Moritz Volz (31), der sich beim Test in Heimstetten eine Zerrung am rechten Hüftbeuger zugezogen hat, muss eine Woche mit dem Training aussetzen.

lk

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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