Die tz hörte sich bei Ex-Löwen um

Moniz über Leonardo-Aus: "Das hat ihm wehgetan"

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Zwei, die gut miteinander konnten: Ex-Trainer Ricardo Moniz (l.) und Leonardo.

München - Leonardos vorzeitiger Abschied von den Löwen beschäftigt viele Fans und auch Ex-Löwen. Die tz hat sich umgehört, unter anderem auch bei Ricardo Moniz, der den Brasilianer ja nach München lotste.

Es war eigentlich gar nicht mehr anders zu erwarten. Der TSV 1860 und der Brasilianer Leonardo gehen ab sofort getrennte Wege. Der Vertrag zwischen dem 31-jährigen Offensivspieler und den Löwen wurde auf Wunsch des Spielers aufgelöst. Auf seiner Facebookseite hatte Leonardo kürzlich ja bereits angekündigt, dass er bald „eine wichtige Entscheidung“ treffen werde, jetzt ist sie gefallen. Und am Montagabend schrieb er dann: „Ich bin froh und erleichtert, dass ich mit der großen Unterstützung meiner lieben Familie eine Entscheidung getroffen habe.“ Und die heißt: Abschied aus München. „Ich denke, das ist für beide Seiten die richtige Entscheidung“, sagte er gestern Nachmittag.

Leonardo, der erst im Sommer einen Einjahresvertrag unterschrieben hatte, war an der Grünwalder Straße nach der Entlassung seines Förderers Ricardo Moniz aufs Abstellgleis geraten. Unter Trainer Markus von Ahlen fand er so gut wie keine Berücksichtigung mehr. Eine Viertelstunde durfte er gegen Fortuna Düsseldorf ran – das war’s. Ansonsten saß er auf der Bank oder wurde nicht mal mehr in den 18er-Kader aufgenommen. Er sei körperlich und läuferisch den Anforderungen in der Zweiten Liga nicht gewachsen, hieß es. Die tz hörte sich im Umfeld der Löwen um, wie der Weggang von Leonardo beurteilt wird.

Ex-1860-Trainer Ricardo Moniz: „Was Leo erlebt hat, das hat ihm sehr wehgetan. Logisch, dass er sehr enttäuscht ist. Für mich ist er immer noch ein Spieler, der den Unterschied ausmacht, deshalb habe ich ihn ja auch zu 1860 geholt. Für mich ist er ein charakterlich sehr starker Junge, der in seiner Karriere viel erreicht hat und große Erfahrung mitbringt.“

Meister-Löwe Fredi Heiß: „Ich glaube, dass es da intern irgendetwas gegeben hat. Denn für mich ist Leonardo der beste Fußballer, den wir im Kader hatten. Das habe ich damals schon gesagt, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Und ich finde es schade, dass es nicht möglich war, einen Mann wie ihn fit zu bekommen und für 1860 zu begeistern. Denn so einen Spielgestalter wie ihn brauchen wir eigentlich. Eine Offensive mit Leonardo, Okotie und Rama – das hätte mir schon gut gefallen. So etwas hat eigentlich fast keiner sonst in der 2. Liga.“

Löwen-Legende Thomas ­Miller: „Ich hätte Leonardo nicht hergegeben. Er war einfach einer der Besten bei uns. Ich vergleiche ihn mit Leuten wie Peter Nowak und Berkant Göktan. Die konnten auch in Eins-gegen-eins-Situationen was machen. Und wenn ich immer höre, Diva usw. Der Nowak war damals bei uns auch eine Diva. Na und? Dann sind wir halt gerannt für ihn.“

Franz Hell (Löwen-Fan seit über 50 Jahren): „Ich bin im Zwiespalt. Leonardo ist sicherlich ein guter Fußballer, einer der besten, die wir hatten, aber für mich ist es in Ordnung, dass er geht. Er ist einer für die Galerie, und Alleinunterhalter sind auch bei anderen Klubs nicht mehr gefragt. Am Ball hervorragend, aber läuferisch kommt zu wenig.“

Leonardo: Sein letztes Training bei den Löwen

Leonardos letztes 1860-Training - Bilder

tz

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