Für Wettberg ist Rubin der beste

Okotie: Nur einer kann ihm das Wasser reichen

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Rubin Okotie erzielte gegen den VfL Bochum einen Doppelpack.

München - Acht Tore nach zwölf Spieltagen. Neuzugang Rubin Okotie ist ein Garant dafür, dass es bei den Löwen nicht noch schlechter läuft. Auch im Vergleich schneidet er super ab.

Man muss weit zurückblättern in den Annalen des TSV 1860, wenn man einen Stürmer sucht, der nach zwölf Spieltagen mehr Tore geschossen hat als jene acht, die Rubin Okotie in dieser Saison auf dem Konto hat.

Es war: sein österreichischer Landsmann Peter Pacult, der vor 21 Jahren, in der Aufstiegssaison 1993/94, zum gleichen Zeitpunkt neun Treffer auf dem Konto hatte. Und damals ebenso die Torschützenliste anführte wie jetzt Okotie. Pacult landete am Ende der Saison mit 18 Treffern auf Rang zwei, eine Prognose, wie viele Treffer es am Saisonschluss für ihn sein könnten, wollte Okotie nicht abgeben. „Eins weiß ich aber“, sagte der Löwenstürmer, „all meine Tore sind wichtig fürs Selbstvertrauen.“ Das ist doch schon mal was.

Der ehemalige Löwentrainer Karsten Wettberg allerdings traut sich eine Vorhersage zu: „Rubin wird mit 20, 25 Treffern Torschützenkönig, ihm kann kein anderer Stürmer in der 2. Liga das Wasser reichen.“ Und er weist auf die besonderen Vorzüge von Okotie hin: „Das ist ein Instinktmittelstürmer, im Strafraum ein geschmeidiger Häuslschleicher wie man bei uns in Bayern sagt.“

Peter Pacult hatte vor 21 Jahren nach zwölf Spieltagen ein Tor mehr geschossen.

Wobei Okotie schon darauf hinweist, „dass für meine Tore auch die guten Assists meiner Kollegen notwendig sind“. Zuletzt hieß der Vorlagengeber stets Daniel Adlung, Wettberg könnte sich allerdings auch einen anderen gut vorstellen: „Vielleicht ist es künftig ja doch wieder möglich, einen Leonardo in die Mannschaft einzubauen. Von seinen fußballerischen Fähigkeiten her wäre er für mich der ideale Mann, der Okotie freispielen könnte.“

Peter Pacult verfolgt natürlich ebenfalls sehr interessiert und aufmerksam den Werdegang seines Landsmanns, der inzwischen auch wieder ein wichtiger Faktor im österreichischen Nationalteam geworden ist. „Rubin macht es super“, freut sich der 55-Jährige, dessen Herz nach wie vor sehr an den Löwen hängt. „Ich weiß doch, wie das ist als Stürmer. Wenn du einen Lauf hast, dann geht vieles von alleine. Das war bei mir nicht anders.“

Drei Mal die 2: Bilder und Noten vom Löwen-Spiel

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Wobei es schon einen Unterschied gibt: Pacult schoss im Herbst ’93 seine Tore in einer von großer Euphorie getragenen Mannschaft, die als Aufsteiger bis auf Platz zwei in der 2. Liga gestürmt war. Wettberg: „Deshalb ist Okoties Quote noch anerkennenswerter, weil er in einer Mannschaft spielt, für die es bisher noch nicht so gut lief. Aber er ist halt ein Österreicher, das sind Schlitzohren im Fußball. Auch Pacult ging immer mit einer gewissen Leichtigkeit zur Sache. Und Okotie ist ebenfalls einer, der nicht krankhaft verbissen den Erfolg sucht.“

Dass ein erfolgreicher Goalgetter wie Okotie auch Begehrlichkeiten bei anderen Klubs weckt, ist klar. Seinen Vertrag, der bis Juni 2016 läuft, vorzeitig zu verlängern ist die wohl derzeit dringendste Aufgabe von Gerhard Poschner. Der Sportchef sagte gegenüber der tz: „Ich bin mit Rubin und seinem Berater in gutem Kontakt.“ Und Okotie hatte ohnehin schon kürzlich mitgeteilt: „Ich bin immer offen für Gespräche.“

tz

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