Das verrückte 4:4 in Paderborn

Hattrick-Okotie über Löwen-Reaktion: "Uns war alles egal"

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Fejsal Mulic (r.) kann den dreifachen Torschützen Rubin Okotie kaum stoppen.

Paderborn/München - Die Löwen treffen in Paderborn drei Mal in Unterzahl - und am Ende reicht es doch nur zu einem Remis. Dennoch: Der TSV 1860 ist auf einem guten Weg.

Alle Gratulationen zu seinen offenbar hellseherischen Fähigkeiten lehnte Benno Möhlmann dankend ab. In einer Paderborner Zeitung hatte er vor der Partie auf ein 4:4 gegen die Effenberg-Truppe getippt, nach den wilden 90 Minuten stand genau dieses Ergebnis fest. Was weiß dieser Mann, was andere nicht wissen? Möhlmann grinste: „Ich tippe nie auf die Spiele meiner Mannschaft. Sage dann immer nur zum Spaß, dass es 4:4 oder 8:8 ausgeht.“ Treffer! Aber eins hatte der Löwen-Coach vor dem Anpfiff auch nicht auf dem Zettel: Nämlich, dass Rubin Okotie innerhalb von 26 Minuten einen lupenreinen Hattrick erzielen würde. Alle drei Treffer schoss er, als sich die Löwen nach Neudeckers Platzverweis in Unterzahl befanden – der absolute Wahnsinn. 4:3 stand es kurz vor Schluss für die Blauen, die schon 0:2 und 1:3 zurückgelegen waren – dann kam doch noch die kalte Dusche: Das 4:4 durch den Kopfball von Proschwitz.

„So ein verrücktes Spiel habe ich noch nie erlebt“, staunte Okotie, „drei Tore allerdings habe ich auch für Austria Wien schon mal geschossen. Beim 4:0 gegen Altach.“ Wie lebte es sich mit diesem Wellenbad der Gefühle? Okotie: „Der Treffer zum 4:4 war zwar bitter, aber insgesamt betrachtet, können wir schon zufrieden sein.“

Vor allem mit der Moral. Wenn man 1:3 zurückliegt und sich in Unterzahl befindet, dann kann man schon mal aufgeben. Nicht die Löwen. „Wir haben uns einfach gesagt, jetzt ist es auch schon egal, wir hauen alles nach vorne“, verriet Okotie, „und wenn wir noch zwei Treffer kassieren.“

Möhlmann dagegen hatte zu diesem Zeitpunkt innerlich bereits die Segel gestrichen: „Nach dem 1:3 dachte ich mir, das wird heute nicht mehr unser Tag.“ So kann man sich irren.

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„Nach dem Treffer zum 1:3 hatte ich gedacht, dass wir das Spiel erstmal beruhigen“, sagte der Löwencoach, „aber dann fiel ja schon das 2:3.“ Fortan ließ Möhlmann die Mannschaft einfach laufen, verzichtete zunächst auch auf Wechsel. Die Löwen gaben Gas, die Paderborner schauten dumm aus der Wäsche.

Auch wenn es am Schluss dann keine drei Punkte wurden, ärgerte sich Möhlmann unmittelbar nach dem Schlusspfiff nicht. „Da war ich nur stolz auf die Mannschaft“, sagte er, „auch wenn das i-Tüpfelchen gefehlt hat. Aber so nach und nach kam dann doch das Gefühl auf, Mensch blöde, dass wir keinen Dreier geholt haben.“

Immerhin: Es war das fünfte Pflichtspiel der Löwen ohne Niederlage, man schießt auch wieder Tore (sechs in den vergangenen zwei Partien), und Trainer Benno Möhlmann ist sicher: „Wir sind auf einem guten Weg, eine Mannschaft zu werden.“

cm

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