Keine Einigungen vor Gericht

„Rufschädigend“: Runjaic wehrt sich gegen 1860-Vorwürfe

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Dichter Terminplan beim Arbeitsgericht: Am Donnerstag wurden in der Winzererstraße auch die Fälle Runjaic und Eichin verhandelt.

München - Neue Erkenntnisse? Gar eine Einigung? Wer gehofft hatte, dass dieser Vormittag vor dem Münchner Arbeitsgericht etwas Ruhe in den aufgewühlten 1860-Kosmos bringen würde, der darf sich nun als Naivling fühlen.

Am Ende der drei Gütetermine mit Ex-Manager Thomas Eichin, Ex-Trainer Kosta Runjaic und Ex-Chefscout Peer Jaekel stand Mittwoch lediglich fest, dass es bald zu weiteren Verhandlungen vor dem Kadi kommen wird. Rechtsfrieden ist nicht in Sicht. Dafür droht den Löwen im Fall Runjaic nun auch noch eine Strafanzeige!

Profi Boenisch wird zum Streitpunkt

Kosta Runjaic: Der 45-jährige Trainer wurde am 22. November beurlaubt und klagt auf Gehaltsfortzahlung bei 1860.

Grund hierfür: 1860-Anwalt Dr. Tassilo König hatte beim Vortrag seiner Argumente, die die Einbehaltung des Runjaic-Gehalts rechtfertigen sollten, vom „Fehleinsatz eines Spielers“ und „Beratergeschäften“ gesprochen. Runjaics Anwalt Sidney Balan bezeichnete die Andeutungen als „an den Haaren herbeigezogen“ und „in höchstem Grade rufschädigend“. Man werde sich dagegen zur Wehr setzen.

Thomas Eichin: Der 50-jährige Manager und Ex-Fußballprofi bekam seine Beurlaubung am 5. Dezember. Auch er klagt auf Gehaltsfortzahlung.

Mit dem Spieler ist Sebastian Boenisch gemeint. Der 30-jährige Verteidiger ist die Personalie, mit dessen Verpflichtung die 1860-Klubspitze sowohl Runjaic als auch Jaekel belastet. Der Trainer habe Boenisch zu früh eingesetzt (mit der Folge eines Muskelfaserrisses), der fristlos gekündigte ­Jaekel wiederum hätte den Transfer zuvor schon mit Blick auf die Verletzungsakte des Ex-Bremers (u.a. Knorpelschaden) verhindern müssen. Dass Boenisch sämtliche Medizinchecks bestanden hatte und inzwischen Stammspieler ist – geschenkt. „Der jetzige Zustand sagt nichts über die Zukunft aus“, meinte 1860-Anwalt König. Jaekels Stellungnahme: „Ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind und recht bekommen werden. Ich kann mich nicht über die Mediziner hinwegsetzen.“

Weitere Ex-1860-Mitarbeiter klagen

Während das Gericht im Fall Jaekel bereits eine Hauptverhandlung für den 19. Mai (11.30 Uhr) terminiert hat und ein Vergleich schwierig erscheint, liegt bei Runjaic (Vertrag bis 2018) und Eichin (2019) eine außergerichtliche Einigung im Bereich des Möglichen. Die jüngste von den Löwen angebotene Abfindungssumme von 84.000 Euro brutto wies Runjaics Anwalt Donnerstag allerdings zurück. In den Vorverhandlungen sei noch mehr als das Doppelte angeboten worden.

Keine Zahlen gab’s bei Eichin. Auch die Verfehlungen, die Sechzig dem freigestellten, aber nicht weiterbezahlten Ex-Manager vorwirft (Verpflichtung Boenisch), blieben Donnerstag unerwähnt. Laut Eichins Anwalt Alexander Kirsch seien die Parteien im Austausch über eine Abfindung, lägen bei der Summe aber noch „weit auseinander“. Eichin ist sich keiner Schuld bewusst: „Ich mache dieses Geschäft seit 20 Jahren nach bestem Wissen und Gewissen und kann mir nichts vorwerfen, außer dass wir nicht alle Spiele gewonnen haben.“

Beschäftigungslos wird das Arbeitsgericht in Sachen 1860 so schnell nicht. Runjaics Co-Trainer Tuncay Nadaroglu und Fitnessmann Zvonko Komes werden gegen ihre betriebsbedingten Kündigungen ebenfalls vorgehen.

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