Ist er am Sonntag Kapitän?

Mölders: Schwerstarbeiter in Jubelstimmung

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Am Sonntag Kapitän? Sascha Mölders.

München - 1860-Angreifer Mölders glänzte zuletzt nicht nur als Teamplayer, sondern auch als Torschütze. Am Sonntag könnte er erstmals als Kapitän auflaufen.

Sascha Mölders hat sich dieser Tage doch ziemlich wundern müssen. „Ich finde es stark, dass die Leute selbst nach einem 6:2 noch meckern“, schrieb der Löwen-Angreifer auf Facebook. Auch wenn die Löwen bei ihrem Kantersieg vor einer Woche gegen Aue zwischendurch tatsächlich einige bedenkliche Wackler offenbart hatten, so ist Mölders Befremden durchaus nachvollziehbar. Schließlich hatte er beim bislang höchsten Löwen-Sieg in der Allianz Arena groß aufgespielt, ein Tor selbst geschossen, eines vorbereitet. Da nerven Nörgeleien ganz besonders. Trainer Kosta Runjaic, der von Mölders nach dem Schlusspfiff innig umarmt wurde, pflichtete da seinem Angreifer nachdrücklich bei: „Das war ein sehr emotionales Spiel mit vielen Strafraumszenen und Toren. Darüber muss man sich auch freuen können.“

Normalerweise steht Mölders ja nicht unbedingt im Zentrum von Jubelszenen. Er ist bei den Sechzigern mehr für die selbstlose Fleißarbeit in vorderster Front zuständig. Seine Hauptbeschäftigung besteht darin, die gegnerische Abwehrreihe mit kämpferischem Einsatz zu beschäftigen. Mölders rackert und schuftet, geht dorthin, wo es wehtut. Runjaic weiß die Schinderei des aus dem Ruhrpott stammenden Malochers sehr zu schätzen. Gerade in den vergangenen drei Partien hat sich Mölders wieder einmal verstärkt als nimmermüder Teamplayer betätigt. „Das waren sehr anstrengende Spiele. Aber Sascha ist in jeden Zweikampf gegangen, hat jeden Kopfball angenommen, er hat unheimlich viel für das Team gearbeitet“, belobigte Runjaic.

Mölders‘ Geduld zahlt sich aus

Dabei hatte sich die routinierte Offensivkraft in dieser Saison zunächst nicht gerade leichtgetan, sich einen Stammplatz zu erobern. Runjaic bot in den ersten Spielen Ivica Olic als einzige Spitze auf, Mölders saß zunächst nur auf der Bank. Nicht unbedingt geholfen hat ihm dabei, dass er nebenher den Landesligisten SV Mehring trainiert. Doch inzwischen setzt Runjaic wieder ganz auf den kantigen Angreifer: „Sascha weiß, dass er meine volle Unterstützung hat. Sascha wird die ganze Saison über ein sehr wichtiger Baustein für die Mannschaft sein.“ Auch weil das Zusammenspiel mit Olic immer besser klappt. „Die beiden harmonieren sehr gut“, sagte Runjaic.

Gegen Aue gelang Mölders sogar ein seltenes Kunststück. „Er hat ein sehr schönes Tor gemacht“, so Runjaic. Einen weiten Pass von Michael Liendl nahm Mölders – nicht unbedingt als Filigrantechniker bekannt – mustergültig mit der Brust an, schüttelte seinen Bewacher ab und schob die Kugel eiskalt ins Netz. Als Torjäger ist der gebürtige Essener bislang ja nicht sonderlich in Erscheinung getreten. Vergangenen Saison traf er in 15 Spielen vier Mal, in diesem Jahr stehen zwei Treffer in zehn Partien zu Buche. „Es war wichtig für Sascha, sich nicht nur für die Mannschaft aufgerieben zu haben. Sein Tor war die Bestätigung, die jeder Stürmer braucht“, so Runjaic.

Gut möglich, dass der Löwen-Coach vor dem Gastspiel beim SV Sandhausen (So., 13.30 Uhr) den vorbildlichen Einsatz des 31-Jährigen auch noch mit einer kleinen Beförderung würdigt. Da Stefan Aigner verletzt und Jan Mauersberger gelbgesperrt ist, wird noch ein Aushilfskapitän gesucht. Als mannschaftsdienlicher Schwerstarbeiter kann Mölders für dieses Amt vorzügliche Qualifikationen vorweisen.

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