Schäfer: "Dann bin ich eben der Buhmann"

Robert Schäfer ist mit 34 Jahren Geschäftsführer des TSV 1860
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Robert Schäfer ist mit 34 Jahren Geschäftsführer des TSV 1860

München - Robert Schäfer verzeichnet erste Erfolge als Sanierer des TSV 1860. In einem Interview erklärt er das Engangement des Investors Nicolai Schwarzer. Einem möglichen Misserfolg stellt er sich.

Ein "Himmelfahrtskommando" habe Robert Schäfer da übernommen, meinte 1860-Vize Dieter Schneider auf der Delegiertenversammlung und dankte dem neuen Geschäftsführer für dessen Löwen-Mut. Mittlerweile ist die Sanierung in vollem Gange - Ausgang ungewiss.

Die Zehn-Prozent-auf-alle-Aktion scheint schon mal zu funktionieren. Schäfer ist nach wie vor "guten Mutes, dass alle mitmachen", wie er im Interview mit dem "Münchner Merkur" verrät.

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Dann kommt der nächste Schritt: die Spielerreduzierung in der Winterpause. "Wir müssen uns über jeden einzelnen Spieler Gedanken machen, und die Mannschaft, die wir danach haben, muss auch in der Lage sein, erfolgreich zu sein und oben mitzuspielen", weiß Schäfer.

Ganz ausschließen kann er es nicht, dass die Löwen mit abgespecktem Kader in der Rückrunde am Dauerziel Aufstieg scheitern. "Dann bin ich eben der Buhmann, dann muss ich diese Verantwortung übernehmen", sagt der 34-Jährige: "Wir haben die Verpflichtung, den Verein zu sanieren und auf gesunde wirtschaftliche Füße zu stellen. Wir müssen unser Budget so in den Griff kriegen, dass wir bestehen und erfolgreich spielen können, auch in der zweiten Liga."

Wie lange werden wir dieses Team noch sehen?

Wie lange werden wir dieses Team noch sehen?

Gabor Kiraly: Beim gut verdienenden Keeper gibt es eine Option bis 2012, Ersatzmann Tschauner könnte im Sommer ablösefrei gehen. © Sampics
Stefan Buck: Der vielseitige Zugang aus Augsburg ist eine Bank in der Defensive - und soll das auch nächstes Jahr noch sein © Sampics
Kai Bülow: Der Rostocker dürfte auch nächste Saison noch da sein. Im Gegensatz zu Kamerad Ghvinianidze, dessen Vertrag ausläuft. © Sampics
Stefan Bell: Die Leihgabe aus Mainz ist nach der Saison wieder weg. Nur der Aufstieg könnte daran was ändern. © Sampics
Antonio Rukavina: Der Serbe stand schon auf der Sommer-Transferliste, es fand sich kein Abnehmer. Ob die Nachfrage im Winter größer ist? © Sampics
Aleksandar Ignjovski: 1860 hat die Kaufoption an den AC Florenz veräußert. Andere Klubs dürfen die 2,2 Millionen Euro aber noch überbieten. © Sampics
Florin Lovin: Der Rumäne ist derzeit einer der Leistungsträger – und der aussichtsreichste Verkaufskandidat im Winter. © Sampics
Alexander Ludwig: Manager Stevic überlegte bereits, den Thüringer im Winter abzugeben, nun kriegt „Lude“ vielleicht doch noch die Kurve bei 1860. © Sampics
Daniel Bierofka: Der Vertrag des Kapitäns läuft aus, er hat sich eine Anschlussbeschäftigung zusichern lassen. Zwei, drei Jahre als Fußballer sind sicher noch drin. © Sampics
Stefan Aigner: Ob Stefan Aigner (Vertrag bis 2012) nächste Saison noch hier ist, muss stark bezweifelt werden. © Sampics
Daniel Halfar: Nach Nserekos Rauswurf ist Halfar erster Anwärter auf die Aigner-Nachfolge. © Sampics
Moritz Leitner: Beim Youngster sollten sich die Fans keine großen Hoffnungen auf eine weitere Saison bei 1860 machen. BVB-Coach Klopp will ihn im Sommer. © Sampics
Benny Lauth: Über eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages wurde noch nicht verhandelt. Das Gehalt müsste wohl deutlich reduziert werden. © Sampics

Abseits des Rasens verzeichnet Schäfer bereits die ersten kleinen Erfolge im Nachbarschaftsstreit mit dem Arena-Vermieter FC Bayern. "Ich habe das Gefühl, es wird wohlwollend registriert, dass wir bei uns selber anfangen", weiß Schäfer zu berichten, der dazu ansonsten nicht viel sagen will. Nur so viel: "Bis jetzt waren das sehr gute, konstruktive Gespräche. Die Bayern waren immer sehr schnell für Termine erreichbar, die Führungsspitze hat uns gezeigt, dass sie wirklich mit uns kommunizieren will."

Wer am Montag auch wieder kommunizieren wollte, ist Investor Nicolai Schwarzer, der bereits zwei Millionen Euro in die Löwen gesteckt hat und zu Gesprächen über einen Anteilskauf an der Grünwalder Straße zu Besuch war. Was exakte Beträge angeht, schweigt Schäfer. Aber er gibt zu bedenken: "Wir haben mehrere Investoren, Herr Schwarzer ist nicht der einzige."

Bei dem dubios anmutenden Geschäft mit dem Berliner Immobilienhändler handle es sich um ein ganz normales Investment, das mit einer Rendite bezahlt wird. Schäfer: "Wir haben mit Herrn Schwarzer eine Vereinbarung gefunden, die für ihn attraktiv ist, und die wollen wir fortführen."

kim

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