Ex-1860-Geschäftsführer spricht

Schäfer über Ismaik: „Hat der Investor einen schlechten Tag, fliegt auch mal der Trainer raus“

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Hasan Ismaik ist 2011 beim TSV 1860 München eingestiegen.

Die 50+1 Regel erhitzt die Gemüter. Robert Schäfer von Fortuna Düsseldorf will sie behalten - was auch mit seiner Zeit beim TSV 1860 zu tun hat. Schäfer verrät pikante Details über Investor Hasan Ismaik.

München - Die Diskussionen über die 50+1-Regel und deren Fortbestand im deutschen Profifußball werden aktuell wieder sehr heiß geführt. Auch Robert Schäfer, Vorstandsvorsitzender bei Fortuna Düsseldorf, hat dazu eine klare Meinung und spricht dabei aus Erfahrung. Er war Geschäftsführer beim TSV 1860 München, als Hasan Ismaik als Investor eingestiegen ist.

„Ich bin ganz klar für den Erhalt der 50+1-Regel“, sagt Schäfer. in der Monatsgausgabe des kicker. „Es muss das Ziel eines jeden Vereins sein, die Selbstständigkeit zu erhalten, anstatt sich zu verkaufen.“ 

Dass der Einstieg eines Investors keine Erfolgsgarantie ist, zeigt das Beispiel des TSV 1860. 2011 noch zweitklassig, spielen die Blauen in der laufenden Saison in der Regionalliga Bayern.

Eines der Probleme, die zu diesem Absturz geführt haben, sieht Schäfer im unklaren Kurs von Ismaik. "Das Problem waren die ständigen Strategiewechsel. Diese basierten letztlich auch auf den Emotionen des Investors", erklärt der Ex-Geschäftsführer der Giesinger. "Wenn der Investor nach einem halben Jahr das Gefühl hatte, die Strategie ändern zu müssen, wurden dafür direkt neue Leute geholt, und alles wurde umgeworfen. Ein neuer Trainer, eine neue sportliche Führung, neue Spieler. Nichts konnte sich entwickeln. Es führte am Ende zum Chaos und 2017 zum Abstieg in die Viertklassigkeit."

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„Hat der Investor einen schlechten Tag, fliegt auch mal der Trainer raus“

Die Macht eines einzelnen Investors sowie dessen massive Einflussnahme auf Entscheidungen sind ohnehin ein Szenario, das vielen Fans den Schweiß auf die Stirn treibt. Rationalität sei eben nicht zwingend der erste Ratgeber der Person, die den Geldhahn auf- oder zudrehen kann, warnt Schäfer. 

"Sobald ich als Verein eine Person mit so viel Geld ins Boot hole, bin ich auch von deren Emotionen abhängig. Hat der Investor einen schlechten Tag, fliegt auch mal der Trainer raus. Das hat nichts mehr mit einer strategischen fußballerischen, sondern mit einer emotional-reputationsbezogenen Entscheidung zu tun.“

Aus seiner Zeit beim TSV 1860 München kann Schäfer sogar Situationen nennen, in denen Hasan Ismaik die Muskeln spielen ließ. "Wir hatten bei 1860 mehrere Situationen, in denen wir bei Spielertransfers alles ausverhandelt hatten und dann fünf, sechs Stunden auf das Go des Investors warten mussten. Nur weil der Investor zeigen wollte, dass er derjenige ist, der die Entscheidungen trifft."

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sh

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