Wie sich der Kapitän zurückkämpfen will

Schindler läuft dem Fluch davon

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Christopher Schindler beim Training in Marbella.

München - Auch die Innenverteidigung zählt zu den Baustellen bei den Löwen. Kapitän Christopher Schindler erklärt nun, wie er das Rennen um die Stammplätze in der Abwehr und sein Kapitänsamt sieht.

Im defensiven Mittelfeld haben die Löwen mit Anthony Annan nachgerüstet, eine Mittelstürmer-Alternative zu Rubin Okotie wird eventuell noch dazukommen. Doch bei der eigentlichen blauen Achillesferse in den bisherigen 19 Saisonspielen setzen Sportchef Gerhard Poschner und Trainer Markus von Ahlen auf die Kräfte der Selbstheilung. Die Rede ist von der Innenverteidigung, die ihre Ligatauglichkeit bislang in keiner Kombination nachhaltig unter Beweis stellen konnte. Egal ob Sommer-Zugang Gary Kagelmacher auflief, der lange Zeit verletzte Kai Bülow, Christopher Schindler oder Gui Vallori (der sein Potenzial noch am ehesten ausschöpfte): Viele der 31 Gegen­tore resultierten aus Fehlern in der Abwehrzentrale. Erst zum Jahresende hin, bei den beiden 1:1 gegen Kaiserslautern und in Leipzig war durch die generell defensiver ausgerichtete Spielweise Stabilität erkennbar.

Ein Hoffnungsschimmer für die Löwen-Fans und Coach von Ahlen, ein Auslöser von gemischten Gefühlen für den Kapitän. Christopher Schindler musste eben jene Teilerfolge krankheitsbedingt als Zuschauer verfolgen, während sich Vallori und Kagelmacher mit einem Vertrauensbonus in den Weihnachtsurlaub verabschiedeten.

Wie es gegen Heidenheim am 9. Februar weitergeht? Beim Test gegen Kiew (0:2) setzte von Ahlen in der Start­aufstellung mit Angha, Kagelmacher, Vallori und Wittek auf die Viererkette von Leipzig. Heute beim vorletzten Test der Vorbereitung gegen die Ungarn von Videoton Szekesfehervar werden die nächsten Fingerzeige erwartet. „Die Vorrunde war sehr schwierig, von daher hab ich keinen Kredit wegen meinem Kapitänsamt“, weiß Schindler. „Ich seh’s im Moment offen, die endgültige Startelf ist noch nicht festgelegt. Fakt ist aber, dass es jetzt in die heiße Phase geht, wo gewisse Tendenzen erkennbar sein werden.“

Schindler weiß, dass er von vielen Beobachtern besonders kritisch gesehen wird. Kapitän ja, Anführer naja, hört man oft, wenn die Rede auf den Perlacher kommt. Zuletzt war gar von einem „Fluch“ der blauen Kapitänsbinde zu lesen, die den Träger angeblich seiner Kraft und Konzentration beraube.

Schindler, der seit seinem neunten Lebensjahr für 1860 spielt, nimmt’s äußerlich gelassen. „Für mich als Quasi-Urgestein bei Sechzig ist das Kapitänsamt eine Riesensache, das Beste was es gibt“, sagt er. „Ich bin 24, das ist für einen Kapitän sehr jung, aber ich will Verantwortung tragen.“

Und zwar auch auf dem Platz. „Ich habe den Anspruch an mich selbst, zu spielen“, sagt Schindler. „Wir haben zu viele einfache Gegentore bekommen, woran ich zum Teil beteiligt war, das muss ich mir vorwerfen.“

An Selbstkritik mangelt es dem ehemaligen U21-Nationalspieler nicht, er hat das große Ganze im Blick, die schwierigste Situation bei 1860 seit Jahren. „Wir sollten jetzt nicht die Baustelle Kapitän aufreißen“, sagt er. „Wir müssen alle Verantwortung übernehmen.“

Hoffnung macht Schindler der neu entstandene Teamgeist. Er wolle keine hohlen Phrasen dreschen, sagt er. „Es ist einfach so. Das Mannschaftsgefüge hat sich sehr gebessert, es sind Querverbindungen entstanden zu Spielern, die anfangs noch gefremdelt haben. Es mag paradox klingen, aber jedes Mal, wenn draufgehauen wurde, sind wir enger zusammengerückt. Wir sind ein eingeschworener Haufen geworden.“

Lang genug hat’s gedauert.

lk

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