"57,58, 59, Sechzig!"

Sky-Löwen-Doku: Das war in Folge drei zu sehen

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Vorentscheidendes Gespräch: Trainer Markus von Ahlen (l.) nach dem Spiel mit Sportchef Gerhard Poschner nach der Heimpleite gegen Heidenheim.

München - Das Trainingslager in Marbella, das Heidenheim-Spiel, Details zur Entlassung von Markus von Ahlen und dem ersten Einsatz von Neu-Trainer Fröhling - wir verraten, was die Sky-Löwen-Doku in Folge drei zeigte.

Vor dem Spiel gegen den FC Ingolstadt am Montagabend (1:1) lief der dritte und damit vorletzte Teil der Löwen-Dokumentation "57,58, 59, Sechzig!" auf Sky. Dieser deckte die Ereignisse zwischen dem Trainingslager in Marbella und dem Heimsieg gegen den FC St. Pauli ab. Wir fassen zusammen, was dort zu sehen war.

Trainingslager in Marbella

Torhüter Stefan Ortega und Christopher Schindler sind beim Karten spielen im Hotel zu sehen. Sie sprechen über den Zusammenhalt im Team. "Wir haben ein paar Sachen im Laufe der Vorrunde unternommen", erzählt Schindler. "Da haben wir uns besser kennen gelernt. Wir sind zusammen durch die schwere Phase gegangen bis jetzt. Ich habe jetzt auch ein viel besseres Gefühl, wenn ich hier in der Mannschaft bin."

Das sieht auch Ortega so. Mit Blick auf das Trainingslager sagt er: "Das hat den Zusammenhalt gestärkt, dass man den ganzen Tag miteinander verbringt. Man tritt viel mehr als Gemeinschaft auf."

Zu sehen war auch die Begrüßung von Neuzugang Anthony Annan durch Markus von Ahlen und Gerhard Poschner und am anschließenden Morgen durch die Mannschaft. Daylon Claasen kristallisierte sich als erster Ansprechpartner für Annan heraus.

Auch der Langzeitverletzte Edu Bedia kam zu Wort. "Das schwierigste ist, dass man den Ball nicht sieht. Für mich ist das sehr hart, alleine zu trainieren und nicht Teil der Mannschaft zu sein", sagte er traurig. "Irgendwann hast du das Gefühl, dass du nicht mehr dazu gehörst."

Das Heidenheim-Spiel

Vor dem Spiel gab sich Trainer Markus von Ahlen zuversichtlich. "Ich hoffe einfach, dass wir die richtige Mischung aus Lust und Konzentration und Spannung haben", gab er dem Team mit auf den Weg. Zur Pause (die Löwen führten 1:0) forderte er: "Weiter aktiv! Wir bleiben dabei! Das ist wichtig!" Es kam anders, Sechzig unterlag noch mit 1:2. Schon nach dem Ausgleich wusste von Ahlen: "Jetzt wird es ungemütlich."

Nach der Partie führten Sportchef Gerhard Poschner und von Ahlen noch in der Kabine ein intensives Gespräch. Poschner sprach im darauf gezeigten Interview, das nicht mit einem Datum versehen wurde, darüber: "Wir haben beide nach Antworten gesucht. Es war einfach ein Punkt da, wo man gespürt hat, man weiß nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Keiner hat eine Erklärung gehabt für diese zweite Halbzeit."

Schon da war Poschner anscheinend klar, dass auf der Trainer-Position gehandelt werden musste. "Das war so der Punkt, wo ich nach Hause gegangen bin und mir gedacht hab, es wird schwer, diesen Turnaround noch einmal zu schaffen. Markus hat alles versucht, gute Arbeit abgeliefert. Aber es gibt im Fußball eben auch eine emotionale Ebene und ich glaube, das ist nicht alles ganz optimal zu seinen Gunsten gelaufen." Nach Angaben von Sky sondierte Poschner nach dem Heidenheim-Spiel bereits den Trainermarkt. Von Ahlen schien dies zu ahnen, bekam aber mit dem Spiel in Darmstadt eine letzte Chance.

Die Entlassung von Markus von Ahlen

Nach dem 1:1 bei den Lilien wurde der Trainer am 18.2. entlassen und verabschiedete sich einen Tag später von der Mannschaft. Seine bewegenden Abschiedsworte durfte Sky in der 1860-Kabine filmen. "Ich will mich herzlich bedanken bei allen, für die super Zusammenarbeit, die hab' ich so empfunden. Ihr habt immer mitgezogen, immer Gas gegeben. Dafür herzlichen Dank! Ich glaube, es fehlt jetzt einfach das letzte Quäntchen."

Dann sprach er seinen Ex-Team Mut zu: "Haut Pauli weg am Wochenende! Dann werdet ihr sehen, geht einiges einfacher. Das Erfolgserlebnis hat uns gefehlt, wir waren nah dran. So ist Fußball. Ich wünsche euch allen persönlich nur das Beste und sportlichen Erfolg. Wir, Tapo (Co-Trainer Filip Tapalovic, d.Red.) und ich sind davon überzeugt, dass ihr das packt! Wenn ihr richtig zusammenhaltet. In diesem Sinne vielen Dank! Rockt die Sache!" Dann verabschiedete von Ahlen sich persönlich mit einer Umarmung von jedem Spieler.

Danach stellt sich der entlassene Coach den Fragen von Sky, bevor er das 1860-Gelände verließ. Er zögerte bekanntlich, den Cheftrainer-Posten zu übernehmen, tat dies dann aber doch. "Wenn man diesen Schritt geht, dann weiß man das, welche Konsequenzen drohen. Dem stellt man sich dann auch", sagte er und fügte dann sichtlich mitgenommen hinzu: "Jetzt möchte ich erst mal einen Moment für mich alleine sein."

Danach ist wieder Sportchef Poschner zu sehen, der über die Trainersuche spricht. Er beklagt: "Das Außergewöhnliche ist und war bei Sechzig München, dass alles in einem sehr großen Rahmen auch leider nach außen dringt. Das ist nicht förderlich. Und das ist etwas, das definitiv besser werden muss."

Der neue Trainer Fröhling und das Pauli-Spiel

Der neue Trainer Torsten Fröhling wurde im Training verkabelt, so dass einige Anweisungen an sein Team den Weg in die Sky-Doku gefunden haben. Hier ein Auszug:

  • "Ihr könnt alle kicken, ihr müsst bloß den Mut haben!"
  • An Maxi Wittek, Martin Angha und einen dritten Spieler: "Warum coacht ihr euch nicht? Ihr drei, wenn ihr immer nur hin und her trabt, dann spielt ihr morgen noch hier. Dann hör ich auch nicht auf, dann lauft ihr bis zum kotzen.
  • "Das ist doch lieblos, was ihr hier macht! Alibi! Ich lauf mal da hin!"
  • "Da spring ich doch mal rein, lasst euch doch nichts gefallen!"

Bekanntlich gewann Fröhling sein erstes Spiel als Cheftrainer mit 2:1 gegen den FC St. Pauli - wie von Markus von Ahlen gewünscht.

Wann der vierte Teil der Löwen-Doku ausgestrahlt wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

fw

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