Wie Michael Köllner Weihnachten feiert

Messe-Muße bei Rainer Maria Schießler: „Gegenpol zum durchgetakteten Alltag“

Pfarrer Rainer Maria Schießler mit 1860-Trainer Michael Köllner beim Adventssingen 2019.
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O du Fröhliche: Pfarrer Rainer Maria Schießler und 1860-Coach Michael Köllner.

Kein opulenter Gabentisch, mehr innere Einkehr. So stellt sich Michael Köllner Weihnachten vor - und entsprechend bescheiden-bodenständig feiert der Erfolgstrainer des TSV 1860.

  • Sportlich war für Michael Köllner bereits Bescherung: Mit Leihstürmer Biankadi ist das Kaderpuzzle wieder komplett.
  • Auf die „Selbstisolation“ während der Saison folgt eine coronabedingt „extrem reduzierte“ Familienzeit.
  • Bereits am 27. Dezember beginnt die Vorbereitung auf 2021, das sportlich mit dem Derby gegen Bayern II beginnt (9. Januar, 14 Uhr).

Sportlich war für Michael Köllner bereits am Tag vor Heiligabend Bescherung. Mit der Verpflichtung von Angreifer Merveille Biankadi (25, Heidenheim) ist das Kaderpuzzle der Löwen wieder komplett, der Verlust von Martin Pusic (33) dürfte durch das Leihgeschäft mehr als kompensiert sein. Und was wünscht sich der 1860-Coach sonst so zu Weihnachten?

„Materielles“ sei für ihn nicht wichtig, betont er immer wieder. Überhaupt wünsche er sich, dass die Menschen sich der eigentlichen Bedeutung des Weihnachtsfestes bewusst werden. Entsprechend bodenständig wird der bekennende Christ das Fest der Liebe verbringen, wie er gegenüber unserer Redaktion schildert:

„Zum Weihnachtsfest gehört für mich grundsätzlich eine Christmette und ich hoffe, dass es möglich sein wird, diese auch in Zeiten der Pandemie zu besuchen. In den vergangenen Wochen war ich regelmäßig in der Messe von meinem Lieblingspfarrer Rainer Maria Schießler – diese Momente des Innehaltens, die man in einem Gottesdienst erlebt, sind für mich immer ein sehr schöner Gegenpol zu dem durchgetakteten Alltag.

Die Möglichkeit, mal den Stecker zu ziehen.

1860-Trainer Michael Köllner.

Weihnachten an sich ist für mich immer ein dreigeteiltes Fest. Zunächst einmal geht damit die Winterpause einher und die ist die Möglichkeit, mal den Stecker zu ziehen – vor allem in dieser Saison, in der es nur eine ganz kurze Unterbrechung gibt, in deren Anschluss es dann direkt weitergeht. Daher geht es darum, die Tage zu nutzen, um komplett herunterzufahren. Wie und wo ich das machen werde, steht noch nicht ganz fest.

Dann geht es darum, dem Weihnachtsfest in einer entsprechenden Art und Weise zu begegnen. Das heißt, dass man sich in der Vorbereitung die Intention und den Hintergrund des Weihnachtsfests noch einmal vergegenwärtigt. Und schließlich ist das Weihnachtsfest normalerweise ein Fest, an dem man Verwandte und Freunde wiedersieht. In diesem Jahr wird das aufgrund der pandemiebedingten Beschränkungen leider nur in einem extrem reduzierten Maße möglich sein – als Mannschaft haben wir uns und unseren Familien ja ohnehin eine Art „Selbstisolation“ auferlegt, um unseren Beruf konsequent ausüben zu können.

Nur eine Woche frei für Köllners Löwen

Zudem wird es für uns im Fußball nur eine sehr kurze Pause, denn wir starten am 27. Dezember schon wieder ins Training. Wir haben also nur eine komplette Woche frei. Das habe auch ich so noch nie erlebt. Bereits während der Saison, also seit August, war die Schlagzahl sehr hoch. Es gab für uns keine Länderspielpausen, daher hatten wir höchstens zwei Tage am Stück frei. In der Regel mussten wir mit maximal vier freien Tagen im Monat auskommen. Vom 27. Dezember an geht es in dieser Taktung bis zum Sommer weiter, daher ist es wichtig, die freie Woche zu nutzen, um Kraft zu tanken und die Akkus wieder aufzuladen.

Die Anforderungen an die Spieler und den Staff, aber auch an mich als Chef-Trainer werden in der Rückrunde nicht geringer. Insofern werde ich mich ein paar Büchern widmen, um für mich, für mein Leben und für meine Mannschaft die eine oder andere Inspiration zu erhalten.“

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