1860 jetzt auf Platz 16

Derby-Pleite! Absturz der Löwen weiter ungebremst

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Nürnberg war im eigenen Stadion gegen 1860  die tonangebende Mannschaft.

Nürnberg - Der 1. Nürnberg hat sich mit einem Sieg im Duell der Ex-Meister Luft im Abstiegskampf verschafft und die Krise bei 1860 München weiter verschärft.

Noch vor einigen Tagen, nach dem 0:2 zu Hause gegen den FSV Frankfurt, hatte Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer einmal mehr folgende Behauptung in die Welt gesetzt: „Wir sind auf dem richtigen Weg!“ Schon damals gab’s großes Kopfschütteln als Reaktion, und daran hat sich auch Montag Abend nichts geändert. Beim 1:2 (1:2) in Nürnberg war nämlich von einem „richtigen Weg“ erneut nichts zu erkennen. Die Löwen haben sich endgültig im Tabellenkeller (Relegationsplatz) festgesetzt, und große Hoffnung auf Besserung bleibt auch nach dem Nürnberger Auftritt nicht.

Yannick Stark brachte es auf den Punkt: „Eine Scheißsituation!“ Und andere Spieler legten nach. „Die Tabelle lügt nicht mehr am 16. Spieltag“, stellte Daniel Adlung fest. „Es ist viel zu einfach, gegen uns Tore zu erzielen. Wir müssen aufwachen, und dürfen nicht weiter in den Strudel da unten geraten.“ Davor warnte auch Torhüter Stefan Ortega. „Es ist kurz vor knapp“, sagte er, „das, was wir gezeigt haben, ist im Abstiegskampf zu wenig. Da musst du viel bissiger auftreten. Wir sind jetzt da unten am Arsch, und dürfen den Rückstand nicht zu groß werden lassen.“

Mulic im Sturmzentrum als Okotie-Ersatz

Löwen-Coach Markus von Ahlen hatte anstelle des erkrankten Rubin Okotie den 20-jährigen Fejsal Mulic aus der U21 ins Sturmzentrum gestellt, und dafür den defensiven Mittelfeldspieler Ilie Sanchez auf die Bank gesetzt. Ein anderer Youngster, Marius Wolf, hatte gleich vom Start weg zwei gute Möglichkeiten, den TSV 1860 in Führung zu schießen. Nach fünfzehn Sekunden scheiterte er an Torhüter -Rakovsky, und in der vierten Minute schoss der Ex-Nürnberger knapp am langen Eck vorbei. Da dachte man eigentlich, dass die Löwen gleich in der Spur wären. Ein Irrtum. Das war’s dann nämlich.

Und nach einer Viertelstunde lagen die Blauen auch mit 0:1 zurück. Alessandro Schöpf, ein Ex-Bayer, hatte Schindler zum Tanz gebeten, der fand sich auf dem Hosenboden wieder, und der Österreicher haute den Ball ganz cool ins Tor. Yannick Stark hätte drei Minuten später mit einem tollen Volleyschuss fast für den Ausgleich gesorgt, aber im Gegenzug ein weiterer Nackenschlag für die Löwen: Ein Konter, Sylvestr war nicht zu stoppen und nagelte die Kugel in den Winkel (17.)..

Ein Sechser, viele Fünfer: Löwen verlieren Derby in Nürnberg

Eine 6, drei Mal die 5: Löwen verlieren Derby in Nürnberg

Nicht nur da ging’s in der Löwen-Abwehr drunter und drüber. Vallori hätte in der 27. Minute fast ein kurioses Eigentor geschossen, zum Glück stand Torhüter Ortega beim „Befreiungsschlag“ des Spaniers im Wege. Das mit den Eigentoren konnten die Nürnberger dann auch besser. Nach einer Flanke von Wittek wollte Mössmer den Ball lässig mit der Brust entschärfen, ließ ihn aber ins Nürnberger Gehäuse prallen (28.).

Von Ahlen: "Die junge Mannschaft braucht Zeit"

Viel Glück für die Löwen. Ob Sportchef Gerhard Poschner solche Situationen gemeint hat, als er am Montag im kicker Folgendes feststellte: „Ich bin ein Glückskind. Ich weiß: Egal, was passiert, das Glück wird mir am Ende zur Seite stehen.“ Aber was bedeutet noch Glück beim TSV 1860? Dass man dem Abstieg am Ende entgeht? Viel zu sehen war von den Blauen auch in der zweiten Halbzeit nichts mehr. Okotie ging an allen Ecken und Enden ab. „Da fehlt uns dann Qualität“, sagte Stark.

Eine Chance durch Vallori, dessen Kopfball von Rakovsky glänzend abgewehrt wurde (85.),  mehr war nicht. Zu diesem Zeitpunkt waren die Löwen nur noch zu zehnt, da Martin Angha an alter Wirkungsstätte mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war (58.). „Da war es dann schwer, dem Rückstand hinterherzulaufen“, sagte von Ahlen.  Und fügte hinzu: „Diese junge Mannschaft, die wir jetzt haben, braucht Zeit.“ Welche Zeit?

Das Spiel im Ticker nachlesen!

lk

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