König Kiraly!

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Kenny Cooper kurz nach dem 2:0.

München - Das hat Ewald aber nochmal so richtig spannend gemacht. Da befanden sich die Löwen gegen Hertha BSC schon auf dem besten Weg, eine 2:0-Führung ohne großes Tam Tam über die Bühne zu bringen, und dann sorgte der eigene Trainer für den Bruch.

In der 68. Minute wechselte Lienen Beda und Cooper aus, brachte Ghvinianidze und Ludwig – ein totaler Schuss in den Ofen. Die Hertha glich aus, Verlängerung, Elfmeterschießen. Bei der Auswahl seiner Schützen bewies Lienen dann wieder ein glückliches Händchen. Hoffmann, Ludwig, Mlapa und Felhi versenkten ihre Bälle kompromisslos, bei der Hertha versagten Kacar (Király hielt) und Ex-Löwe Janker (schoss drüber) – damit war der Fall erledigt.

Einmal die 1! Einzelkritik und weitere Bilder des Spiels

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2:2 und 4:1 im Elferschießen – die Löwen stehen im Pokalachtelfinle und der Verein kassiert dafür 493 000 Euro. Geld, das der TSV 1860 bestens gebrauchen kann. Derjenige, der hinterher am meisten durchatmetete, war der Trainer. Und durchaus zur Selbstkritik fähig. Lienen war sich im Klaren darüber, dass die Auswechslungen nicht gerade die allerbeste Idee in seinem Leben waren: „Wenn wir heute verloren hätten, dann hätte es nur einen Schuldigen gegeben. Das wäre ich gewesen. Denn nach den Wechseln haben wir die Kontrolle verloren und unser ganzes Spiel ist zusammengebrochen.“

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Dass er auch noch Mate Ghvinianidze ins defensive Mittelfeld stellte, dürfte ihm in Zukunft nicht mehr passieren. Lienen: „Der Wechsel war völlig daneben. Mate ist dort ja überhaupt nicht zurechtgekommen. Das war gar nix. Weder nach vorn, noch nach hinten. Rösler zu bringen, wäre die richtige Entscheidung gewesen “ Und dann gab der Trainer zu: „Cooper rauszunehmen, war keine glückliche Entscheidung.“ Das hatten sich die 17 000 Zuschauer ebenfalls gedacht, als der Ami kopfschüttelnd das Feld verließ.

Der 24-jährige Angreifer hatte die Hertha-Abwehr nämlich bis dahin so richtig auf Trab gehalten und mit einem herrlichen 17-Meterschuss das 2:0 erzielt. Die Vorarbeit hatte Sandro Kaiser nach einem tollen Solo geleistet. Ebenso beim 1:0, als Bengtsson nichts anderes zu tun wusste, als den Ball nach Kaisers Ecke ins eigene Tor zu drücken. Nach Lienens Wechsel-Malheur allerdings wurden die Berliner auf einmal richtig stark. Ramos und Domowtschinski besorgten blitzschnell den Ausgleich und die Löwen retteten sich mit hängender Zunge in die Verlängerung, wo sie ebenfalls mehr Glück als Verstand hatten. „Da war bei uns Jugend forscht am Werk“, sagte Lienen, „und nur Gabor Kiraly und der liebe Gott haben uns im Spiel gehalten. Ich kann mich nur bei ihm bedanken, dass er uns ins Elferschießen gerettet hat.“

Er meinte Kiraly und nicht den lieben Gott… Aber auch mit 55 lernt ein Trainer noch dazu. Und letztendlich wurde das Ziel ja doch erreicht. In der dritten Hauptrunde gibt’s dann über eine Million zu verdienen. Auslosung am Samstag im ZDF-Sportstudio…

Claudius Mayer

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