„Ich möchte nicht noch einmal Regionalliga spielen“

Gebhart: Aufstieg oder Abschied - Relegation wird zum Schicksalsduell

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Timo Gebhart will mit seinem TSV 1860 München unbedingt in die 3. Liga.

Timo Gebhart ist wieder da. Er will spielen - das war bereits in den vergangenen beiden Wochenenden zu sehen. Am Samstag wartet Bayreuth, dann geht es gegen Saarbrücken um den Drittliga-Aufstieg - zwei Schicksalsspiele für Gebhart.

München - Für den TSV 1860 München wartet noch eine Pflichtaufgabe, dann kommt die Kür. Nach dem letzten regulären Saisonspiel am Samstag (14 Uhr) gegen die abstiegsgefährdete SpVgg Bayreuth warten die beiden Aufstiegsspiele gegen den 1. FC Saarbrücken. Für die Löwen geht es um alles oder nichts, um den direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga nach dem tiefen Fall im Vorjahr. Zur Endphase der Saison kommt der Spielmacher zurück: Timo Gebhart will mehr spielen - und in den Aufstiegsspielen seinen Klub zurück in die dritthöchste deutsche Spielklasse führen.

„Ich fühle mich gut. Ich will wie jeder Fußballer spielen, aber am Ende entscheidet der Trainer. Er ist erfahren genug, um zu sehen, wie weit ich bin“, sagte Gebhart bei der „Löwenrunde“ im Vorfeld des letzten Regionalliga-Spiels. Er hatte nach dem Gewinn der Meisterschaft am vergangenen Wochenende in Pipinsried (3:0) allerdings nicht so ausgelassen gejubelt - wohl auch, weil er nur knapp 20 Minuten zum Einsatz kam. „Klar, habe ich mich über die Meisterschaft gefreut, aber das große Ziel ist der Aufstieg und dann werde ich mich richtig freuen. Und natürlich wollte ich nach dieser langen Verletzung mehr spielen. Aber wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste. Bei uns zählt nicht der Einzelne. Ich bin deshalb auch nicht sauer“, stellte Gebhart am Dienstag klar.

Gebhart: „Ich habe so hart trainiert wie noch nie in meinem Leben“

Er vertraue Trainer Daniel Bierofka, der sich sicher einen Plan ausgedacht habe, wie es mit ihm weitergeht. Bis dahin müsse er sich weiter im Training zeigen und - hoffentlich - gegen Bayreuth etwas mehr spielen, sodass er pünktlich zum ersten Aufstiegsspiel gegen den Meister der Regionalliga Südwest fit ist. Trotzdem gibt es gegen Bayreuth keine Schonzeit für das Team: „Wir wollen am Samstag das Spiel gewinnen, um mit einem positiven Erlebnis aus der regulären Saison zu gehen“, sagt Gebhart. Deshalb gilt für ihn: „Ich ziehe nicht zurück. Ich werde alle Wege gehen. Habe in den letzten Wochen und Monaten so hart trainiert wie noch nie in meinem Leben. Ich stehe viel besser da als vor der Verletzung.“

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Bei Saarbrücken kennt er einige Spieler aus seiner Vergangenheit in Nürnberg, Rostock und der Jugend in Memmingen. Er sagt über den Gegner: „Ich sehe sie als sehr starke Mannschaft mit zwei richtig starken Stürmern. Sie haben das doppelte Budget im Vergleich zu uns, aber in solchen Spielen kann alles passieren. Es wird nicht einfach für Saarbrücken. Wir brauchen zwei richtig gute Tage und dürfen uns nicht verstecken. Wir sind schließlich Meister.“

Für Gebhart gibt es wohl nur eine Löwen-Zukunft in der 3. Liga

Das große Plus in dieser Saison aus seiner Sicht: die Mannschaft „Die Jungs haben immer alles gegeben und alles rausgeholt. Solche Spiele wie gegen Saarbrücken sind dazu da, noch einmal einen draufzupacken. Und wer mich kennt weiß, dass ich genau dafür der Typ bin. Ich werde alles geben.“ Damit wolle sein Team auch die treuen Fans belohnen: „Was in Pipinsried los war, war der Wahnsinn. Wir wollen gemeinsam mit unseren Fans aufsteigen. Denn wir müssen noch etwas gutmachen. Der direkte Wiederaufstieg wäre zudem ein Zeichen an alle da draußen, dass wir noch da sind.“

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Timo Gebhart beim Comeback-Training im Winter.

Das ist wohl auch wichtig, denn die Zukunft von Gebhart bei den Blauen ist bislang noch ungeklärt. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Es liegen laut seiner Aussage Angebote anderer Klubs vor, sein erster Ansprechpartner bleibe aber der TSV 1860 - vermutlich aber nur solange der Klub auch wirklich den Aufstieg in die 3. Liga schafft. Er sagt: „Ich möchte nicht noch einmal Regionalliga spielen. Deshalb müssen wir jetzt alle an uns glauben. Die Meisterschaft hat uns noch einmal Energie dafür gegeben. Wir müssen einfach drauflos spielen.“ Denn weder für ihn noch für die Mannschaft sei die Regionalliga der Ort, den er sich für den TSV 1860 München vorstelle.

Das gelte auch für Trainer Bierofka - den Vater des Erfolges. Für ihn hat Gebhart nur Anerkennung übrig: „Biero ist ein richtiger Löwe. Das sieht man in jeder Minute, die man ihn auf dem Platz sieht. Er lebt einfach den Verein. Er führt die Mannschaft wie einen Bundesligisten und bereit uns immer optimal vor.“ 

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Keinen Kommentar gab es übrigens zum Deal mit Hauptgesellschafter Hasan Ismaik. Dessen Sprecher und gleichzeitiges Aufsichtsratsmitglied der Sechziger, Saki Stimoniaris hatte am Montag mitgeteilt, dass die kommende Saison der Löwen finanziell gesichert ist - egal ob in der Regionalliga oder in der 3. Liga. 

phk

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