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TSV 1860 München: Trennungsschmerz begleitet Saisonfinale - „Die Spieler sind schon informiert“

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Von: Uli Kellner

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Michael Köllner, Trainer des TSV 1860 München.
Michael Köllner, Trainer des TSV 1860 München. © Imago/Ulrich Wagner

Die Löwen treffen im Saisonfinale auf Borussia Dortmund II. Für mehrere Spieler und Mitarbeiter wird dies der letzte Auftritt in den Farben des TSV 1860 sein.

München – Ein Erinnerungsbild, Applaus von den Rängen und ein warmer Händedruck. Eine Viertelstunde vor dem Anpfiff gegen Dortmund II (Samstag, 13.30 Uhr) wird es emotional auf dem Rasen des Grünwalder Stadions. „Wir trennen uns von einigen Spielern und Mitarbeitern“, verriet 1860-Trainer Michael Köllner und umriss zwar das geplante Verabschiedungsritual (analog zur Zeit vor Corona), mauerte aber wie PK-Nebensitzer Günther Gorenzel, als es darum ging, konkret zu werden. „Die Spieler sind informiert“, führte der Sportchef aus: „Jeder weiß, wie wir mit ihm planen, seit Wochen, seit Monaten.“ Der Respekt vor den Menschen, „die hier ihr Bestes gegeben haben“, verbiete es, die Namen vorzeitig zu veröffentlichen.

Salger,Staude,Linsbichler, Dressel und Neudecker laufen ein letztes Mal für die Löwen auf.

Die meisten dieser Namen dürften kein großes Erstaunen auslösen. Der Weggang von Stephan Salger (Köln II) steht schon länger fest. Neben ihm dürften ins Publikum winken: Keanu Staude, Dennis Dressel, Richard Neudecker und Tim Linsbichler (alle mit unbekanntem Ziel). Ein Fragezeichen steht hinter dem scheidenden Mitarbeiter aus dem Betreuerstab, der „Veränderungen um die Mannschaft herum“ (Gorenzel) ermöglichen will oder soll. Letztlich ist es aber weniger das Vorspiel, das noch einmal 15 000 Fans anlockt, sondern die Frage: Schaffen es die Löwen 2021/22, den Löwen 2022/23 ebenso packende Nächte im DFB-Pokal zu ermöglichen, wie sie selber sie erlebt haben gegen Darmstadt, Schalke und Karlsruhe?

Konkret geht es um die Frage, ob Stefan Lex & Co. ihren vierten Platz ins Ziel bringen, der durch das 0:4 in Magdeburg noch einmal ins Wanken geraten ist. „Wir tun alles dafür, dass es wieder Platz 4 wird – dass wir nächste Saison wieder im DFB-Pokal antreten dürfen“, sagte Köllner, der weiß, dass es auch blöd laufen könnte am Samstag. Ein einfacher Sieg reicht den Löwen nämlich nur, wenn sich in Osnabrück keine Eigendynamik dergestalt entwickelt, dass der VfL gegen Meister Magdeburg ein ähnliches Torfestival feiert, wie es Köllners Team vor acht Tagen bei eben diesen FCM erleiden musste. Beide Teams gehen mit 58 Punkten ins Rennen, 1860 mit der um zwei Punkte besseren Tordifferenz. Theoretisch könnte sogar der Waldhof (57) noch vorbeiziehen, aber dazu müssten 1860 und Osnabrück einen rabenschwarzen Tag erwischen.

„Mit ihnen noch eine schöne Halbe Bier trinken werden“

Michael Köllner

Von einem solchen geht Köllner nicht aus. „Wir wissen, was wir können“, sagte er, „und wir gehen nicht davon aus, dass Osnabrück schon nach 40 Minuten 4:0 vorne liegt und wir vielleicht nur 3:0.“ Selbstvertrauen und gute Laune scheinen also vor dem Saisonfinale zurückgekehrt zu sein. Köllner muss zwar Semi Belkahia ersetzen (Zerrung), stellt sich aber darauf ein, dass nach dem Spiel gefeiert wird. Nicht nur Marcel Bär dürfte Grund dazu haben. Zu 99 Prozent hat der Ex-Braunschweiger und Mölders-Nachfolger die Torjägerkanone sicher (19 Treffer): Magdeburgs Atik ist gesperrt, Lauterns Boyd hat spielfrei und Wiesbadens Nilsson müsste fünf Treffer aufholen. Und auch damit rechnet Köllner: Dass auch ohne offizielles Ausrufen einer Saisonabschlussparty „einige unserer Hardcore-Fans am Trainingsgelände auftauchen werden und wir mit ihnen noch eine schöne Halbe Bier trinken werden“.

Er selber wird übrigens kein Abschiedsfoto in die Hand gedrückt bekommen. Mit Blick auf die kommende Saison benutzte er erstmals die Wir-Form, als er ein „starkes 1860“ ankündigte und indirekt die Kaderumbauten lobte. „Wir sind fleißig“, stellte Köllner fest, „sehr, sehr fleißig.“ Fehlt zum (kleinen) Glück nur noch der Zieleinlauf auf Platz vier. (Uli Kellner)

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