"Das ist halt kein normaler Verein"

Warum Kreuzer den Mut für 1860 hat

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Oliver Kreuzer (l.) neben Noor Basha.

München - Als das offizielle Programm am Donnerstag Mittag vorüber war, Pressekonferenz, TV-Interviews und Fototermine, wusste Oliver Kreuzer ganz genau, was außerdem noch dringend angesagt war: ein kurzer Antrittsbesuch im Löwenstüberl.

 „Ich muss doch bei der guten Seele des Vereins vorbeischauen“, lächelte der neue Sportdirektor, als er Wirtin Christl Estermann begrüßte, und diese ihm „Alles Gute“ wünschte.

Kann er brauchen, der Mann, der in einer alles anderen als komfortablen Situation beim TSV 1860 als Sportchef einen Vertrag bis 2018 unterschrieben hat. Der übrigens auch für die dritte Liga Gültigkeit besitzen würde.

Kreuzer erläuterte die Gründe, warum er beim Tabellenvorletzten der zweiten Liga eingestiegen ist, der bereits fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz aufweist: „Weil Sechzig kein normaler Verein ist, sondern ein ganz spezieller. Mit einer unglaublichen Fankultur – man kann dort wirklich was erreichen.“

Aber eben nicht auf jene Art und Weise, wie in den letzten Monaten und Jahren an der Grünwalder Straße „gearbeitet“ wurde. Kreuzer: „Man hat als Außenstehender schon wahrgenommen, dass bei 1860 viele Dinge durcheinanderliefen. Vor allem im vergangenen Sommer hat der Verein eine schwierige Zeit durchgemacht.“ Was sich dann eben auch auf die Qualität auf dem Rasen ausgewirkt habe. „Wenn in einem Verein Unruhe herrscht, dann kann man eben auch keinen Champagner-Fußball erwarten…“

Kreuzer-Vorstellung im Ticker: "Jetzt bin ich ein Blauer!"

Und er weiß, wovon er spricht. „Ich habe ja viele Spiele der Löwen gesehen“, sagt der 49-Jährige, der schon seit einiger Zeit mit seiner Lebensgefährtin Doris in München-Harlaching quasi um die Ecke wohnt. Deshalb hat er auch hautnah mitbekommen, was an der nicht weit entfernten Grünwalder Straße so vor sich geht: „Fünf Mal hat man 0:1 verloren, und es lag nur an Kleinigkeiten, dass man bessere Resultate erzielen hätte können. Ebenso bei den sechs Unentschieden.“

Als sich Kreuzer gestern Vormittag der Mannschaft vorstellte, wies er darauf ebenfalls hin: „Ich habe der Mannschaft mitgeteilt, dass ich von ihrer Qualität überzeugt bin. Dass ich sie absolut für zweitligatauglich halte. Der gleichen Ansicht sind auch etliche Kollegen und Trainer, mit denen ich mich in letzter Zeit unterhalten habe. Die sagten mir auch immer, dass in der der Mannschaft eigentlich was stecken würde.“ Nur ist es bisher eben kaum zum Vorschein gekommen.

Was Kreuzer Mut macht, dass mit ihm der Turnaround geschafft wird, ist ein Blick in die Vergangenheit. „Ich war meistens zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort als Sportchef“, sagt er, „und bin mit Basel, Salzburg und Graz Meister geworden.“ Die Zeit beim Hamburger SV (2013 bis 2014) gehöre allerdings nicht dazu. Kreuzer: „Sie war lehrreich, aber nicht schön. Da stimmt der Spruch von der falschen Zeit am falschen Ort…“

Nur ganz knapp sicherte sich der HSV damals in den Relegationsspielen gegen Greuther Fürth den Klassenerhalt, für Geschäftsführer Noor ­Basha kein unwichtiger Punkt bei den Überlegungen, sich für Kreuzer zu entscheiden: „Oliver hat in den 13 Jahren als Manager alle Höhen und Tiefen im Fußball erlebt – Meisterschaft und Abstiegskampf.“

Letzteres bekommt Kreuzer jetzt wieder frei Haus. Und sollte es am Sonntag beim Auswärtsspiel in Braunschweig bei seinem Debüt gleich mal schiefgehen, hat ihn der triste blaue Alltag ohnehin gleich im Griff. Kreuzer weiß: „Um Ruhe reinzubringen, brauchen wir Resultate: Dann geht’s dem Präsidenten gut, dann geht’s der Putzfrau gut – dann geht’s allen gut.“

Wie auch immer. In der Winterpause soll nachgerüstet werden. „Es gab schon Signale, dass dann in Sachen Verstärkungen was möglich ist“, erklärte Kreuzer. Was Noor Basha bestätigte. Und er stellte sogar in Aussicht, dass möglicherweise Hasan Ismaik im Winter wieder mal Geld zur Verfügung stellen könnte. Die Vorfreude der Fans hält sich diesbezüglich seit einiger Zeit allerdings schon sehr in Grenzen…

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