Flugblatt klärt auf

Neue 1860-Ultras beziehen Stellung: Stadion, Unterstützung, Kritik

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Seit dem Heimspiel gegen St. Pauli sind die Ultras unter dem Namen „Münchner Löwen“ wieder in der Arena vertreten.

München - Die Nordkurve in der Arena ist endlich wieder geschlossen, bunt und vor allem lautstark. Jetzt haben sich die neuen 1860-Ultras „Münchner Löwen“ in einem Flugblatt erklärt.

Lautstarker Fangesang, hüpfende Menschenmassen und zahlreiche weißblaue Schwenkfahnen - so präsentierte sich die Nordkurve über 90 Minuten beim wichtigen 2:1-Heimsieg am Freitag über die Würzburger Kickers.

Es war das zweite Heimspiel des TSV 1860, in dem die neuformierte Ultra-Gruppierung „Münchner Löwen“ das Stimmungszepter in die Hand nahm. In den elf Partien davor in Fröttmaning war das Stimmungszentrum der Löwen in der Kurve hinter dem Tor leer und zumeist sehr leise geblieben, „Cosa Nostra“ und „Giasinga Buam“ hatten sich vor der Saison bekanntlich aufgelöst. Jetzt schlägt das Herz der Löwen wieder lautstark.

Arena-Auszug weiter auf der Agenda

Vor dem Spiel gegen Würzburg wurden in der Allianz Arena Flugblätter verteilt, auf denen die „Münchner Löwen“ ihre Beweggründe zur Rückkehr in die Arena und auch ihre Haltung und Ziele erklären. Die Gruppe sei „ein unabhängiger und eigenständiger Dachverband aller aktiven Gruppen und Personen der Fanszene von Sechzig München, der im Sommer des vergangenen Jahres aus den Gesprächen rund um die Umstrukturierung der Fanszene unseres TSV München von 1860 hervorging“, heißt es auf dem Zettel. Man habe sich unabhängig von äußeren Einflüssen dazu entschlossen, wieder die 1860-Partien in der ungeliebten Allianz Arena zu besuchen. „Dieser gemeinsame Entschluss wurde zum Wohle der eigenen Fanszene getroffen, um ein starkes, großes Ganzes im Sinne aller Löwenfans schaffen zu können.“ Der Name „Münchner Löwen“ sei somit bewusst gewählt worden, da sich jeder weißblaue Anhänger angesprochen fühlen soll.

Trotz der Rückkehr in die Arena bleiben die Ultras bei ihrem Standpunkt, dass die Mietverträge mit dem FC Bayern vorzeitig gekündigt werden müssen. Im Sommer 2015 läuteten die „Giasinga Buam“ einen Countdown zum Arena-Auszug ein - doch so hart wird diesmal nicht ins Gericht gegangen. Die „Münchner Löwen“ fordern von der Vereinsführung, der man weiterhin kritisch gegenüberstehen werde, „sich weiterhin intensiv mit der Thematik rund um ein eigenes Löwenstadion zu beschäftigen. Wir erwarten zeitnah Lösungsansätze, um schnellstmöglich unser unsägliches Dasein in der Fröttmaninger Einöde zu beenden.“

In erster Linie aber freuen sich die Anhänger und auch Investor Hasan Ismaik, dass das, worauf man bei den Blauen seit Ewigkeiten stolz war, wieder zurück ist: Die einzigartige Stimmung bei Spielen des TSV 1860 - auch und vor allem bei Spielen in München. 

fw

Bilder und Noten zum Löwen-Sieg gegen die Würzburger Kickers

Das Flugblatt der Münchner Löwen im Wortlaut

Servus Löwenfans,

wie ihr sicherlich mitbekommen habt, gibt es seit dem „Heim“spiel gegen St. Pauli auch hier in der Arena wieder lautstarke Unterstützung der aktiven Fanszene für unsere Mannschaft. 

Wir, die Münchner Löwen, sind ein unabhängiger und eigenständiger Dachverband aller aktiven Gruppen und Personen der Fanszene von Sechzig München, der im Sommer des vergangenen Jahres aus den Gesprächen rund um die Umstrukturierung der Fanszene unseres TSV München von 1860 hervorging.

Wir treffen all unsere Entscheidungen selbstbestimmt und unabhängig. Somit hatte auch niemand außerhalb unseres Kreises Einfluss auf die Entscheidung, zu besagtem Spiel erstmalig unsere Mannschaft auch in der Arena zu unterstützen. Dieser gemeinsame Entschluss wurde zum Wohle der eigenen Fanszene getroffen, um ein starkes, großes Ganzes im Sinne aller Löwenfans schaffen zu können.

Daher haben wir uns auch bewusst für den Namen Münchner Löwen entschieden, denn jeder Löwenfan soll sich angesprochen fühlen! Zwar werden wir den Weg in eine erfolgreiche, großartige Zukunft aufzeigen, aber es liegt an jedem einzelnen Löwenfan, diesen Weg mit uns zu bestreiten und die Szene würdig zu vertreten. Unser Auftritt in der Kurve ist für den Zusammenhalt und die zu schaffende Einheit der Fanlandschaft von Sechzig München somit unumgänglich.

Nichtsdestotrotz werden wir nach wie vor kritisch gegenüber sämtlichen handelnden Personen im Verein eingestellt bleiben und unseren Standpunkt vertreten. Wir werden weiterhin für einen vorzeitigen Auszug aus der Allianz Arena und auch für unseren Fußball kämpfen. Darum bleibt eine unserer Forderungen an den Verein und im Besonderen an die KGaA, sich weiterhin intensiv mit der Thematik rund um ein eigenes Löwenstadion zu beschäftigen. Wir erwarten zeitnah Lösungsansätze, um schnellstmöglich unser unsägliches Dasein in der Fröttmaninger Einöde zu beenden.

Lasst uns in diesem Sinne heute und bei allen weiteren Spielen gemeinsam alles geben und die Mannschaft wieder zu drei Punkten und zum Klassenerhalt schreien!

Münchner Löwen, im März 2017

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