Keeper in Berlin überragend

Torhütender Jungschnäuzer rettet Sechzig

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Stefan Ortega beim Spiel in Berlin.

München - Die Löwen gewannen in Berlin zwar hoch mit 4:1 - Mann des Tages war trotzdem ihr Torhüter! Was Stefan Ortega alles herausfischte, war schier unglaublich!

So ganz konnte Stefan Ortega dieses Spiel auch am Tag danach noch nicht fassen. „Nach einer 4:0-Führung müssen wir kontrollierter auftreten. Das darf uns so nicht passieren, egal bei welchem Spielstand.“

Viel fehlte in der Tat nicht, und den Löwen wäre es nach den Kontertoren von Daniel Adlung (9.), zweimal Rubin Okotie (39,, 46.) und Valdet Rama (49.) so ergangen wie der deutschen Nationalmannschaft vor zwei Jahren beim 4:4 gegen Schweden. Nach Sebastian Polters 1:4 (51.) vergaben die Berliner beste Chancen im Minutentakt. Höhepunkt: der von Ortega parierte Foulelfmeter von Christopher Quiring (61.).

Die Löwen in der Alten Försterei: Drei Mal glatte 1!

Die Löwen in der Alten Försterei: Drei Mal glatte 1!

Kabinen-Gruß von Adlung, Okotie und Rama (von links).

Vor allem ihrem torhütenden Jungschnäuzer hatten es die Löwen am Ende zu verdanken, dass sie mit einem Sieg nach München zurückfliegen durften. Ortegas Versuch einer Erklärung: „Das Stadion ist nach dem 1:4 noch mal aufgewacht. Wir hatten viele junge Spieler drin, für die das vielleicht noch Neuland ist.“ Ähnlich argumentierte Trainer Markus von Ahlen: „In dieser Lautstärke geht jedes Wort verloren, die Kommunikation funktioniert dann nur noch übers Visuelle. Das ist neu für manche.“ Und vielleicht lehrreich. Schließlich wird es bei den nächsten Auswärtsspielen in Nürnberg und Leipzig kaum leiser zugehen.

Niederlage gegen 1860: Trainer zeigt Mittelfinger

In der Allianz Arena sollte es zumindest in dieser Hinsicht leichter werden. „Jetzt wäre es gut, wenn wir im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (So., 13.30 Uhr) einen draufsetzen könnten“, sagt Ortega. „Wir müssen uns einfach regelmäßiger belohnen und so bissig wie zuletzt im Training weiterarbeiten.“ Kollege Okotie pflichtet bei: „Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel schauen, das Positive mitnehmen und endlich mal nachlegen und zu Hause gewinnen. Das geht aber nur, wenn wir genauso geschlossen wie bei Union auftreten.“

Nach dem 3:0-Sieg in Bochum war dies nicht der Fall. Beim 0:1 gegen Düsseldorf verpennten die Löwen die Startphase. Vielleicht hatte die Schwächephase in Berlin also auch ihr Gutes. Zu große Selbstzufriedenheit dürfte in dieser Trainingswoche kaum aufkommen.

Wie viel Selbstsicherheit ein solcher Sieg geben kann, wird sich herausstellen. Bundesliga-Format zeigten in Berlin neben Ortega auch Antreiber Adlung und die effektiven Stürmer Rama und Okotie. „Die Leute können sich beschweren und pfeifen – wenn der Schiedsrichter nicht reagiert, schieße ich aufs Tor und freue mich, wenn ich treffe“, kommentierte Adlung sein 1:0. Die Pfiffe bei jeder Ballberührung störten ihn nicht: „Wenn alle pfeifen, musst du gut spielen, sonst interessierst du keinen.“

Abgezocktheit, die ansteckend wirken sollte. Den nötigen Realismus verkörpert von Ahlen. „Für uns“, sagte der Coach, „war das heute der erste Schritt aus den Tabellen-Niederungen.“ Nicht mehr, nicht weniger.

Ticker: Ortega, Rama und Okotie richten's

L. Krammer, M. Hönel

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