„Da ist schon mehr gefragt als ein bisschen schreien und jubeln“

Per Casting ans Löwen-Mikrofon? TSV 1860 sucht Nachfolger für Stefan Schneider

Stefan Schneider hört als Stadionsprecher des TSV 1860 München auf.
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Stefan Schneider hört als Stadionsprecher des TSV 1860 München auf.

Angela Merkel, Jogi Löw, ja, auch Dieter Bohlen. Drei Namen, drei Marken, für die alsbald ein Nachfolger gefunden werden muss. Nun ist auch noch Stefan Schneider dazugekommen.

München – Der Schwabinger, 28 Jahre und 602 Spiele lang die allseits beliebte „Stimme der Löwen“, hört als Stadionsprecher des TSV 1860 auf, will mit knapp 59 künftig ein bissl mehr Zeit für sich haben. Bis zum Ende der Saison wird Pressesprecher Rainer Kmeth das Mikrofon übernehmen, dann wollen die Löwen ihre neue Stimme gefunden haben.

Wer infrage kommt? Unsere Zeitung klingelte bei Schneiders Vorgänger Werner Schulze-Erdel durch. Der 72-jährige Ex-Schauspieler und -Showmaster („Ruck Zuck“, „Familien-Duell“) war in der Bayernliga-Zeit der Löwen von 1982 bis ´91 der Mann am blauen Mikro. Ob er Lust auf ein Comeback verspüre? „Um Gottes willen, dafür bin ich viel zu alt“, lehnt Schulze-Erdel lachend ab. Seine Empfehlung: „Die sollten bei den Münchner Radios schauen, ob sie einen eingefleischten Löwen-Fan finden. Man könnte auch ein Casting im Stadion veranstalten, das wär doch eine tolle Aktion!“

Fast alle Stadionsprecher mit Radio- oder TV-Erfahrung

Was der oder die Neue mitbringen sollte? „Du musst positiv verrückt sein“, sagt Schulze-Erdel. „Dazu brauchst du eine Menge Empathie, ein großes, politisch unabhängiges Herz für die Löwen und eine gewisse Professionalität. Da ist schon mehr gefragt als ein bisschen schreien und jubeln.“

In der Tat haben (oder hatten) die beliebtesten Stadionsprecher Deutschlands allesamt Medienerfahrung. Schneider moderierte bei Radio Energy, Bayerns Stephan Lehmann bei Antenne Bayern, Arnd Zeigler (SV Werder) bei Radio Bremen, Matthias Opdenhövel (Ex-Gladbach) bei VIVA und RTL2. Eine Ausnahme ist Norbert Dickel von Borussia Dortmund. Der ehemalige Top-Stürmer kam über seine Tätigkeit im BVB-Eventmanagement ans Mikrofon im Westfalenstadion. Ein Werdegang, der im Falle 1860 am ehesten zu Jan Mauersberger passen würde, der neben seinem Job im Club-Marketing auch regelmäßig als Co-Moderator des Löwen-Radios im Einsatz ist.

(Ludwig Krammer)

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