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„Stelle auch nicht den Kanzler auf“: Köllner verteidigt Newcastle-Test - Präsidium boykottiert Spiel

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Von: Uli Kellner

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Michael Köllner: Hofft, dass sich die Aufregung um das Spiel gegen Newcastle United schnell wieder legt.
Michael Köllner: Hofft, dass sich die Aufregung um das Spiel gegen Newcastle United schnell wieder legt. © IMAGO/Ulrich Wagner

Ultras und Präsidium des TSV 1860 München waren beim Spiel gegen Newcastle nicht dabei. Coach Köllner spricht von einem „super sportlichen Test“.

Saalfelden – Keine Plakate, keine Proteste. Das umstrittene Löwen-Testspiel gegen Newcastle, es fand ohne Ultra-Support statt („Against Sportswashing“), ohne Zusatzarbeit für den Ordnungsdienst, aber auch ohne hochrangige Löwen-Vertreter, die sich kritisch über die Ansetzung geäußert hatten.

Das Präsidium um Robert Reisinger („Partie hätte nie angesetzt werden dürfen“) blieb dem Spiel in Saalfelden fern, einzig Ismaik-Vertreter Anthony Power nahm auf einem der reservierten Plätze im VIP-Stadl Platz – und am Ende war es wieder einmal Michael Köllner, an dem die Fragen rund um das Duell mit dem jüngsten Spielzeug des Saudi-Arabischen Königshauses hängen blieben. Dass die Löwen ohne Regenbogen-Farben antraten, war offenbar auf Geheiß von Michael Köllner geschehen.

Im Gegensatz zu den Giesinger Fans, haben einige britische Anhänger den Weg nach Saalfelden gemacht.
Im Gegensatz zu den Giesinger Fans, haben einige britische Anhänger den Weg nach Saalfelden gemacht. © Imago/Ulrich Wagner

„Wir hatten einen super sportlichen Test“, so der 1860-Coach: „Was um das Spiel herum gemacht wurde, ist nicht meine Baustelle, Punkt, aus. Fakt ist: Die Politik hat sich zu solchen Themen zu äußern, nicht der Sport. Ich spiele ja auch nicht mit dem Bundeskanzler und stelle den Ministerpräsidenten in den Sturm rein. Jeder hat seine Aufgabe in der Gesellschaft. Wir haben ja nicht gegen ein Regime gespielt, sondern gegen einen Verein, der regulär an der Premier League teilnimmt. Es hat Spaß gemacht, gegen die zu spielen, mehr war das nicht.“

In einer Woche, glaubt und hofft Köllner, rede kein Löwe mehr über Newcastle. Für diese These spricht, dass die nächsten Gegner politisch unbedenklich sind. Am Samstag, 23. Juli, geht’s los in der Liga (Dresden), sechs Tage später folgt der Pokal-Kracher gegen Dortmund – und zwischendurch das Totopokal-Erstrundenspiel beim Nordost-Bezirksligisten SV Rödelmaier (bei Coburg, 365 km von Giesing entfernt). Das ergab die BFV-Auslosung am Freitagabend. (Uli Kellner)

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