Die Stimmen zum Spiel

1860-Held Bülow: "Hamburg haben wir auch gesehen"

München - Der TSV 1860 hat's am Dienstag gemacht wie am Abend zuvor der HSV. Horst Seehofer sah "Wahnsinn pur": die Stimmen zum Spiel.

Eigentlich ist doch schon Sommerpause, und dann passiert doch noch sowas. Erst macht Blatter die Flatter, 90 Minuten später kämpfen die Löwen um ihre Zweitklassigkeit. Und wieder 90 Minuten später? „Das ist der Wahnsinn pur!“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer. Und fasste den Abend damit ganz gut zusammen.

Sogar ein Roter hatte gehofft und mitgebangt. Mehmet Scholl sagte vor dem Mikro des BR, dass er „es schade fände, wenn die Löwen von der Landkarte verschwinden“. Der ehemalige Star des FC Bayern und Chef-Experte des großen BR-Bruders hob noch einmal hervor, dass der Absturz „weitreichende Konsequenzen“ hätte für den Verein, der nach Scholls Ansicht auch noch immer führend ist in der Jugendarbeit. Und der aus dieser Arbeit keine Früchte einfährt. „Daran merkt man, dass die Probleme hausgemacht sind.“

Kann man so sagen, ist also auch schon in der Top-Etage des deutschen Fußballs angekommen. Im Löwenrudel-Abstiegsstrudel war das eh schon klar. Legende Werner Lorant: „Wer Schuld hat? Schuld haben alle, die da oben etwas zu sagen haben.“ Durchgehend geflucht hatte der ehemalige Sechzig-Trainer an der Seitenlinie während der ersten 45 Minuten. Sichtlich hoffnungslos meinte er schon zur Pause über seine Blauen: „Sie haben ja gut angefangen, aber dann waren sie wieder in ihrem alten Trott, in dem sie schon die ganze Saison waren!“ Und da blieben sie dann auch. Die Fans riefen „Wir wollen euch kämpfen sehen“ – und pfiffen Rubin Okotie aus, als der in der 69. Minute Platz machen musste für Vollmann. Aber dann klappte es ja doch noch mit dem Sieg. Sah ein bisschen aus wie beim HSV am Montag, sah auch Kai Bülow so: „Hamburg haben wir auch gesehen“, sagte der Torschütze zum 2:1. „Die müssen ja bis zum Schluss an sich geglaubt haben. Das haben wir uns auch vorgenommen.“

Dramatisch wurde es, weil vorher nicht viel ging. „Wir sind gut reingekommen. Aber ansonsten war nicht viel los vorm Tor“, sagte Christopher Schindler ehrlich. Der Kapitän legte sich gegen Ende mehr mit Schiri Kircher als dem Gegner an. Er hätte gern einen Elfmeter gehabt. „Das habe ich ihm gesagt. Dass er nicht glücklich darüber war, wie ich es gesagt habe, war klar.“ Dafür war Schindler am Ende umso glücklicher.

tz

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Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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