Heimspiel der Löwen abgesagt

Stromausfall im Grünwalder Stadion: Das ist der Grund

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Die Fans des TSV 1860 München stehen in der Westkurve im Dunklen. 

Montagabend, der Tabellen-Erste TSV 1860 München empfängt den TSV Buchbach. Doch dann fällt der Strom aus, das Spiel muss abgesagt werden. Das war der Grund. 

Update vom 21. November, 16.30 Uhr

Mittlerweile konnte die Stromversorgung wieder uneingeschränkt in Betrieb genommen werden. Das bestätigte am Dienstagnachmittag eine Sprecherin des Münchner Baureferats unserer Onlineredaktion: „Heute Nachmittag konnte ein technischer Defekt an einem der vier Flutlichtmasten festgestellt werden.“ Die Ursache hierfür werde aber noch weiter untersucht, repariert werden soll die Leuchteinheit „schnellstmöglich. Die Flutlichtanlage kann davon unabhängig wieder in Betrieb genommen werden.“

Das Baureferat bestätigte auch, dass das Spiel mithilfe von Generatoren oder Notstromaggregaten nicht hätte stattfinden können. Die Notstromversorgung habe „unverzüglich und planmäßig“ gearbeitet, so die Sprecherin: Sie „dient der sicheren Räumung des Stadions und nicht zum Betrieb der Flutlichtanlage.“ Das sei auch der Grund, weshalb Stadionsprecher Stefan Schneider über die Lautsprecher die Fans von der Spielabsage in Kenntnis setzen konnte. 

Wer hat Schuld am Blackout?

München - Am Montagabend liefen die Spieler des Regionalligisten TSV 1860 München, wie nach jedem anderen Heimspiel auch, auf die Westkurve des Grünwalder Stadions zu. Sie wollten sich bei ihren Anhängern bedanken und, wie so häufig in dieser Spielzeit, mit ihnen feiern. Um 20.20 Uhr war das, eigentlich viel zu früh. 

Viel zu früh deshalb, weil die Begegnung erst rund eineinhalb Stunden später hätte enden sollen. An ein paar Details erkannte man dann auch, dass auf Giesings Höhen etwas nicht nach Plan verlief. Die Spieler trugen allesamt Trainingsanzüge, keiner wirkte auch nur ansatzweise so erschöpft, wie es nach einer umkämpften, kräftezehrenden Partie der Regionalliga Bayern üblich ist. Und: Es war dunkel im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße. 

Ein technischer Defekt im inneren Stromkreislauf des Stadions hatte dazu geführt, dass die Begegnung der Löwen mit dem TSV Buchbach kurzfristig abgesagt worden war. Die Flutlichtanlage versagte ihren Dienst, an eine Austragung des Spiels war an diesem Montag nicht mehr zu denken. Um 19.54 Uhr überbrachte Stadionsprecher Stefan Schneider über die durch ein Notstromaggregat versorgten Lautsprecher die Nachricht. Immerhin: „Die Tickets behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit“, sagte er zum Abschluss seiner Durchsage, ein Pfeifkonzert blieb aus. 

„Es ist zu dunkel zum Spielen“

Die Fans, die vor dem Stadion auf Einlass warteten, gingen wieder nach Hause oder in die umliegenden Kneipen. Der übertragende Fernsehsender Sport1 beendete seine Berichterstattung, bevor sie richtig angefangen hatte. Und auf dem Rasen wurde sich beratschlagt, die Funktionäre steckten ihre Köpfe zusammen. 

Mit dem Ergebnis, dass der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands, Dr. Rainer Koch, bereits 30 Minuten nach der Spielabsage ein erstes Statement abgab: „Natürlich ist das eine missliche Situation“, meinte er: „Das Stadion wäre ausverkauft gewesen. Für Ende November waren es wunderbare Fußball-Bedingungen. Nach der Hinspielniederlage der Sechziger in Buchbach wäre das der perfekte Rahmen für eine Revanche gewesen.“ 

Doch darauf müssen beide Vereine mitsamt ihrer Fans nun mehrere Monate warten. Als Nachholtermin im Gespräch ist nun der März im kommenden Jahr. Ein früherer Termin kommt wohl nicht zustande, „weil Buchbach die Woche vor dem Rückrundenstart schon ein Trainingslager gebucht hat“, so Koch. „Es ist alles versucht worden, um Notstromlösungen zu finden, aber man sieht ja: Es ist zu dunkel zum Spielen“, versuchte der Präsident des BFV die Lage zu erläutern. 

Fotos „bitte mit Blitz“

Die Löwen bewiesen am Montagabend aber trotzdem gute Laune: Vize-Präsident Heinz Schmidt versicherte mit einem Lächeln, der Verein habe die Stromrechnung bezahlt. Und Außenverteidiger Nono Koussou forderte Einlaufkinder, die sich mit ihm ablichten lassen wollten, dazu auf, ob der Dunkelheit „bitte mit Blitz“ zu fotografieren. 

Zappenduster! Stromausfall vor dem Heimspiel gegen Buchbach - Bilder

Erst gegen 21 Uhr begaben sich die feiernden Anhänger aus der Westkurve auf ihren Heimweg. „Das ist 1860“, sagte Mannschaftskapitän Felix Weber über die Fans: „Das gibt‘s bei keinem anderen Klub. Einfach geil.“ Gespielt hätte Weber aber dann doch gerne: „Wir waren gut drauf und sehr heiß auf dieses Spiel.“ Damit die Mannschaft im Wettkampfmodus bleibt, absolvierte sie am Dienstag ein Trainingsspiel, am kommenden Sonntag trifft der TSV 1860 dann auf den anderen TSV 1860 aus Rosenheim.

„Fehler liegt in der Anlage des Stadions“

Eines wollte Koch dann noch loswerden, bevor er das Stadiongelände verließ: Das Grünwalder Stadion sei „ein Städtisches Stadion, nach Lage der Dinge tragen die Sechziger keine Verantwortung für die Spielabsage“. Auch die Stadtwerke München wiesen sämtliche Schuld von sich. Gegenüber der Abendzeitung sagte ein Sprecher: „Bei uns im Stromnetz gab es keine Störung. Der Fehler liegt wohl in der Anlage des Stadions.“

Das Münchner Baureferat bestätigte am Dienstag unserer Redaktion, dass mehrere Mitarbeiter vor Ort seien, um die Situation zu untersuchen. Genaueres will das Baureferat zu gegebener Zeit bekanntgeben. Eine Sabotage des Stromkreislaufes im Stadion schließt die Münchner Polizei derweil aus.

Im Grünwalder Stadion geht das Licht aus

Video: Glomex

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