Pleite in Sandhausen

1860 verliert in Überzahl: War's das für Moniz?

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Sandhausens Andrew Wooten (l) im Zweikampf gegen Löwe Yannick Stark.

Sandhausen - Oh mei, Sechzig! Die Löwen verloren am Dienstagabend gegen den SV Sandhausen durch einen Last-Minute-Treffer - und das in Überzahl.

Ein „Schlüsselspiel“ hatte 1860-Trainer Ricardo Moniz am Montag vor der Abfahrt nach Sandhausen angekündigt. Wenn seine Mannschaft da wieder so eine desolate Leistung wie gegen Ingolstadt abliefere, „tja, dann kommt der Druck“.

Nach dem letztlich unglücklich zustande gekommenen, aber keineswegs unverdienten 0:1 (0:0) beim SV Sandhausen könnte sich die Sache mit dem Druck erledigt haben. Zumindest für Moniz. Sein Vorgesetzter Gerhard Poschner (der gestern 45 wurde) wollte nach Spielschluss keinerlei öffentliche Aussagen treffen. Auch Präsident Gerhard Mayrhofer gab keine Stellungnahme ab. Nimmt man die in den vergangenen Tagen hinter vorgehaltener Hand geäußerten Worte der 1860-Bosse zum Maßstab, wäre eine Beurlaubung des Niederländers am Mittwoch allerdings keine Überraschung mehr. Von der geforderten spielerischen Entwicklung war auch im siebten Ligaspiel unter Moniz nichts zu sehen.

„In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel in der Hand“, sagte Kapitän Christopher Schindler. „Nach der Pause hat der Druck von Sandhausen zugenommen und es ist uns wie schon gegen Ingolstadt nicht mehr gelungen, die Räume eng zu machen.“

Eine durchaus treffende Analyse. Spätestens nach dem Wechsel ließen sich die Löwen fast ohne Gegenwehr das Spiel des Gegners aufzwingen, hatten Glück, dass Schiedsrichter Arne Aarnink dem Sandhäuser Kübler nach einem Rempler gegen Ortega zu hart mit Gelb-Rot vom Platz schickte. Und trotzdem: Auch in Überzahl sahen die Bemühungen der Blauen nicht wesentlich besser aus als zuvor. Sandhausen verzeichnete nach 90 Minuten ein klares Plus an hochkarätigen Chancen, Gartler traf das leere Tor nicht (54.), Pferzel per Kopf nur den rechten Pfosten (85.). Dann kam die Szene, die Moniz nachher mit dem Schiri hadern ließ. Okotie hatte nach einer Rechtsflanke des eingewechselten Adlung in der 90. Minute mit dem Kopf ins Tor getroffen, doch der Referee verweigerte dem Tor wegen angeblicher Abseitsstellung die Anerkennung. Die TV-Bilder zeigten, dass Okotie bei der Ballabgabe auf gleicher Höhe stand, der Treffer hätte zählen müssen. Andrew Wooten machte es in der zweiten Nachspielminute unstrittiger, tanzte Schindler und Weigl aus und jagte den Ball flach links in den Löwen-Kasten.

„Das Tor von Okotie war regulär“, sagte Moniz hinterher im Presseraum, vergaß allerdings nicht, Kritik an der Mannschaft zu üben. Leonardo und Rama seien über außen „zu harmlos“ gewesen, „das Mittelfeld zu weit vor dem Ball – damit waren wir anfällig für Konter.“

Zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem 2:3 in Lautern verloren die Löwen ein Spiel in Überzahl. „Es ist eine Riesen-Enttäuschung“, sagte Moniz, „aber wir müssen wieder aufstehen.“ Am Freitag um 18.30 Uhr steht in der Fröttmaninger Arena die Partie gegen Greuther Fürth auf dem Spielplan. Ob mit oder ohne Moniz, dürfte sich heute im Tagesverlauf klären. Für 11 Uhr ist das Auslaufen der Mannschaft angesetzt.

Der Spielverlauf zum Nachlesen im Ticker.

lk, cw

Löwen-Pleite in Sandhausen - Dreimal Note fünf

1860-Pleite in Sandhausen - Dreimal Note fünf

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