Ex-Löwe will über Würzburg nach oben

Taffertshofer: So hart war mein Abschied vom TSV 1860

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Mit Liridon Vocaj und Peter Kurzweg trifft Taffersthofer in Würzburg auf zwei alte Bekannte.

TSV 1860 München II - Noch vor drei Monaten schien der Stern des Emanuel Taffertshofer beim TSV 1860 München aufzugehen. Der Winter-Wechsel des 20-Jährigen aus Abertshausen zum Drittligisten Würzburger Kickers ist eng mit den Existenzängsten des Giesinger Traditionsklubs verknüpft.

Schon nach dem zweiten Klingeln meldet sich Taffertshofer am Handy. Er ist irgendwo mitten in Würzburg, gleich hat er einen Makler-Termin. Sportlich hat sich der Abertshausener (Gemeinde Obersöchering) schon in seiner ersten Trainingswoche akklimatisiert. Er habe schnell gemerkt, dass er zu den „ambitionierten Kickers“ passe, ließ Taffertshofer in der offiziellen Pressemeldung der Unterfranken verlauten. Jetzt fehlt nur noch eine geeignete Bleibe. Die Nächte im Hotel sollen zeitlich begrenzt bleiben. Denn der kampfstarke Mittelfeldspieler plant eine ausgedehnte Verweildauer beim Aufsteiger, wenigstens zweieinhalb Jahre. So lange läuft sein Vertrag.

Für Taffertshofer ist das ein völlig neues, vor allem unerwartetes Kapitel in seiner noch jungen Karriere. Seit 2003 gehörte er sämtlichen Nachwuchsteams des TSV 1860 an. Entsprechend emotional war der Abschied von der Grünwalder Straße. „Das war schon hart und irgendwie hat auch Überwindung gekostet“, sagt der 20-Jährige. Vor der Winterpause hatten ihm die Verantwortlichen der „Löwen“ mitgeteilt, dass man nicht mehr mit ihm plane. Da musste Taffertshofer schlucken: „Anfangs war ich geschockt.“

Zwei Monate zuvor hatte er gegen den Karlsruher SC in der Profimannschaft der Münchener debütiert. Doch für Talente ist derzeit kein Platz, weil die Löwen den Trend der vergangenen Jahre fortsetzen: verfehlte Transferpolitik, interne Streitereien, ein halbseidener Investor. Der Mannschaft fehlt Stabilität und der Erfolg. Der vorletzte Tabellenplatz in der Zweiten Bundesliga nach der Hinrunde lässt die Alarmglocken lauter denn je schrillen. Wie in solchen Situationen üblich, bestimmt Aktionismus das Geschehen. Die Löwen machten ihr Tafelsilber zu Geld, verscherbelten erst Marius Wolf, ehe sie auch noch Korbinian Vollmann und Taffertshofer die Abreise nahelegten. Der Weg zurück in die U 21 der Löwen, für die Taffertshofer eigentlich in dieser Saison noch vorgesehen und in der er ein Leistungsträger war, hätte ihm weiter offengestanden. Doch der jüngte von fünf fußball-narrischen Brüdern hatte gemerkt, dass „ich in der Zweiten Liga mithalten kann“.

Schon länger Kontakt mit Würzburg

Das Interesse von Drittligist Würzburg kam da wie gelegen. Der Kontakt zu Trainer Bernd Hollerbach bestand schon seit geraumer Zeit. „Sie wollten mich schon im letzten Sommer“, berichtet Taffertshofer. Spätestens nach dieser Saison hätte Hollerbach einen neuen Anlauf unternommen. So aber haben beide Seiten vorzeitig zueinander gefunden. Taffertshofer räumt ein, dass die Rahmenbedingungen „kein Vergleich zu 1860 sind“. Allein im Winter ohne Rasenheizung zu trainieren, kannte er bis dato nicht. Dafür begeistert ihn etwas anderes: „Jeder will hier etwas erreichen, das spürt man.“ Mit dem Kocheler Liridon Vocaj und Peter Kurzweg trifft er am Dallenberg auf zwei seiner früheren Kollegen aus München. Das erleichtert die Eingewöhnung. Das Ziel ist gleichermaßen realistisch wie ehrgeizig. Er wolle zunächst „Fuß fassen in der Dritten Liga“. Mittelfristig soll es für ihn eine Spielklasse nach oben gehen. Vielleicht gleich mit den Würzburgern: „Wenn wir uns alle weiterentwickeln, können wir das schaffen“, ist Taffertshofer überzeugt.

Bruder Uli Taffertshofer über den Wechsel seines Bruders und seine Verbundenheit zum TSV 1860

Quelle: fussball-vorort.de

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