Liste von Absagen wird länger

Waigel sollte Löwen-Präsident werden

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Theo Waigel

München - Wer Löwen-Präsident wird, ist weiterhin unklar. Doch in Sachen Absagen wird die Liste immer länger - und trägt inzwischen mindestens vier Namen.

Die Löwen suchen einen neuen Präsidenten. Allerdings stehen die Bewerber nicht gerade Schlange. Ganz im Gegenteil. "Es gab einige Absagen", so Aufsichtsratschef Otto Steiner, "wie zum Beispiel von Christian Waggershauser. Er wollte aber aus privaten Gründen nicht."

Der Chef der Muffathalle ist nicht der einzige, von dem sich die Sechziger einen Korb holten: Auch über Theo Waigel (73) gab es Gedankenspiele. Der Ex-Finanzminister ist Löwen-Fan durch und durch, dazu eine Respektsperson. "Über ihn haben wir in der Vergangenheit auch immer wieder gesprochen, doch er lehnte es ab", erklärt Steiner gegenüber der Bild.

Das ist der Löwen-Verwaltungsrat

Otto Steiner
Otto Steiner, 49, Geschäftsführer der Constantin-Entertainment GmbH. War von März bis Juni 2007 schon einmal Vizepräsident. Als Chef des Verwaltungsrats zog er sich im Juli 2013 zurück. © sampics
1860-Aufsichtsrat
Klaus Hagl gehört der Golfabteilung, einer Unterabteilung der Skiabteilung, an und ist stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats. © sampics
1860-Aufsichtsrat
Beatrix Zurek, 53, ist in Gleiwitz geboren. Die Juristin ist seit den 80ern in München und, wie Bennigsen, seit 2012 im Aufsichtsrat. © Bodmer
Hep Monatzeder
Josef „Hep“ Monatzeder, 61, ist dritter Bürgermeister. Von 2000 – 2006 im 1860-Aufsichtsrat. Nach Rücktritt seit 2009 wieder dabei. © Bodmer
Siegfried Schneider
Siegfried Schneider, 56, ist seit Oktober 2011 Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. © sampics
1860-Aufsichtsrat
Robert von Bennigsen (Mitte), Geschäftsführender Gesellschafter des Hamburgers Versicherungsmakler BDJ. Ist erst seit 2012 im Aufsichtsrat der Löwen. © sampics
1860-Aufsichtsrat
Christian Waggershauser ist 1962 geboren und eigentlich Geschäftsführer der Muffathalle. Leidenschaftlicher 60-Fan und seit 2006 im Aufsichtsrat. © Schlaf
1860-Aufsichtsrat
Klaus Leipold ist Fachanwalt für Strafrecht. Leipold ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist seit 2009 bei den Löwen im Aufsichtsrat. © sampics
Markus Bauer arbeitet als Geschäftsführer des Molkereiunternehmens J. Bauer GmbH & Co. KG. "Ich möchte 1860 zurück in geordnete Bahnen und nach vorne bringen, unabhängig von einem wie auch immer gearteten Investor", erklärt er. © M.I.S.
Ostermeier
Richard Ostermeier ist selbständiger Versicherungskaufmann. "Faktor Kontrolle im Verwaltungsrat sollte in Zukunft noch gewissenhafter umgesetzt werden und als Fanvertreter kann ich mich hier beweisen. Aber auch bei der Vermittlung von künftigen (zweifellos wichtigen) Business Seats oder auch Logen in einem Löwenstadion (egal wo es möglich gemacht wird) werde ich sehr aktiv mithelfen, um Abtrünnige, Selbständige Löwenmitglieder wieder für 1860 zu interessieren. Denn nur gemeinsam wird es gelingen, die richtigen Weichen umzustellen!", erklärt er. © M.I.S.

Auch die eigentlich naheliegendste Lösung - einer der beiden Vizes rückt auf und beerbt Präsident Hep Monatzeder - fällt flach. Steiner: "Auch die beiden Vize-Präsidenten, Heinz Schmidt und Christian Holzer, stehen für das Präsidenten-Amt nicht zur Verfügung."

Das ist bei Erich Meidert ganz anders. Der Wasser-Unternehmer war vom Aufsichtsrat abgeschmettert worden. Davon lässt er sich aber noch lange nicht bremsen. Meidert zur Bild: "Ich stehe trotzdem bereit." Ex-Präsident Dieter Schneider sowie Albrecht von Linde, ebenso einst Oberlöwe, würden wohl aushelfen, wenn jemand fragt.

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Wer könnte nun 1860-Präsident werden? Die möglichen (und unmöglichen) Kandidaten

Autsch! Hep Monatzeder ist bei der Delegiertenversammlung böse abgewatscht worden. Jetzt muss der Aufsichtsrat binnen weniger Tage einen neuen Präsidentschaftskandidaten bestellen. "Die Bewerber stehen natürlich nicht Schlange", erklärte Vize Heinz Schmidt © Christina Pahnke / sampics
DIETER SCHNEIDER: Vize Heinz Schmidt erklärte: "Schneider könnte eine Option sein, aber das ist nicht meine Aufgabe." Dazu erklärte ja Investor Hasan Ismaik, dass sein Verhältnis zu ihm doch gar nicht so schlecht gewesen sei. Doch Schneider wäre nur bei einem kompletten Neustart zu haben. Hieße: Der Verwaltungsrat müsste weg. Weil es dazu nicht kommen wird, wird Schneider wohl auch kein Comeback feiern. © dpa
CHRISTIAN WAGGERSHAUSER: Die Rede des Aufsichtsrats kam bei den Delegierten sehr gut an. Der wäre doch einer! So etwas tuschelte mancher der Anwesenden. Allerdings: Der Chef der Muffathalle soll schon erklärt haben, dass er kein Interesse hat am Präsidentenposten. © Schlaf
HERBERT BERGMAIER (r.): Der Name des 1. Vorsitzenden der Fangruppierung Pro1860 wird seit der Delegiertenversammlung immer wieder gemunkelt. Ist er ein ernshafter Kandidat? Noch hat er sich nicht öffentlich geäußert. © Kaindl
ERICH MEIDERT: Seine größten Vorteile: Er kann gut mit Investor Hasan Ismaik! Und: Er will! Meidert ist bisher der einzige, der sich klar dazu bekannt hat. Sein frühes Bekenntnis, Präsident werden zu wollen, kam allerdings nicht bei allen gut an. Auch der Aufsichtsrat hat Vorbehalte. © sampics / Stefan Matzke
JÜRGEN LANGER: Der Münchner Rechtsanwalt brachte sich vor einigen Wochen ins Gespräch, um Dieter Schneider abzulösen. Der Aufsichtsrat sagte ihm klipp und klar, dass er dafür keine Chancen hat. Das wird sich jetzt auch nicht geändert haben. © Unfried
HEINZ SCHMIDT: Der Rechtsanwalt kam quasi aus dem Nichts und wurde Vize. Sein Nachteil: Hep Monatzeder, der ja eine klare Schlappe erlitten hat, hat ihn berufen. Sein Vorteil: Die Delegierten sollen bei der Versammlung einen guten Eindruck von ihm gewonnen haben. Allerdings war zu hören, dass Schmidt nicht zur Verfügung steht. © sampics / Stefan Matzke
CHRISTIAN HOLZER (l.): Auch den Ex-Keeper holte Hep Monatzeder als Vize ins Team. Würde er zum Oberlöwen aufsteigen, hätten die Sechziger einen jungen Mann an der Spitze. Holzer ist erst 36. "Er hat einen guten Eindruck auf mich gemacht", lobte Meisterlöwe Fredi Heiß nach der Delegiertenversammlung. Jedoch soll auch er erklärt haben, dass er nicht Präsident werden möchte. © Christina Pahnke / sampics
HAMADA IRAKI: Als "Heiner Geißler von Giesing" hat er bei vielen Löwen immer noch einen Stein im Brett. Inzwischen hat er sich jedoch weitestgehend von den Löwen zurückgezogen, dazu soll sein Verhältnis zu Hasan Ismaik nicht mehr das beste sein. Kurzum: Iraki ist kein ernsthafter Kandidat. © M.I.S.
OTTO STEINER: Schon als Dieter Schneiders Abschied feststand, wollte der Aufsichtsratschef nicht Präsident werden, wohl auch aus beruflichen Gründen. Das hat sich wohl auch jetzt nicht geändert. © sampics / Stefan Matzke
SIEGFRIED SCHNEIDER: Der Aufsichtsrat erklärte vor einigen Wochen, er stünde nicht zur Verfügung. Das hat sich jetzt wohl nicht geändert. © sampics / Stefan Matzke
WOLFGANG HAUNER: Als Vize ging er gemeinsam mit Dieter Schneider. Von ihm war zuletzt wenig zu hören. Ob er Ambitionen hegt, ist unklar. © sampics / Stefan Matzke
ALBRECHT VON LINDE: Er war bereits von März 2007 bis Mai 2008 Präsident der Löwen. Nachdem er vom damaligen Geschäftsführer Stefan Ziffzer attackiert wurde ("Der Fisch stinkt immer vom Kopfe, und ich sage ihnen: Unser Kopf ist der Präsident."), entließ von Linde ihn und nahm wenig später selbst seinen Hut. Gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky äußerte sein interesse, als "Sanierer" einspringen zu können. © sampics
HANS SARPEI: Oder Chuck Norris? Oder Christl Estermann? Die Fans bringen derzeit natürlich im Scherz noch andere Namen ins Spiel. Vielleicht hilft aktuell nur Galgenhumor. Oder aber ist das Thema zu ernst für Witze? © dpa
THEO WAIGEL: Über den Ex-Finanzminister gab es Gedankenspiele, bestätigte Otto Steiner. Aber er steht nicht zur Verfügung. © picture alliance / dpa
MISTER X: Nicht unwahrscheinlich ist auch, dass plötzlich ein Name ins Spiel kommt, den keiner auf dem Zettel hat. Es bleibt spannend bei 1860 ... © dpa

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