"Fußballgott" erinnert an Klassenerhalt 1994/95

Miller im tz-Interview zu 1860: "Habe überhaupt keinen Zweifel!"

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Körpersprache top: Abwehr-Zugang Jan Mauersberger.

München - Warum Thomas Miller felsenfest vom Klassenerhalt des TSV 1860 München überzeugt ist und was ihn an die Saison 1994/95 erinnert, das verriet er im tz-Interview.

Für die Löwenfans ist er ein „Fußballgott“, für die Stürmer der Neunzigerjahre war er ein menschgewordener Albtraum: Thomas „Killer“ Miller, eisenharter Verteidiger des TSV 1860, der wie kein zweiter Spieler für den Durchmarsch der Sechziger von der Bayernliga in die Bundesliga steht. Warum Miller, ab kommenden Samstag 53 Jahre alt, felsenfest vom Klassenerhalt der Löwen überzeugt ist und was ihn an die Saison 1994/95 erinnert, das verriet er im tz-Interview.

Herr Miller, Sie haben das 0:1 der Löwen gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag live in der Arena mitverfolgt. Mit welchem Gefühl sind Sie nach Hause gefahren?

Thomas Miller: Mit einem absolut positiven! Natürlich war direkt nach dem Abpfiff die Enttäuschung da, dass wir knapp verloren haben. Aber die Art und Weise, wie die Mannschaft aufgetreten ist, wie sie den Club in der ersten Halbzeit phasenweise an die Wand gespielt hat, die hat mich beeindruckt. So musst du spielen, wenn du es packen willst!

Ohne Tore wird’s trotzdem schwierig, wie Benno Möhlmann hinterher anmerkte…

Thomas Miller: Freilich, was soll er sagen? Aber die Tore werden fallen, wenn sie so weiterarbeiten, da hab ich überhaupt keine Zweifel. Wenn ich die Körpersprache von einem Mauersberger sehe oder vom Mölders – das sind erfahrene Leute, die wissen, wie es in der Zweiten Liga zugeht. Die lassen sich nicht so leicht umwerfen von Rückständen. Auch den Sukalo halte ich für einen guten Griff. Solche Leute hätten wir im Sommer holen müssen. Aber da hast du ja gegen eine Wand geredet bei der alten sportlichen Leitung.

Sie waren im Beraterstab von Interimspräsident Sigi Schneider, der sich auf die Urteile eines Gerhard Poschner nicht mehr verlassen wollte.

Thomas Miller.

Thomas Miller: Ja, aber dazu ist doch längst alles gesagt. Es hat sich bitter gerächt, die Hinrunde war die Quittung. Und was bringt’s, noch mal zurückzuschauen? Nix! Jetzt zählt nur noch der Blick nach vorn. Und mir gefallen alle fünf Leute, die der Kreuzer und der Möhlmann geholt haben. Das sind die richtigen Spieler, jeder bringt ganz eigene Qualitäten mit, die der Mannschaft insgesamt weiterhelfen werden. In unserem ersten Bundesliga-Jahr war’s ähnlich.

Damals wurde die Mannschaft nach und nach mit Leuten wie Manfred Schwabl, Peter Nowak, Olaf Bodden und René Rydlewicz verstärkt.

Thomas Miller: Ja, wir waren nach dem schlechten Start doch überall schon totgesagt. Und in der Rückrunde haben wir eine super Serie hingelegt und sind dringeblieben. So muss es dieses Jahr wieder sein. Da können wir gerne als Mutmacher dienen.

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Aktuell sieht es für 1860 nach einem Vierkampf mit Duisburg, Paderborn und Düsseldorf aus. Ihre Einschätzung der Konkurrenz?

Thomas Miller: Ich sehe in der Liga, von Leipzig und vielleicht noch Freiburg abgesehen, überhaupt keine Mannschaft, die besser wäre als die unsere, so wie sie jetzt dasteht. Und vor Paderborn und Düsseldorf musst du schon überhaupt keine Angst haben. War Nürnberg am Samstag besser? Nein. Ist Union Berlin besser? Nein! Also rein ins Stadion am Sonntag, Brust raus – und die drei Punkte werden uns gehören.

Interview: lk

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