Löwen-Legende über Defensiv-Probleme

Miller im tz-Interview: "Das muss Ilie noch lernen"

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Thomas Miller, hier bei einem Spiel der Löwen-Allstars.

München - Die Löwen haben ein Problem in der Defensive. Woran liegt's? Im tz-Interview analysiert 1860-Legende Thomas Miller die Lage der Blauen.

Acht Gegentore nach drei Spielen – so viele wie noch nie zuvor zu diesem Zeitpunkt seit dem Abstieg vor zehn Jahren in die 2. Liga. Keine Frage: Dass die Löwen derzeit mit nur einem Punkt auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen, hat in erster Linie mit einem erschreckend schwachen Defensivverhalten zu tun. Man musste Gegentore hinnehmen, von denen einige ohne Weiteres zu verhindern gewesen wären. Einer, der genau wusste, wie man gegnerischen Angreifern – bisweilen auch recht schmerzhaft – das Toreschießen verbietet, ist Löwen-Legende Thomas Miller. Der Haudegen aus den Neunzigerjahren, auch gern mal „Killer-Miller“ gerufen, hat für die tz die Defensivprobleme seiner Löwen unter die Lupe genommen.

Herr Miller, bereits acht Gegentore in den ersten drei Saisonspielen, bei keinem anderen Zweitligisten hat es hinten so oft eingeschlagen wie beim TSV 1860. Was sagen Sie dazu?

Miller: Das ist natürlich viel zu viel. Aber das hat meiner Ansicht nach nicht nur mit der Abwehrreihe zu tun, sondern auch mit dem Defensivverhalten im Mittelfeld. Dort werden einfach zu wenig Zweikämpfe gewonnen. Es geht um die Sechser-Position.

Auf der Ilie Sanchez, einer der beiden Neuzugänge aus Spanien, spielt. Was hat er für Probleme?

Miller: Sanchez muss lernen, dass man nicht nur den Ball haben, sondern ihn sich auch erkämpfen muss. Nach drei Spielen sollte er erkannt haben, wie in der zweiten deutschen Liga gespielt wird.

Sollte man vielleicht auch personell in diesem Bereich etwas ändern?

Miller: Ich würde schon gern einen Dominik Stahl, der aber noch verletzt ist, oder Yannick Stark dort sehen. Auch zusammen mit Sanchez.

Die Gerüchte, dass Stark demnächst nach Darmstadt wechselt, halten weiter an. Würden Sie ihn gehen lassen?

Miller: Niemals. Für mich ist Yannick einer der stärksten defensiven Mittelfeldspieler in der 2. Liga.

Die Viererkette hinten wirkt, auch durch häufige Personal- und Positionswechsel, nicht eingespielt. Wie kann man das verbessern?

Miller: Ganz einfach: Durch Training. Das muss man immer wieder üben. Und man muss hinten endlich einen Chef benennen, der die Kommandos gibt und zusammen mit dem Sechser den Laden defensiv zusammenhält. Für mich muss das Christopher Schindler sein.

Bräuchte man hinten noch kurzfristig Verstärkung?

Miller: Nein. Vallori wird bald wiederkommen, und man muss sich über ein paar Sachen klar sein. Zum Beispiel, dass Kagelmacher nicht rechter Verteidiger spielen sollte.

Maxi Wittek wurde zunächst hoch gelobt. Jetzt sitzt er auf der Bank…

Miller: Ganz einfach. Er muss noch lernen.

Mal angenommen, 1860 bekommt die Abwehrproblematik in den Griff, was ist dann möglich?

Miller: Dann sehe ich überhaupt nicht schwarz. Das, was nach vorn abgeht, gefällt mir. Auch der Leonardo, dem vorgeworfen wird, er arbeite nicht nach hinten. Aber von mir aus braucht der nur nach vorne was zu machen. Hauptsache, es ist gut…

Interview: tz

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