1. tz
  2. Sport
  3. 1860 München

FCK? 1860? Für wen sind Sie, Herr Riedl?

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
© imago

München - Kaiserslautern gegen den TSV 1860. Da darf am Sonntag auf dem Betzenberg natürlich einer nicht fehlen: Thomas Riedl (36). Im tz-Interview verrät er, welchem seiner Ex-Vereine er die Daumen drückt.

Riedl ist beim FCK  groß geworden, hat lange für die roten Teufel gespielt, aber das Highlight seiner Karriere erlebte der Mittelfeldmann im Trikot der Löwen. Am 27. November 1999 erzielte Riedl mit einem fulminanten Schuss den 1:0-Siegtreffer gegen den FC Bayern. Es war der erste Derbysieg der Blauen nach mehr als 22 Jahren. Die tz sprach mit Riedl.

Hallo, Herr Riedl. Zu wem halten Sie denn am Sonntag?

Riedl: Fiese Frage. Ich komme jetzt aber nicht damit, dass ein Unentschieden das Beste wäre. Da gibt’s für beide zu wenig Punkte. Mir wäre am liebsten, wenn jeder sein Heimspiel gewinnt.

Sind Sie denn Stammgast als Zuschauer beim FCK?

Riedl: In dieser Saison werde ich es wieder sein. Bis Juni habe ich ja selber noch gespielt. Beim FK Pirmasens - 5. Liga. Nicht ganz so schlimm wie Ailton, aber jetzt reicht’s.

Sie werden beiden Klubs die Daumen drücken in Sachen Aufstieg. Aber haben Ihre Ex-Vereine auch das Zeug dazu?

Riedl: Auf alle Fälle. Lautern hat sich jetzt mit Alexander Baumjohann von Schalke 04 noch mal verstärkt - das ist jetzt fast eine Erstliga-Mannschaft. Auch 1860 hat eine gute Mannschaft, ist aber vielleicht in der Breite nicht so gut aufgestellt.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Die besten Witze der Löwen

Noch mal der Blick in die Vergangenheit. Denken Sie noch oft an das legendäre Tor, Ihren einzigen Bundesliga-treffer für die Löwen?

Riedl: Das geht ja kaum anders. Ich werde von vielen Leuten immer dran erinnert. Ich denke aber überhaupt gern an München zurück, es waren zwei wirklich schöne Jahre. Auch wenn ich nicht unbedingt den einfachsten Trainer hatte...

Der hieß Werner Lorant. Hat er Ihnen wirklich vorgeworfen, das Derbytor sei Ihnen zu Kopf gestiegen?

Riedl: Das stimmt aber nicht. Ich habe mich nie über dieses Tor definiert. Das ganze Trara noch Monate danach war mir gar nicht recht. Schön ist es aber, dass ich heute immer noch als Legende bei 1860 gelte. Ich kenne Spieler, die dürfen sich bei ihren Ex-Vereinen nicht mehr blicken lassen. So ist es mir dann doch lieber.

Was machen Sie heute?

Riedl: Ich wohne in Mehlingen, am Rand von Kaiserslautern. Zum Stadion sind’s zehn Minuten. Beruflich leite ich seit zwei Jahren eine Agentur der Signal-Iduna-Versicherung. Und ich bin im Besitz der Trainer-A-Lizenz. Dürfte also bis zur Regionalliga trainieren.

Ihr Vater Hannes war Bundesliga-Spieler, Sie auch. Wie sieht’s mit Nachwuchs aus?

Riedl: Sehr gut. Ich habe drei Jungs. Der eine ist neun, die Zwillinge sind vier. Vielleicht werden sie ja mal die neuen Benders. Nein, mich würde schon sehr freuen, wenn einer von ihnen ebenfalls den Sprung nach ganz oben schaffen würde. Denn drei Generationen aus einer Familie hintereinander in der Bundesliga, das hat es wohl noch nie gegeben.

tz

Auch interessant

Kommentare