"Sind mal richtig auf die Fresse gefallen"

Fröhling: Relegation war für 1860-Entwicklung förderlich

München - 1860-Trainer Torsten Fröhling sieht die Relegation als heilsame Erfahrung für die Löwen. Zudem äußert er sich über die Planungen des Vereins und seine Zukunft.

Torsten Fröhling will bei 1860 eine Mannschaft aufbauen, die langfristig wieder in den oberen Tabellenregionen der 2. Liga mitspielen kann. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht der Löwen-Trainer von einem Plan, den Sechzig vor der Saison aufgestellt hat. Blindes Verpflichten neuer Spieler ist darin ebenso wenig enthalten wie der Verkauf heranwachsender Talenten. Er selbst will langfristig bei den Löwen mit wirken. "Ich würde gerne lange bleiben, die können mir gerne einen Acht-Jahres-Vertrag geben", sagte er dem Blatt.

1860-Trainer Torsten Fröhling.

Damit eine Basis für eine rosigere 1860-Zukunft entstehen kann, sollen Talente wie Maxi Wittek (20) und Marius Wolf (20) gehalten werden. Bei Wolf läuft bekanntlich der Vertrag aus, er will bleiben, "aber auf junge Kerle wie ihn nehmen Berater natürlich Einfluss. Da haben wir eine Fürsorgepflicht, ihm muss klar werden: Bei uns sind Fehler noch erlaubt, bei anderen Klubs funktionierst du, oder du bist sofort weg vom Fenster", so Fröhling. Die vom Berater geforderte niedrige Ausstiegsklausel lehnt der Cheftrainer ab. Wenn ein Verein zehn Millionen Euro bieten würde, wäre für den Spieler wenigstens klar, dass er spielen darf und nicht auf der Reservebank versauern würde.

Rückblickend sieht Torsten Fröhling es positiv, dass der TSV 1860 in der vergangenen Saison in die Relegation musste: "Wenn man elf Jahre immer aufsteigen will und es nicht schafft, muss ja irgendwas falsch laufen. Es ist ganz gut für uns, dass wir nach der Relegation in der vergangenen Saison ein bisschen Demut haben. (...) Ich glaube, wenn wir nicht in die Relegation gegangen wären, wäre die Saison vielleicht schnell als Betriebsunfall abgehakt gewesen. So aber sind wir mal richtig auf die Fresse gefallen!"

Entsprechend werden an der Grünwalder Straße nun kleinere Brötchen gebacken. Auch, weil man eben nicht "diese 20, 30 Millionen Euro" in den Kader investieren kann. Aber es gibt ja immer noch Investor Hasan Ismaik, der bei seinem letzten Besuch in der Landeshauptstadt große Pläne angekündigt hatte. Fröhling über den Jordanier: "Ich hab' nicht persönlich mit ihm gesprochen, doch ich hatte den Eindruck: Das, was er gesagt hat, ist vernünftig. Erster Punkt: Nachwuchsleistungszentrum stärken und unsere Spieler in der Profimannschaft weiterentwickeln. Zweiter Punkt: Wir brauchen ein eigenes Stadion als Heimat! Das ist ein Vorteil beim FC St. Pauli." Fröhling weiß, wovon er redet. Sechs Jahre spielte er am Millerntor.

Die Löwen tun gut daran, Fröhling in Ruhe eine neue 1860-Elf aufbauen zu lassen. Das sieht auch Ex-Löwen-Trainer Rudi Bommer so, wie er in seiner tz-Experten-Kolumne schrieb.

fw

Rubriklistenbild: © sampics

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