Klare Statements vom Löwen-Coach

Fröhling: So sieht er Wolf, Rama, Mvibudulu und Simon

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Valdet Rama (l.) wurde in Bochum eingewechselt.

München - Beim 0:1 gegen Spitzenreiter Bochum spielten die Löwen gut mit. Doch in der Offensive haperte es erneut.

Gertjan Verbeek, der Trainer des VfL Bochum, verbeugte sich tief vor der tobenden Tribüne, wo die Fans ihre Mannschaft feierten, als hätte sie eben den Aufstieg perfekt gemacht. Der beste Saisonstart in der Vereinsgeschichte (fünf Spiele, fünf Siege) hat beim Tabellenführer für ein gewaltiges Stimmungshoch gesorgt. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen“, sagte Verbeek nach dem 1:0- Erfolg über den TSV 1860. Dabei hatten die Münchner nicht viel schlechter gespielt als ihre Bezwinger. „Sehr ärgerlich“, fand Coach Torsten Fröhling deswegen die Niederlage, „wir konnten Paroli bieten. Bochum hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn wir mit einem 1:0 in die Halbzeit gehen.“

Einmal mehr hatten sich die Sechziger achtbar geschlagen, zu einem Erfolgserlebnis reichte es aber wieder nicht. „Ich kriege jedes Mal Lob vom Gegner. Bochums Sportvorstand Christian Hochstätter meinte, Sechzig sei der bisher stärkster Gegner gewesen“, sagte Fröhling. Sein Wunsch: „Ich würde lieber Hass vom Gegner und dafür die Punkte bekommen.“

1860 München: Bochums Sieg war nicht unverdient

Nun, Bochums Sieg war sicher nicht unverdient. Dem VfL bot sich in der zweiten Hälfte mehrfach die Chance, ein zweites Tor nachzulegen. Doch wie schon in den vergangenen Partien war unverkennbar, dass sich bei 1860 im „Jahr des Aufbaus“ (Fröhling) eine spielerische Linie entwickelt, dass Kampfgeist und taktische Disziplin stimmen. „Wir haben uns da was erarbeitet“, meinte Fröhling, „so wie die Mannschaft spielt, werden die Punkte automatisch kommen.“

Dass das bislang nicht der Fall war, lag an der mangelhaften Durchschlagskraft. Gerade zwei Törchen gelangen in den fünf Partie – die Löwen sind damit die offensivschwächste Mannschaft der Liga. Gefordert ist da in erster Linie Chefangreifer Rubin Okotie. Der Österreicher hatte im ersten Halbjahr der vergangenen Saison noch zwölf Tore erzielt, inzwischen kämpft er seit fast sieben Monaten vergeblich gegen seine Ladehemmung. „Wir glauben alle an Rubin, er ist unser Topstürmer. Wenn er wieder trifft, dann kann er in einen Lauf reinkommen wie letztes Jahr“, sagte Fröhling.

Das Potenzial, die Münchner Torgefährlichkeit wesentlich zu verstärken, schreibt der Coach auch Valdet Rama zu: „Er ist ein außergewöhnlicher, unberechenbarer Spieler. Mit seiner Qualität könnte er in der Zweiten Liga locker zehn, zwölf Tore machen und 15, 20 Assists.“ Doch bislang mangelte es Rama an Effizienz: „Er spielt zwei, drei, vier Spieler aus. Die Zuschauer freuen sich, aber es kommt nichts dabei rüber.“ Außerdem sei Rama zunächst krank gewesen, dann ein bisschen angeschlagen, darunter habe die Fitness gelitten. Fröhling: „Valdet ist aber ein Spieler, bei dem alles stimmen muss.“ Zudem merkte er an: „Wir spielen mit sehr hohem Kraftaufwand. Da darf sich keiner rausnehmen.“ Gegen Bochum durfte der Albaner erst in den letzten zehn Minuten ran.

1860 München: Marius Wolf musste Pause machen

Überhaupt nicht dabei war Marius Wolf. Der 20-Jährige erhielt vom Trainer eine Pause verordnet, nachdem sich die Diskussionen um seine immer noch nicht realisierte Vertragsverlängerung offenbar leistungsmindernd ausgewirkt haben. „Er hat den Kopf nicht frei“, sagte Fröhling gestern zum wiederholten Mal. Die talentierte Offensivkraft weilt derzeit bei der U-21-Nationalmannschaft. Wann mit Wolf wieder in der 1860- Startelf zu rechnen sei? Fröhling: „Er soll den Vertrag unterschreiben, und dann ist’s gut.“ Grundsätzlich meinte der Löwen-Trainer: „Wenn einer gut drauf ist und gut trainiert, kriegt er bei uns immer eine Chance.“ Das gilt auch für die Flügelstürmer Stephane Mvibudulu („Er bringt alles mit, um Profi zu werden“) und Krisztian Simon („Er hat sehr gute Voraussetzungen – aber er ist mir zu ruhig“).

Nach der Länderspielpause müssen die Löwen beim Tabellenletzten Fortuna Düsseldorf (13. September) und damit zum zweiten Mal in Folge auswärts antreten. „Ein kleines Schlüsselspiel“, wie Fröhling meinte. Der Ernstfall wird schon morgen gegen den österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck (18 Uhr in Heimstetten) geprobt. Fröhling sieht dabei einigermaßen hoffnungsfroh in die nahe Zukunft: „Da fress ich einen Besen: Wir werden auch wieder ernten.“ Mehr als nur Lob, natürlich.

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