Löwen-Keeper mit neuem Rekord / Kurz ist auf seine Defensive stolz

Tschauner besser als Radi

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Löwen-Keeper Philipp Tschauner mit einer Parade - der Sieg in Rostock war bereits sein sechstes Zu-Null-Spiel in dieser Saison

Ein alter Spruch aus dem American Football lautet: "Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften."

Na dann sollte sich der TSV 1860 vielleicht doch schon mal drauf einrichten, dass es im Mai nächsten Jahres was zu feiern geben könnte, denn: Auch wenn man es angesichts des derzeitigen Tabellenplatzes (Rang acht) kaum für möglich halten möchte: Die Löwen besitzen die stärkste Defensive im gesamten deutschen Profifußball (erste, zweite und dritte Liga). Nur elfmal schlug es in den bisherigen vierzehn Spielen im blauen Gehäuse ein.

1860 gegen Rostock: Die Löwen in der Einzelkritik

1860 gegen Rostock: Die Löwen in der Einzelkritik © 
Beda: Nach Schulter-Verletzung wieder zurück, bewies der Franzose einige Male sein Können. Diesmal dürfte auch Meister-Löwe Fredi Heiß nichts auszusetzen gehabt haben. Note: 3 © Fishing4
Benjamin Schwarz: Kam in die Elf, weil Thorandt gesperrt war. Machte seine Sache auf der linken Seite ganz ordentlich. Note: 4 © Fishing4
Berhalter: Bewies Routine und gutes Auge. Als es ein paarmal brenzlig wurde, war der Amerikaner zur Stelle. Note: 3 © Fishing4
Gebhart: Viele Ballkontakte, leider ohne zählbares Ergebnis. Und die Großchance zu Beginn kann man auch verwerten… Note: 4 © Fishing4
Ghvinianidze: Gut im Luftkampf, die technischen Limits sind bekannt. Note: 4 © Fishing4
Hoffmann: Hatte seine rechte Seite ganz gut im Griff. Nach vorne passierte allerdings wenig. Note: 3 © dpa
Ab. 60. Holebas: Mit einigen Konterszenen. Note: 3 © Fishing4
Johnson: Versemmelte die Riesen-Chance zur Führung einigermaßen kläglich. Ansonsten solide. Note: 4 © Fishing4
Lauth: Lange war wenig zu sehen vom Stürmer-Star. Das Tor war dann allerdings absolut perfekt gemacht. Note: 2 © Fishing4
Ab 83. Ledgerwood Note: ohne Bewertung © dpa
Di Salvo: An alter Wirkungsstätte kaum zu sehen. Großes Laufpensum – kein Torschuss. Note: 4 © Fishing4
Ab 90. Schäffler Note: ohne Bewertung © dpa
Sven Bender: In den Zweikämpfen wie immer sehr präsent. Nach vorne aber mit mehr Schatten als Licht und vielen Fehlern. Note: 4 © Fishing4
Tschauner: Rettete ganz stark gegen Kern (34.), Oczipka (55.) und Orestes (59.). Einmal ein Wackler beim Rauslaufen (19.). Note: 2 © Fishing4

Klar, dass Marco Kurz mit dieser Quote absolut zufrieden ist. „Das Abwehrverhalten stimmt“, sagt der Löwen-Coach, „gegen uns ist es ganz schwer, Tore zu erzielen.“

Mittlerweile. Denn Kurz hat natürlich nicht vergessen, „dass wir in den ersten drei Spielen, die alle verloren gingen, bei den Gegentoren große individuelle Fehler gemacht haben.“

Nie aber der Torhüter. Philipp Tschauner spielt eine bärenstarke Saison bisher, auch wenn Marco Kurz natürlich wenig Lust verspürt, den 23-Jährigen, der zuletzt beim 1:0 in Rostock wieder überragend hielt (sein sechstes Zu-Null-Spiel), herauszuheben: „Er hat den gleichen Anteil daran wie alle anderen Spieler. Philipp ist ein Talent, das noch Entwicklungspotenzial hat. Er ist da, um die Bälle zu halten, darf sich aber nicht davon einlullen lassen, dass es für ihn im Moment so positiv läuft.“

Na ja. Immerhin hat Tschauner dem großen Petar Radenkovic, der Löwen-Torwartlegende schlechthin, einen Rekord abgejagt. Denn noch nie bisher hatte ein Keeper des TSV 1860 nach vierzehn Spieltagen nur elf Gegentore im bezahlten Fußball kassiert. Die alte Bestmarke stammt aus der Meistersaison 1965/66, als der Radi nach vierzehn Spieltagen zwölf mal bezwungen worden war.

Logisch, was Kurz von seiner Truppe am Sonntag gegen Wehen fordert: „Wieder ein zu Null.“ Aber auch einen Sieg. Sonst muss ein anderer Spruch herhalten: Ohne Siege holst du keine Meisterschaften.

Was aus diesen Löwen wurde...

bodden_dpa
Seit dem Aufstieg in die Bundesliga 1994 kamen und gingen viele Kicker an die Grünwalder Straße 114 zu den Münchner Löwen. Die einen blieben in guter Erinnerung, die anderen weniger. Sehen Sie hier eine Auswahl "vergessener Löwen-Kicker" und was aus ihnen wurde. Olaf Bodden kickte zwischen 1994 und 1998 bei 1860 und erzielte in dieser Zeit 25 Tore. Heute verdient der ehemalige Stürmer als Spielerberater sein Geld. © dpa
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Jens Dowe kickte zwischen 1994 und 1996 im Grünwalder Stadion (51 Spiele, acht Tore). Der Mittelfeldspieler beendete seine Karriere 2004 in der Regionalliga bei Holstein Kiel und arbeitet heute im Jugendbereich von Hansa Rostock. © Archiv
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Holger Greilich schnürte die Kickstiefel zwischen 1995 und 2002 für die Löwen (114 Spiele, zwei Tore). Er beendete seine Karriere 2004 beim 1. FC Saarbrücken. Heute arbeitet der ehemalige Verteidiger als Spielerberater. © dpa
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Horst Heldt spielte von 1995 bis 1999 bei den Löwen (111 Spiele, elf Tore) und beendete seine Karriere 2006 beim VfB Stuttgart. Dort arbeitet "Hotte" auch heute noch - als Sportdirektor. © dpa
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Thomas "Icke" Häßler spielte zwischen 1999 und 2003 beim TSV 1860 (115 Spiele, 21 Tore) und beendete seine Karriere ein Jahr später beim SV Salzburg. Heute arbeitet "Icke" als Technik-Trainer bei seinem Heimat-Klub 1. FC Köln. © dpa
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Jens Jeremies' Vergangenheit als Löwe ist vergleichsweise kurz, wenn man seine drei 1860-Jahre (1995 bis 1998, 78 Spiele, zwei Tore) den acht Jahren beim FC Bayern gegenüberstellt. Jeremies beendete seine Karriere ebenda 2006 und arbeitet heute bei IMG. © dpa
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Roland Kneißl spielte sieben Jahre lang bei den Löwen und beendete seine Karriere dort im Jahr 1995. Später arbeitete Kneißl auch als Manager bei den Löwen, heute ist Kneißl bei der Fan GmbH 1860. © Archiv
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Alexander Kutschera war zwischen 1994 und 1997 ein Löwe (53 Spiele, ein Tor). Er beendete seine Karriere 2001 bei Eintracht Frankfurt und ist heute Trainer bei der SpVgg Landshut. © dpa
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Stefan Malz spielte von 1997 bis 1999 bei den Löwen (36 Spiele, zwei Tore). Er wechselte danach zu Arsenal London, konnte sich dort aber nie durchsetzen. Seine Karriere beendete Malz 2008 als Spieler beim FSV Oggersheim. © dpa
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Martin Max ist vielen Löwen-Fans als Knipser in guter Erinnerung. Er spielte zwischen 1999 und 2003 bei den Löwen (112 Spiele, 51 Tore) und beendete seine Karriere 2004 bei Hansa Rostock. Heute arbeitet Max gemeinsam mit einem anderen Ex-Löwen, Keeper Daniel Hoffmann, als Trainer beim Bezirksligisten TSV Grafing. © dpa
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Thomas Miller war und ist ein Ur-Löwe, der insgesamt 82 Bundesliga-Spiele für die Sechzger bestritt (ein Tor). Wie auch schon zeitweise während seiner aktiven Zeit arbeitet Miller als Finanzbeamter, heuer in Fürstenfeldbruck. © Archiv
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Erik Mykland spielte zwischen 2000 und 2002 bei den Löwen (26 Spiele, null Tore). Der 1971 geborene Mittelfeldspieler ist immer noch als Fußballer aktiv, und zwar beim norwegischen Zweitligisten Kristiansand. © dpa
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Peter Nowak regierte das Löwen-Mittelfeld zwischen 1994 und 1998 (93 Spiele, 15 Tore). Heute ist der gebürtige Pole Co-Trainer der US-Nationalmannschaft. © Archiv
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Peter Pacult schoss die Löwen mit seinem Treffer in Meppen 1994 in die Bundesliga, wo er in der Aufstiegssaison in 16 Spielen drei Mal einnetzte. Später arbeitete Pacult zwischen 2001 und 2003 auch als Chefcoach der Löwen. Heute coacht er den österreichischen Traditionsklub Rapid Wien. © Archiv
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Abedi Pele kickte zwischen 1996 und 1998 bei den Löwen (50 Spiele, zwei Tore). Heute engagiert sich Pele als WM-Botschafter für Südafrika. © dpa
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Rainer Berg hütete das Löwen-Tor zwischen 1991 und 1997 (100 Spiele) und arbeitet heute als Torwarttrainer bei der SpVgg Unterhaching. © dpa
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Thomas Riedl schnürte die Kickstiefel von 1999 bis 2001 für die Löwen (33 Spiele, ein Tor - das aber beim 1:0-Sieg gegen den FC Bayern). Heute steht der 32-Jährige bei Austria Kärnten unter Vertrag. © dpa
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Rene Rydlewicz spielte von 1994 bis 1996 bei den Löwen (46 Spiele, zwei Tore) und beendete seine Profi-Karriere im Sommer 2008 bei Hansa Rostock. Rydlewicz arbeitet nun bei Hansa Rostock. © Archiv
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Manfred Schwabl kam über den FC Bayern und den 1. FC Nürnberg zum TSV 1860 München und spielte dort von 1994 bis 1997 (83 Spiele, ein Tor). Heute arbeitet Schwabl als Unternehmer. © dpa
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Superstar Davor Suker ließ seine internationale Karriere (u.a. Real Madrid und Arsenal) bei den Löwen ausklingen (2001 bis 2003, 25 Spiele, fünf Tore). Heute arbeitet der ehemalige Top-Stürmer als Unternehmer und als Berater des kroatischen Fußball-Verbandes. © Sampics
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Bernhard Trares trug zwischen 1991 und 1997 das Löwen-Trikot (133 Spiele, 14 Tore), er beendete seine Karriere 2004 beim KSC. Heute trainiert der Ex-Kapitän Wormatia Worms. © dpa
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Manni Bender war zwar auch mal ein Roter, wechselte aber später die Farben und spielte zwischen 1996 und 1999 bei den Löwen (51 Spiele, vier Tore). Zuletzt war Bender als Trainer in der österreichischen Bundesliga bei SCR Altach aktiv. © dpa
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Elvis Brajkovic (ganz links) verteidigte für die Löwen zwischen 1994 und 1996 (18 Spiele, null Tore). Der 1969 geborene Kroate kickte bis Sommer 2008 als Profi in seiner Heimat weiter. Sein letzter Verein war NK Primorac Belgrad. © dpa
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Auch Harald Cerny hat eine "rote Vergangenheit", spielte aber nur für zwei Jahre als Profi beim FC Bayern. Von 1995 bis 2007 trug der Österreicher dann den Dress der Sechzger (263 Spiele, 17 Tore). Cerny blieb seinem Verein verbunden und arbeitet heute als U15-Trainer bei 1860. © dpa
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Didier Dheedene spielte nur ein Jahr lang bei den Löwen. Nach 18 Spielen (ein Tor) in der Saison 2001/2002 war dann aber Schluss. Seine Karriere setzte der Defensivspieler bei Austria Wien und Germinal Beerschot fort, wo er seine Karriere 2007 beendete. © dpa

Quelle: tz

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