TSV 1860 München Testspiel gegen den SV Ried

Grimaldi vom TSV 1860 München joggt seinem Abschied entgegen

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Neue Löwen braucht das Land: U21-Kapitän Dennis Dressel, 20, hinterließ einen guten Eindruck im Testspiel des Profiteams. 

Der erste Löwen-Held des neuen Jahres stand schon vor Anpfiff des Duells mit dem SV Ried fest. Vizepräsident Hans Sitzberger, im echten Leben Inhaber einer Straßenreinigungsfirma („Mia kehrn zam“), verzichtete auf standesgemäße Funktionärsrobe.

Stattdessen trug er grellgelbe Arbeitsmontur, saß auf einem seiner Räumfahrzeuge und machte mit seiner Sonderschicht überhaupt erst möglich, dass gut 150 Fans unfallfrei zum Kunstrasenplatz des Vereinsgeländes pilgern konnten.

Sie sahen dort ein 1860-Team, das dem österreichischen Zweitligisten im Schneetreiben ein 2:2 (1:2) abtrotzte, nachdem es bereits nach 16 Minuten mit 0:2 hinten gelegen hatte. Phillipp Steinhart per Strafstoß (25.) und Eric Weeger (84.) auf Vorarbeit des jungen Dennis Dressel, 20, retteten die Stimmung vor dem Trainingslager (Samstag bis Samstag). Selbst der ehrgeizige Daniel Bierofka hatte wenig auszusetzen. „Ist in Ordnung“, sagte der Coach: „In Testspielen geht’s mir weniger ums Ergebnis, sondern um die Art und Weise, und speziell in der zweite Hälfte haben wir richtig gut Fußball gespielt.“

Adriano Grimaldi, Löwen-Held der ersten Saisonspiele, war auch noch mal erschienen an der Grünwalder Straße. Seine Arbeitskleidung – das Trikot mit der Nummer 10 – durfte er jedoch im Spind lassen, denn Bierofka hatte den wechselseitigen Stürmer gar nicht erst in sein 23er-Aufgebot berufen. Stattdessen absolvierte der Wechselkandidat Sololäufe am Waldesrand. Des Trainers Kommentar dazu: „Es ist alles gesagt. Wir behandeln das ganz sachlich. Ist halt jetzt so.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass Grimaldi mit 1860 noch nach Spanien fliegt, geht gegen Null. Beiden Seiten kann nur noch daran gelegen sein, schnellstens einen Schlussstrich hinter ihre gescheiterte Ehe zu setzen. Nutznießer wird wohl der KFC Uerdingen sein, der sich auf einen guten, aber charakterlich schwierigen Spieler für den Aufstiegskampf freuen darf.

Bierofka dagegen scheint bereits nach vorne zu blicken – und freut sich, dass der junge Dressel keine Berührungsängste bei den Profis zeigt. „Die regelmäßige Spielpraxis bei der U 21 hat ihm gutgetan“, befand er und fügte hinzu: „Deswegen ist es ja gut, wenn man eine U 21 hat.“ Mit schönen Grüßen an die Führungsetage, die aus Sparzwängen heraus auch der weißblauen Talentschmiede zu Leibe rücken will.

Des Weiteren fiel beim munteren Winterkick auf, dass mit Jan Mauersberger, Markus Ziereis und Hendrik Bonmann drei Langzeitverletzte zurück sind. Zwar durfte Marco Hiller vor der Pause das Tor der A-Elf hüten, doch der Kampf um die Stammplätze ist neu eröffnet. Bierofka: „Im Trainingslager dürfen beide 90 Minuten durchspielen – danach sehen wir weiter.“ Ein Fan mit Mundharmonika stimmte mehrfach den „60er-Marsch“ an. Das Leben bei den Löwen geht weiter – auch ohne Grimaldi.

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