Sportchef wünscht sich neuen Vertrag

Gorenzel will weiter für 1860 „brennen“

Der Mann im Hintergrund: 1860-Sportchef Günther Gorenzel bildet mit Trainer Michael Köllner ein Erfolgsduo.
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Der Mann im Hintergrund: 1860-Sportchef Günther Gorenzel bildet mit Trainer Michael Köllner ein Erfolgsduo.

Team gebaut, Trainer gehalten – nun wünscht sich auch der Sportchef einen neuen Vertrag

Obwohl sich nur noch ältere TV-Zuschauer daran erinnern, wird im Fußball gerne ein Showklassiker aus früheren DDR- und BRD-Tagen zitiert: „Wünsch dir was!“ Meist gehört in Verbindung mit dem einleitenden Halbsatz: „Wir sind hier nicht bei . . .“

Auch beim TSV 1860 hört man den Satz hin und wieder – derzeit etwas seltener, denn überraschend viele Wünsche sind zuletzt in Erfüllung gegangen. Michael Köllner wurde für den Verlust von 17 Profis mit fünf externen Zugängen und einem neuen Vertrag entschädigt. Die Fans kommen derzeit in den Genuss von Ruhe, Harmonie und Tabellenplatz drei. Das Zusammenraufen der Gesellschafter schenkt allen Löwen eine reale Aufstiegsperspektive. Nur einer ist bisher leer ausgegangen: Sportdirektor Günther Gorenzel, 48.

Ein dreiseitiges Interview im „kicker“-Sportmagazin hat der Österreicher nun zum Anlass genommen, auch mal einen Wunsch zu formulieren. Nicht direkt natürlich, das verbieten Anstand und Stolz. Indirekt hat Gorenzel aber schon sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, was aus seiner Sicht für die Entwicklung bei 1860 der nächste logische Schritt wäre. Die Mannschaft ist zukunftsfähig aufgestellt, der Trainer hat die Sicherheit, dass er bis 2022 seine Visionen verfolgen darf – wer jetzt noch einen neuen Vertrag braucht, ist der Architekt des Löwen-Aufbruchs: Gorenzel selbst.

„Das liegt außerhalb meines Zuständigkeitsbereichs“, antwortet der Sportchef auf eine entsprechende Frage des Interviewers. Und konkret, als die Sprache auf seinen im Sommer 2021 auslaufenden Vertrag kommt: „Ich habe immer einen Plan B, ob in der Kaderplanung, der taktischen Ausrichtung oder selbst in Zeiten der Corona-Pause.“ Nur was die eigene Zukunft angeht, so Gorenzel, da habe er keinen Exitplan – obwohl er im Sommer auch für andere Clubs ein Thema war. „In diesem Fall, da bin ich ehrlich, gibt es keinen Plan B, dafür trage ich den Löwen zu tief im Herzen. Meiner Vorstellung entspricht es, zusammen mit dem Team und Michael (Köllner) eine Ära zu prägen. Ob man mich das auch im nächsten Jahr weiter lässt, liegt wie gesagt nicht in meinen Händen.“

Die Gesellschafter, in deren Händen diese Personalie liegt, haben sich zuletzt nicht zur Causa Gorenzel geäußert. Geäußert hat sich im Frühjahr der frühere Mentalcoach Alfred Böswald – er sieht im Duo Köllner/Gorenzel einen „Glücksfall für 1860“. Und auch Köllner selbst hat seinem Vorgesetzten verbal ein paar bunte Schleifchen geflochten. „Seit ich hier bin, habe ich die Zusammenarbeit mit Günther zu schätzen gelernt“, so der Erfolgscoach im „kicker“: „Wir haben einen stetigen, sehr konstruktiven, sehr ehrlichen und manchmal auch harten Austausch.“ Es sei „absolut gewinnbringend, einen Sportchef an der Seite zu haben, der selbst Trainer war“.

Gorenzel selbst lässt keine Zweifel daran, dass er seine Mission in Giesing noch lange nicht als beendet ansieht. „Es wird 1860 auch nach mir geben“, sagt er, „aber noch brenne ich jeden Tag 24 Stunden für den Verein.“ Eine Botschaft, die ihren Weg finden wird – über Giesing nach Abu Dhabi, wo Hasan Ismaik schon im April 2019 sagte: „Gorenzel ist kompetent, fleißig und ein Mensch mit einen gutem Charakter. Das sind Werte, die mir sehr wichtig sind.“

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