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TSV 1860: Von Bär bis Ismaik - Nicht nur Köllner fordert Verstärkungen

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Von: Uli Kellner

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Ein verlorener Sohn kehrt zurück: Tim Rieder, hier neben Sportchef Günther Gorenzel, ist der erste offizielle Neuzugang des TSV 1860.
Ein verlorener Sohn kehrt zurück: Tim Rieder, hier neben Sportchef Günther Gorenzel, ist der erste offizielle Neuzugang des TSV 1860. © TSV 1860

Michael Köllner knüpft seine Löwen-Zukunft nach wie vor an Verstärkungen für die kommende Saison. Tim Rieder soll nur der Anfang sein.

München – Ehe er zurück nach Köln geht, machte Stephan Salger den Ballermann-Trip der 1860-Profis mit (Rückflug heute) – keine Strafe für eine rheinische Frohnatur. Vorher jedoch gab der Abwehrrecke seinem künftigen Ex-Verein noch einige Botschaften mit auf den Weg.

„Leider hatten wir in der Hinrunde eine zu lange Phase, in der es nicht lief“, kritisierte Salger, 32: „Letzte Saison war es ähnlich im Herbst/Winter. Wenn du hochkommen willst, kannst du dir das nicht erlauben.“ Der Rat des scheidenden Löwen: „Mehr Konstanz und Qualität reinkriegen“ – dann werde 1860 „nächstes Jahr wieder eine sehr gute Rolle spielen“. Eine durchaus konsensfähige Analyse, die Salger dem Tabellenvierten hinterlässt. Marcel Bär sieht es ähnlich. „Teilweise hatten wir eine halbe A-Jugend auf der Bank“, spielte auch der Torschützenkönig auf fehlende Kadertiefe an.

TSV 1860: Köllner fordert Klarheit - Transfer von Rieder offiziell

Die Meinung von Michael Köllner zum Thema ist ja hinlänglich bekannt. „Wir haben in dieser Saison mit einem zu dünnen Kader gespielt“, sagte der Trainer nach dem Abschluss-Schützenfest gegen Dortmund II (6:3). Köllner knüpft seine Zusage für die nächste Saison an den Umstand, dass seine vehement geforderten Verstärkungen auch wirklich dingfest gemacht werden. „Habt Ihr vom Verein einen Transfer offiziell vermeldet bekommen?“, fragte der Coach in die Reporterrunde und fuhr energisch fort: „Niente! Warum soll ich mich jetzt hinstellen und aufgrund von Versprechungen oder Vermutungen ein Bekenntnis abgeben? Und dann muss ich ein paar Wochen später sagen: Ja, eigentlich wurde es mir zugesichert . . . Nein, wir erledigen unsere Aufgaben, und wenn das der Fall ist, ist es für mich klar. Aus den Gesprächen sehe ich schon, dass 1860 nicht unbedingt ohne mich in die neue Saison gehen will.“

Laut einem SZ-Bericht hat Robert Reisinger Klarheit von Köllner eingefordert, ehe auch der Trainer am Sonntag nach Mallorca flog (unabhängig von der Mannschaft). Ob der Präsident sie bekommen hat, ist nicht bekannt. Nach und nach sollen sie nun aber folgen, die im Hintergrund eingefädelten Erfolgsmeldungen. Diese Woche ist dem Vernehmen nach täglich eine Vollzugsmeldung geplant.

Der Anfang wurde gestern gemacht. Pünktlich um 11 Uhr bestätigte der Verein, was seit Wochen bekannt war: Tim Rieder, 28, kehrt zu den Löwen zurück – nach zwei unglücklichen Jahren in Kaiserslautern und beim Insolvenzclub Türkgücü. „Glücklich“ sei er darüber, wird der Defensivallrounder aus Dachau zitiert: „Ich werde alles dafür geben, unsere sportlichen Ziele zu erreichen.“

TSV 1860: Ismaik hadert mit Nichtaufstieg und lobt forsches Auftreten

Ganz im Sinne von Hasan Ismaik, der sich zuletzt eine Facebook-Pause verordnet hatte (neben der Ramadan-Auszeit). Aus Verdruss über das Verpassen des Saisonziels habe er länger nichts von sich hören lassen, teilte der Investor mit: „Ich muss gestehen: Ich bin doch ziemlich enttäuscht, dass wir den Aufstieg wieder versäumt haben. Ich habe einen anderen Anspruch.“ Der einzige positive Aspekt, den er hervorhob neben dem Aufstieg der U 19 in die A-Junioren-Bundesliga und dem Aufstieg von Marcel Bär zum Drittliga-Torschützenkönig: „Dass wir trotz aller Schwankungen als zweitbeste Rückrundenmannschaft über die Ziellinie gekommen sind.“

Ansonsten stößt Ismaik ins gleiche Horn wie Salger, Bär, Köllner und Reisinger. Auch der Jordanier fordert mehr „Konstanz in unsere Leistungen“ – und „noch mehr Geschick bei Spielereinkäufen und -verkäufen“. Glücklich sei er darüber, dass speziell der Trainer und der Präsident seit Wochen „sehr forsch, angriffslustig und zielorientiert auftreten. Beide haben den Aufstieg als Ziel ausgerufen. Ich finde, dieser Kurs passt besser zu uns Löwen, als sich mit dem Status Quo abzufinden und sich die 3. Liga auf Dauer schön zu reden.“ (Uli Kellner)

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