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Ab wann dürfte Bierofka eigentlich offiziell die Löwen-Profis trainieren?

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Von: Simon Krug

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München - Nach dem Runjaic-Aus trainiert Daniel Bierofka die Profis des TSV 1860 München bereits zum zweiten Mal interimsweise. Doch in rund zwei Wochen rückt der Ex-Profi wieder ins zweite Glied. Warum eigentlich?

Nach nur 13 Spieltagen in der 2. Bundesliga ist die Ära Kosta Runjaic beim TSV 1860 München schon wieder passé. Mit großen Ambitionen und Zielen waren die Löwen im Sommer in die neue Saison gestartet. Investor Hasan Ismaik machte unter anderem die Verpflichtung von Spielern mit Erstligaerfahrung, wie Stefan Aigner, Ivica Olic, Sascha Mölders oder Sebastian Boenisch möglich. Doch erneut sind die Blauen der Abstiegszone bedrohlich nahe. Nur zwei Punkte liegt der TSV aktuell vor einem direkten Abstiegsplatz, einen Zähler vor dem Relegationsrang 16.

Zwar ging die Partie am Montagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht verloren (1:1), doch offenbar traute man Runjaic nicht mehr zu, das Team in die Erfolgsspur zurückzuführen. Nur ein Sieg aus den vergangenen neun Partien ist schlichtweg zu wenig.

Bierofka erneut Interimscoach

Nun übernimmt erneut Ex-Profi Daniel Bierofka interimsweise das Kommando an der Grünwalder Straße. Der 37-Jährige stand bereits in der vergangenen Spielzeit nach der Entlassung von Benno Möhlmann an der Seitenlinie der Löwen - mit großem Erfolg. Unter ihm holte 1860 aus drei Spielen neun Punkte und spielte dreimal zu Null. Allerdings wird Bierofka auch dieses Mal nur zwei Wochen offiziell Trainer sein, da er noch nicht die nötige Lizenz besitzt. Heißt: Die Verantwortlichen müssen sich in den kommenden Wochen auf Trainersuche begeben.

Welche Rolle dabei Thomas Eichin spielen wird, ist fraglich. Denn der 50-Jährige hatte offenbar in der Causa Runjaic kein Mitspracherecht und wurde am Dienstag von jordanischen Investor degradiert. „Eichin wird nicht mehr Geschäftsführer sein, sondern nur noch Sportdirektor“, sagte Ismaik. Laut Präsident Peter Cassalette sei dies jedoch vor seiner Verpflichtung so vereinbart worden.

Runjaic-Entlassung: Warum genau jetzt?

Kurioserweise stand die Trennung von Kosta Runjaic bereits vor dem Match gegen Kaiserslautern fest. „Entscheidend war das Spiel in Sandhausen“, gab Präsident Cassalette am Dienstag bei der Pressekonferenz zu. Dieses verloren die Blauen vor zwei Wochen mit 2:3. Doch weshalb ließ man Runjaic während der Länderspielpause weiterarbeiten, anstatt einem neuen Trainer die Möglichkeit zu geben, die Mannschaft in Ruhe auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten?

Fakt ist, Investor Ismaik hat einmal mehr gezeigt, zu was er in der Lage ist. Stellt sich der Erfolg nicht ein, muss schnell das „schwächste Glied in der Kette“, wie es Stefan Aigner auf den Punkt brachte, der Trainer, dran glauben. Seit seinem Einstieg im Jahr 2011, gab es beim TSV 1860 insgesamt zehn verschiedene Übungsleiter. Markus von Ahlen und nun auch Daniel Bierofka coachten das Profiteam sogar zweimal. Und auch dieses Mal ließ es sich der Jordanier nicht nehmen, die Entscheidung höchstpersönlich zu verkünden.

Am Montag reiste der 40-Jährige dafür extra nach München und saß am Abend in der Allianz Arena neben Peter Cassalette auf der Tribüne. Das Runjaic-Aus begründete Ismaik wie folgt: „Bei vielen Spielen ist es so gewesen, dass die Mannschaft gut in die erste Halbzeit gestartet ist und dann schwächer wurde. Das können wir nicht akzeptieren. Wir haben unsere Ziele nicht erreicht.“

Daniel Bierofka, der insgesamt neuneinhalb Jahre das blau-weiße Trikot trug, soll die Mannschaft nun zunächst bis zur Winterpause betreuen. Doch der gebürtige Münchner muss seinen Posten aufgrund der fehlenden Trainerlizenz bereits nach 15 Werktagen wieder räumen, kann dann aber noch die Trainingseinheiten an der Grünwalder Straße leiten und sich bei Ligaspielen als Assistent von Denis Bushuev auf die Bank setzen. Zwar besitzt Bierofka seit August die A-Lizenz. Mit dieser darf er jedoch offiziell nur die Löwen-Amateure trainieren und eben nicht die Profis. Frühestens im August 2017 kann er die dafür nötige Lizenz in einem Lehrgang erwerben.

Doch schon jetzt steht fest: Sobald 1860 einen neuen Trainer gefunden hat, soll Bierofka nicht zur U21 der Löwen zurückkehren. „Beim neuen Coach wird er Co-Trainer bleiben“, so Ismaik.

Hätte man Kosta Runjaic also bereits vor der Länderspielpause entlassen, wäre Bierofkas Zeit als 1860-Interimscoach nun bereits beendet. Durch den Trainerwechsel am Dienstag kann der 37-Jährige die Mannschaft bei den nächsten zwei Spielen gegen Eintracht Braunschweig (Sonntag, 13.30 Uhr) und Dynamo Dresden (Samstag, 3. Dezember, 13 Uhr) offiziell betreuen. Erst im Anschluss rückt er für die zwei verbleibenden Partien vor der Winterpause ins zweite Glied, hat aber sowohl auf dem Trainingsplatz, als auch in der Kabine weiterhin das Sagen.

Welchen neuen Mann die Löwen-Verantwortlichen letztendlich aus dem Hut zaubern werden, ist noch offen. Allerdings sickerte durch, dass die Verantwortlichen des TSV 1860 bereits eine Kandidatenliste mit deutschen und ausländischen Trainern zusammengestellt haben. Wen würden Sie gerne an der Seitenlinie sehen? Stimmen Sie ab.

Über die aktuellen Entwicklungen rund um die Entlassung von Trainer Kosta Runjaic halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

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sk

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