Mit dem 3:0 gegen Köln lässt 1860 die Lautern-Klatsche vergessen

TSV 1860: Blaupause für das Löwen-Duell - „Traditionsduelle liegen uns!“

Mann des Spiels: Nach schwachen Auftritten zuvor durfte „Richy“ Neudecker gegen Köln wieder spielen und überzeugte auf ganzer Linie.
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Mann des Spiels: Nach schwachen Auftritten zuvor durfte „Richy“ Neudecker gegen Köln wieder spielen und überzeugte auf ganzer Linie.

Der TSV 1860 München hat beim 3:0 gegen Viktoria Köln eine Antwort auf die Klatsche in Kaiserslautern gegeben. Am Wochenende geht´s gegen Absteiger Braunschweig.

München – Viel war vom „Fokus“ die Rede vor dem Spiel der Löwen gegen Viktoria Köln. Vom „Hier und Jetzt“, von „Charakterstärke“ und „Erfahrung“. Nicht zu vergessen: die „Balance“, eine der absoluten Lieblingsvokabeln von Sportchef Günther Gorenzel.

Dieses hochheilige Gleichgewicht ist nach dem etwas zu deutlich ausgefallenen 3:0-Sieg gegen gelb-rot-dezimierte Gäste nicht weniger gefragt als zuvor. In der Beurteilung des Gezeigten. „Es ist nicht alles Sahne“, sagte Torschütze Merveille Biankadi und brachte damit den zweiten Heimsieg mit fünf Worten auf den Punkt. „Es war eine erste gute Antwort auf das Spiel in Kaiserslautern.

TSV 1860 München: Richy Neudecker überzeugt endlich wieder

Die nächste muss jetzt am Samstag in Braunschweig folgen.“ Bei der „Bombentruppe“ (Michael Köllner) des Zweitliga-Absteigers wird eine dürftige Defensivleistung wie gegen Köln kaum reichen, um Zählbares mitzunehmen. „Wir mussten in der ersten Halbzeit ein, zwei Situationen überleben, da hatten wir das Glück auf unserer Seite“, ordnete Abwehrchef Stephan Salger die Großchancen der Kölner durch Hong und Buballa korrekt ein. „Dann haben wir uns mit dem 1:0 belohnt und weiter aktiv gespielt.“ Der Matchwinner, da waren sich am Dienstagabend alle einig, hieß Richy Neudecker.

Nach schwachen Auftritten in Wehen und Kaiserslautern (gegen Türkgücü saß er 90 Minuten auf der Bank) verdiente sich der feinste Techniker im Kader zum ersten Mal in dieser Saison das Prädikat „Unterschiedsspieler.“ Vor dem Kreuzeck-Schuss zum 1:0 erkannte er den freien Raum im Zentrum, beim Freistoß vor Dennis Dressels 2:0 hebelte er mit flacher Ausführung auf Phillipp Steinhart die halbe Kölner Deckung aus.

Michael Köllner stellt auf altes System um - Bleibt´s dabei?

Das ausführliche Lob von Trainer Köllner: „Richy weiß, dass er sich auf mich verlassen kann und dass wir ihn brauchen. Ich wusste, dass er in der Halbposition richtig aufgehen wird. Es war wichtig für ihn, das System nochmal an seine Hand zu kriegen. Er hat viele Aktionen eingefädelt und konnte eine super abschließen.“

Mit Neudecker und „altem“ 4-1-4-1-System zurück in die Zukunft? Wenn’s nur so einfach wäre. „Wir haben damit nur auf die Fünferkette des Gegners reagiert und dem Spiel eine andere taktische Statik geben, spielte Köllner das Thema „Ein oder zwei Mittelstürmer?“ herunter. Entscheidender sei das „super Angriffspressing“ gewesen.

„Traditionsduelle liegen uns!“

Merveille Bianakdi geht optimistisch in das Duell gegen Braunschweig

So sah’s auch Dampfmacher Dressel: „Wir haben ein bisschen anders gespielt, mit einer höheren Intensität und Aggressivität, mit einem besseren Pressing.“ Ergänzender Gruß an Gorenzel: „Wir sind eine eingespielte Mannschaft, die ihren Kopf im Hier und Jetzt hat. Wir sind alle bei der Sache. Das haben wir heute gezeigt.“

Und das müssen sie auch übermorgen zeigen, soll das nervenzehrende Auf und Ab ein baldiges Ende haben – am besten bei den Löwen von Eintracht Braunschweig. Noch mal Dressel: „Wir müssen in Braunschweig eine ähnliche Intensität an den Tag legen, dann haben wir auch dort eine Chance.“

Im Hier und Jetzt, mit Blick nach vorn. Wie sehr das Lautern-Spiel schon abgehakt sein muss, ließ Biankadis Schlusssatz vom Dienstag erahnen: „Traditionsduelle liegen uns!“

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