1860 steht unter Druck

Adlung rät zum Scheuklappen-Prinzip

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"Wir dürfen nicht zu viel auf die anderen kucken", mahnt Daniel Adlung.

München - Die Konkurrenz im Abstiegskampf hat mit Punkten vorgelegt – 1860 steht gegen Heidenheim unter Druck. Markus von Ahlen erklärt, wo derzeit die Neuzugänge stehen.

Natürlich haben die 1860-Profis die Spiele der Konkurrenz verfolgt – und natürlich hat es ihnen nicht gefallen, was sich da zum Auftakt des 20. Spieltages am Südende der Tabelle getan hat. St. Pauli und Aue schlossen nach Punkten zu den Löwen auf (alle 17), Aalen nahm den ersten Nichtabstiegsplatz ein, den bis Freitag noch der TSV 1860 inne hatte.

Am Sonntag jedoch, einen Tag vor dem wichtigen Heimspiel gegen Heidenheim: demonstrative Unaufgeregtheit. Kein Wort darüber, dass der Druck des Gewinnenmüssens noch einmal erheblich gestiegen ist. „Wir dürfen nicht zu viel auf die anderen kucken“, sagte der vollbärtige Alles-wird-gut-Prediger Daniel Adlung, der neben dem traditionell dauerlächelnden Markus von Ahlen Platz genommen hatte. Adlung, seit dem Form- und Stammplatzverlust von Chris Schindler kommissarisch Kapitän, rät zum Scheuklappenprinzip, um sich im Abstiegskampf nicht zusätzlich nervös machen zu lassen. „Wenn wir unsere Ergebnisse abliefern und unser Spiel durchbringen, ist es relativ egal, was die anderen machen“, sagte er.

Vier Wochen Schinderei liegen hinter den Löwen, elf Tage Marbella, fünf Testspiele, die letzten zur Zufriedenheit des Trainers. „Wir freuen uns, dass es losgeht“, sagt von Ahlen. „Wir haben viel, hart und intensiv trainiert. Für uns geht es jetzt darum, an die guten Leistungen von vor der Winterpause anzuknüpfen.“ Gegen Lautern und Leipzig hatte sein Team zwei unerwartete Punkte geholt. Heute jedoch würde ein Teilerfolg eher als Rückschlag angesehen werden, zumal der letzte Sieg so lange her ist, dass damals noch nicht mal das erste Kerzlein am Adventskranz brannte (4:1 in Berlin). Gerhard Mayrhofer, der zuletzt abgetauchte Präsident, formulierte im Stadionheft einen Appell an das Wir-Gefühl: „Jetzt heißt es zusammenhalten und gemeinsam auf die Erfolgsspur zurückkommen.“

Positiv aus Sicht des Trainers ist, dass mit Ausnahme von Sturmlulatsch Mulic alle Profis einsetzbar sind. Torjäger Okotie meldet sich ebenso einsatzbereit wie der am Samstag noch grippekranke Rama. Anthony Annan, Jannik Bandowski und Krisztian Simon dagegen, die drei Neuen, sind noch nicht als Soforthelfer eingeplant. „Tony kämpft um einen Stammplatz, die beiden anderen um Kaderplätze“, so von Ahlen. Alles deutet auf eine Doppelsechs Sanchez/Annan hin. Defensive ist schließlich Trumpf, um der desaströsen Heimbilanz nicht gleich eine weitere Pleite hinzuzufügen.

Wie sagte Sportchef Gerhard Poschner im tz-Interview? „Wer aus München was mitnehmen will, soll auf den Viktualienmarkt gehen.“ Gut gebrüllt, Löwe. Die Fans wollen heute Taten sehen, zumindest ein paar wenige. Der Verein kalkuliert defensiv mit 16 500 Besuchern.

Uli Kellner

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