Stammkraft im defensiven Mittelfeld

1860-Coach Bierofka lobt Daniel Wein: „Vino bringt alles mit“

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Daniel Wein.

Daniel Wein erzielte am vergangenen Spieltag sein erstes Tor im Trikot des TSV 1860 München und bewies somit als Sechser nicht nur defensive Qualitäten. Cheftrainer Daniel Bierofka ist voll des Lobes über den 23-Jährigen.

München - Stolzgeschwellte Brust, den Mund aufgerissen wie ein Löwe, so feierte Daniel Wein sein erstes Regionalliga-Tor für den TSV 1860. Dass es auch noch der entscheidende Treffer war beim 1:0 gegen Greuther Fürth II – umso besser. Die Freude über den „dreckigen Sieg“ versüßte dem 23-jährigen Feldmochinger das erste Wiesn-Wochenende.

Dabei gehört das Toreschießen eigentlich gar nicht zu Weins Hauptaufgaben. Er ist der Mann für die defensive Organisation, für den Rhythmus und die spielverlagernden Pässe. Nach einem knappen Saisondrittel ist „Vino“, wie sie ihn im Mannschaftskreis nennen, nicht mehr wegzudenken aus der blauen Mittelfeldzentrale.

„Er hat alle Voraussetzungen für die Sechser-Position“, sagt Trainer Daniel Bierofka zur tz. „Übersicht, Technik, Robustheit im Zweikampf und eine gute Antizipation – der Vino ahnt viele Situationen voraus. Und was mich an ihm besonders beeindruckt, ist seine Konstanz. Wir können froh sein, dass er sich für Sechzig entschieden hat.“

Wein bereits in der Jugend beim TSV 1860

Wein hatte nach seiner Entscheidung, den SV Wehen-Wiesbaden zu verlassen, im Frühjahr auch Angebote von anderen Drittligisten vorliegen. Über Freunde seiner Eltern, die mit Familie Bierofka befreundet sind, kam der Kontakt mit 1860 zustande, wo Wein schon von der U7 bis zur U12 gespielt hatte. „Ich wollte unbedingt wieder nach Hause zu Familie und Freunden. Ich bin ein Typ, der sich auch außerhalb des Platzes wohlfühlen muss“, sagt der einstige U19-Nationalspieler, dem der Ex-Löwen-Trainer Torsten Fröhling das „Potenzial zu einem guten Zweitliga-Spieler“ bescheinigt.

Fröhling war Weins Trainer in Wehen, verpasste ihm bei den Hessen in der vergangenen Drittliga-Saison so manchen Einlauf. „Er ist in der Vergangenheit oft an seinem Phlegma gescheitert“, sagt Fröhling. „Da habe ich ihn gepackt. Ich hoffe, dass er den Schuss gehört hat.“

Hat er. Bis auf eine Verletzungspause beim Geisterspiel gegen Nürnberg absolvierte Wein alle zehn Spiele über die volle Distanz. „Ich denke, ich weiß jetzt, wie der Hase läuft“, sagt er.

Wein: „Was die anderen machen, ist uns im Moment noch total egal“

Wohin der Löwe läuft? „Ziel ist es, direkt wieder in den Profifußball zurückzukommen“, erklärt Geschäftsführer Markus Fauser. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie stabil der Aufwärtstrend ist. Nach dem Spiel in Unterföhring wartet zunächst Schweinfurt (30.9.), ehe es ab Mitte Oktober nacheinander gegen Augsburg II, Bayern II und Bayreuth geht. „Wir müssen eigentlich nur auf uns schauen“, lautet Weins Rezept. „Was die anderen machen, ist uns im Moment noch total egal.“

Das kann auch ­Bierofka nicht treffender formulieren. „Was mich zuversichtlich macht“, sagt der Coach, „ist, dass wir defensiv viel stabiler geworden sind.“

Vino darf sich angesprochen fühlen.

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