Interview mit Löwen-Star

1860: Wein feiert Traum-Comeback und spricht über lange Leidenszeit  – „Frustrierend war die Ungewissheit“

Daniel Wein von 1860 München
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Löwen-Star Daniel Wein hat harte Zeiten hinter sich.

Nach seiner hartnäckigen Verletzung ist Löwen-Mittelfeldspieler Daniel Wein wieder auf dem Platz. Im Gespräch mit der tz blickt er auf schwere Zeiten zurück.

München – Es war ein Comeback nach Maß für Daniel Wein vom TSV 1860 München. Nach mehrmonatiger Verletzungspause wegen einer Achillessehnenentzündung kam der 27-jährige Münchner am vergangenen Sonntag (12. September) in Halle zu seinem ersten Drittliga-Einsatz in dieser Saison.

Eingewechselt für den verletzten Marcel Bär, dauerte es keine acht Minuten, bis „Vinos“ Schuss zum 1:1 einschlug. Die tz sprach mit dem blauen Hoffnungsträger.

Daniel Wein, besser kann man sich nicht zurückmelden, oder?

Daniel Wein: Das war natürlich eine tolle Geschichte für mich persönlich. Ich mach ja nicht soo viele Tore, umso schöner, dass es gleich im ersten Spiel geklappt hat nach der langen Verletzungspause. Noch schöner wär’s natürlich gewesen, wenn wir gewonnen hätten.

Wie frustrierend war diese bislang längste Verletzungspause bei 1860?

Wein: Wirklich frustrierend war die Ungewissheit. Niemand konnte wirklich absehen, wie lange es dauert. Bei einem Bänderriss weißt du, wie lange das ungefähr braucht, aber diese Entzündung wollte einfach nicht weggehen.

1860 München: Daniel Wein spricht über seine Verletzungspause – „Schmerz war viel schlimmer“

Welche Therapien habt ihr versucht?

Wein: Da war einiges dabei. Zwei, drei andere Sachen bei verschiedenen Ärzten. Der Schmerz war viel schlimmer, als es die MRT-Bilder hergegeben haben, das war das Problem.

Ab wann spürten Sie, dass es aufwärts geht?

Wein: Im Laufe der Behandlung wurde es immer besser - mit Schwankungen zwar, aber es war deutlich gemildert. Wann genau dieser Zeitpunkt war, lässt sich nur schwer festmachen. Jetzt mache ich spezielle Aufwärmübungen, damit komme ich gut zurecht.

Sie haben Ihren Vertrag im März bis 2023 verlängert. Nach einer Adduktorenverletzung waren Sie auf der Zielgeraden Ihren Stammplatz los. Wie sieht’s jetzt aus?

Wein: Damals hat die Mannschaft super performt, ein Spiel nach dem anderen gewonnen. Ich hab schon verstanden, dass es da keinen Grund zu großen Änderungen gab. Jetzt geht’s von vorne los. Die Ansage heißt: Wer am besten trainiert, der spielt.

Auf welcher Position liegen die besten Chancen, sich wieder festzuspielen?

Wein: Meine Positionen sind die Sechs und die Innenverteidigung, auf rechts sehe ich mich nicht so, da haben wir jetzt andere Alternativen.

1860 München: Daniel Wein findet Gefallen an offensiverer Rolle

Die offensivere Rolle vom Halle-Spiel taugt Ihnen nicht?

Wein: Da hab ich auch auf der Sechs gespielt, aber hatte offensiv ein paar Freiheiten mehr, weil Halle zu zehnt extrem hinten drin stand. Aber klar, ich mag das schon, wenn ich offensiv mal mitgehen kann.

In der internen Torschützenliste sind Sie nur noch einen Treffer von der Spitze entfernt.

Wein: Das ist schon ungewöhnlich, wenn du nach acht Spieltagen mit einem Tor vorne dabei bist. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten. Wir waren letzte Saison die offensivstärkste Mannschaft und das verlernt man nicht.

Von den nächsten vier Ligaspielen werden drei zu Hause ausgetragen - gegen Zwickau, Viktoria Berlin und Waldhof Mannheim. Wann platzt der Knoten?

Wein: Am besten gleich am Samstag! Wir hatten zwar das 3:0 gegen Köln, da hab ich schon geglaubt, dass wir es gepackt hätten. So was brauchen wir jetzt halt noch mal. Wir sind immer noch relativ am Anfang der Saison.

Wie gefährdet ist Ihr großer Traum vom Aufstieg?

Wein: Jetzt schon vom Saisonende zu sprechen wäre grundfalsch. In dieser Liga ist es so eng, da gewinnst du zwei Spiele und alles sieht gleich ganz anders aus.

1860 München: Daniel Wein hat bei den Löwen seine neue „Gangstertruppe“ gefunden

Vergangenen Sommer haben Sie den Abgang ihrer „Gangstertruppe“ betrauert: Herbert Paul, Timo Gebhart und Efkan Bekiroglu. Ist schon Ersatz gefunden?

Wein: Ich bin mit allen Gangstern immer noch im Kontakt, auch mit Noel (Niemann) und Leon (Klassen). Aber auch jetzt in der Mannschaft hab ich meine Gangster, mit Semi (Belkahia) häng ich viel ab, Merv (Biankadi) ist mein Zimmerkollege bei Auswärtsfahrten. Wir sind schon eine coole Truppe.

Wie groß ist die Vorfreude auf 10.000 Fans am Samstag?

Wein: Riesig, da freuen wir uns alle drauf! Das ist jetzt noch mal ein großer Schritt zurück zum Ausverkauft. Ich hoffe, dass wir die Fans mit einem Sieg und einem geilen Spiel beschenken können. (lk/ulk)

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