Mittelfeldmann im Interview

TSV 1860: Vier-Tore-Mann kann Rückspiel gegen Halle kaum erwarten - Dressel erneut in Ballerlaune?

Dennis Dressel gelangen in der Hinrunde vier Treffer in einem Spiel. Gegner: Hallescher FC
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Dennis Dressel gelangen in der Hinrunde vier Treffer in einem Spiel. Gegner: Hallescher FC.

Viermal traf Dennis Dressel für den TSV 1860 im Grünwalder gegen Halle. Nun kommt es zum Rückspiel. Kommt es erneut zur Sternstunde? Der Allrounder nimmt im Interview Stellung.

München - Der Juniorchef wird erwachsen. Dennis Dressel (22) hat als Ersatz für den verletzten Daniel Wein zuletzt auch auf der Sechser-Position Werbung in eigener Sache betrieben. Vor dem Spiel beim Halleschen FC, gegen den Dressel in der Hinrunde vier Tore gelangen, stand der Mittelfeld-Allrounder im tz-Interview Rede und Antwort.


Dennis Dressel, am Samstag geht’s nach Halle. Haben Sie sich eigentlich schon für eine private Städtepartnerschaft beworben?
Dennis Dressel: (lacht) Wenn’s so was gäbe, müsste ich glatt überlegen. Am liebsten würde ich jede Woche gegen Halle spielen.
Vier Tore gelangen Ihnen vor vier Monaten am 7. November 2020 im Grünwalder Stadion. Welches haben Sie am meisten ins Herz geschlossen?
Dressel: Ich fand jedes auf seine Weise geil. Das erste mit links oben rein, das zweite volley mit dem schwächeren rechten Fuß, dann der Abstauber nach der Pause und später das 5:1. Wenn ich mir eins aussuchen müsste, dann würde ich das vierte nehmen: Dribbling, Schlenzer – das war ein Gesamtpaket.
Haben Sie ein Erinnerungsstück zu Hause?
Dressel: Den Ball hab ich mir mitgenommen. Aber ich hab ihn jetzt nicht an die Wand gehängt, oder so. Der liegt im Keller.
Und ab und zu tätscheln Sie ihn?
Dressel: Nein, ich bin da nicht abergläubisch. Aber vielleicht sollte ich’s mal probieren…
Schließlich haben Sie seit Halle nicht mehr getroffen.
Dressel: Eben. Langsam wird’s mal wieder Zeit. Auch wenn Toreschießen jetzt nicht meine Hauptaufgabe ist.

TSV 1860: Wichtige Vertragsverlängerungen - „Der Kern bleibt zusammen, so sollte es sein“

Wie würden Sie Ihre Entwicklung in dieser Saison zusammenfassen?
Dressel: Ich finde, dass ich auf jeden Fall wieder einen Schritt nach vorne gemacht habe, präsenter bin, eine höhere Aktionsdichte habe, wie mein Berater (Hermann Hummels, d. Red.) immer sagt. Trotzdem gab’s auch Phasen, wo es nicht gelaufen ist. Die blöde Rote Karte gegen Türkgücü war ein Rückschlag, danach hab ich mich erst wieder reinkämpfen müssen in die erste Elf. Aber jetzt fühle ich mich gut, körperlich wie psychisch, und ich freue mich auf den Saisonendspurt.
Zuletzt schafften Sie es als Not-Sechser sogar in die Kicker-Elf des Spieltags. Trotz der 1:2-Niederlage in Duisburg.
Dressel: Ich hab mich gegen Haching und jetzt in Duisburg sehr wohl gefühlt auf der Position. Man ist noch mehr drin im Spiel, hat viel defensive Verantwortung. Natürlich wird es schwieriger, zum Torabschluss zu kommen, aber das liegt in der Natur der Sache.
Wäre das perspektivisch was für Sie?
Dressel: Ausschließen würde ich nichts, aber aktuell ist das die Stammposition vom Molli (Quirin Moll) und vom Vino (Daniel Wein, beide verletzt). Für mich war oder ist das jetzt der Beleg, dass ich flexibel einsetzbar bin. Der Rest liegt eh beim Trainer.
Daniel Wein hat seinen Vertrag am Dienstag verlängert. Waren Sie überrascht?
Dressel: Nein, das hatte sich abgezeichnet. Ich find’s gut, dass Sechzig den Worten Taten folgen lässt, dass der Weg gemeinsam weitergegangen wird. Vino ist nach dem Trainer und Sascha ein weiteres Signal, dass der Kern zusammenbleibt. So sollte es sein.

1860 München: Was muss passieren, damit die Löwen oben noch ein Wort mitreden können?

Ihr Vertrag hat sich per Einsatz-Klausel ebenfalls um ein weiteres Jahr verlängert. Zählen Sie sich auch zum Kern?
Dressel: Ja, ich denke schon, dass ich da inzwischen dazugehöre und ein wichtiger Faktor bin. Den Respekt hab ich mir erarbeitet.
Und wenn der Blick übers Frühjahr 2022 hinausgeht, wo sehen Sie sich?
Dressel: So weit geht der Blick noch nicht. Und ich hab auch keine Zauberkugel, in die ich schauen könnte. Es klingt jetzt wie eine Phrase, aber für mich zählt das Hier und Jetzt. Ich will diese und nächste Saison alles für Sechzig reinhauen, danach wird man sehen, wo wir stehen und was es für die weitere Entwicklung braucht.
Was braucht es für die nähere Entwicklung?
Dressel: Wie haben es jetzt einige Male nicht geschafft, unsere Überlegenheit in einen Sieg zu zwingen, das ärgert uns alle extrem. Am Ende haben immer Kleinigkeiten gefehlt, die letzte Präzision beim Steilpass, die letzte Konsequenz vor dem Tor. Wenn wir oben wirklich nochmal ein Wort mitreden wollen, dann brauchen wir jetzt eine Serie. Die Beispiele Bayern II oder Würzburg haben gezeigt, was mit einem starken Endspurt möglich ist. Und am Samstag in Halle soll’s losgehen. Ob ich jetzt treff’ oder nicht – da müssen drei Punkte her.

Interview: Ludwig Krammer

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