TSV 1860: Interview mit Dressel-Berater Hummels

„Dennis will ganz klar weiter nach oben im Profigeschäft“

Dennis Dressel vom TSV 1860 konzentriert sich auf den Ball.
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Fokus 2. Liga: Löwen-Eigengewächs Dennis Dressel zieht es zu Darmstadt 98.

Verlieren die Löwen Dennis Dressel, 22, an Zweitligist Darmstadt 98? Einiges deutet darauf hin. Berater Hermann Hummels stellt klar: „Dennis will das machen!“

Darmstadt hinter Dennis Dressel, 22, her. Diese Meldung von Dienstagabend trübt die Vorfreude der Löwen-Fans auf die am 23. Juli beginnende Drittligasaison. Das Umfeld des Vorjahresvierten fragt sich seither: Warum hat es das Eigengewächs plötzlich so eilig mit der 2. Liga? Und: Wo liegt die finanzielle Schmerzgrenze, bei der der TSV 1860 Stammspieler Dressel (Vertrag endet 2022) ziehen lassen würde? Wir reichen all diese Fragen weiter an Hermann Hummels, den Vater von Nationalspieler Mats und Berater des begehrten Mittelfeld-Löwen (im Verein seit 2007).

Herr Hummels, gleich mal direkt gefragt: Wie ist der aktuelle Stand bei Dressels Flirt mit Darmstadt 98?

Hummels: Die Vereine sprechen miteinander. Fakt ist, dass Darmstadt sich bemüht und Dennis das gerne machen würde. Die 2. Liga ist nächstes Jahr eine hochattraktive Liga. Das wäre für ihn als junger Spieler ein Schritt nach vorne. Dennis will ganz klar weiter nach oben im Profigeschäft. Am liebsten hätte er das schon letztes Jahr gemacht, und wenn man so eine Möglichkeit hat, muss man das abklopfen – und artikulieren, dass man das will.

Unterstützt den Wechselwunsch von Dennis Dressel: Berater Hermann Hummels, der Vater des Nationalspielers Mats Hummels.

Hat Dennis das den 1860-Bossen auch so deutlich gesagt?

Hummels: Ja, jeder weiß Bescheid.

Inwieweit unterstützen Sie seinen Wechselwunsch?

Hummels: Ich wäre ein schlechter Berater, wenn ich sagen würde: Weiter oben ist es schlechter als weiter unten.

Denken Sie, dass Dressel der 3. Liga leistungsmäßig entwachsen ist?

Hummels: Darum geht es doch gar nicht. Dennis ist Profifußballer, er möchte weiter nach oben, und dafür gibt es keinen Spielraum, der über 30 Jahre geht. In der Regel gibt es ein Fenster von zehn Jahren. Die Grundvoraussetzung ist, dass der Spieler seine Leistung bringt, und das hat Dennis getan. Und die 2. Liga ist nächste Saison wirklich eine große sportliche Herausforderung.

Anzunehmen ist, dass das Interesse am Spieler seit Dressels Vier-Tore-Gala gegen Halle sprunghaft angestiegen ist.

Hummels: Würde ich nicht sagen. Das Interesse an ihm ist deshalb angestiegen, weil Dennis immer bessere Leistungen gebracht hat, und zwar konstant. Es haben sich etliche Vereine gemeldet. Ein paar kommen nicht infrage, weil sie sportlich nicht attraktiv sind, aber Darmstadt passt super. Der Verein ist ambitioniert wie Dennis, sie haben Platz drei in der Rückrunde belegt. Aus meiner Sicht ist Dennis auch ein Spieler, der die 2. Liga beherrschen kann – und sogar die Bundesliga.

Aus meiner Sicht ist Dennis ein Spieler, der die 2. Liga beherrschen kann – und sogar die Bundesliga.

Berater Hermann Hummels über Dennis Dressel, den Juniorchef im 1860-Mittelfeld.

Was wäre denn aus Ihrer Sicht eine realistische Ablösesumme?

Hummels: Weiß ich nicht. Was ich nur immer feststelle: Die Vereine weisen gerne auf Corona hin, wenn es um Gehälter geht – geht es aber um Ablösesummen, merkt man davon nichts. Vom Spieler wird immer verlangt, dass sein Gehalt marktgerecht ist. Dann müssen aber alle anderen Summen auch marktgerecht sein. Daher würde ich mir wünschen, dass alles immer realistisch behandelt wird. Dass an alle Zahlen die gleichen Maßstäbe angelegt werden.

Sportchef Günther Gorenzel hat es bereits angedeutet: Kampflos wird 1860 Dennis nicht abgeben.

Hummels: Das ist auch richtig so: Wenn ein Verein nicht um einen Spieler kämpft, dann ist er nach meiner Erfahrung auch nicht gut genug. Ich finde das in Ordnung – und es spricht für die Entwicklung, die Dennis genommen hat.

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