TSV 1860

Die Personaldecke der Löwen - wie ein knapp bemessenes Tischtuch

Dennis Erdmann bei einem Schussversuch inmitten von vier Duisburger Spielern.
+
Aushilfsstürmer: Dennis Erdmann bei seinem Jokereinsatz gegen den MSV Duisburg.

Zuletzt wurde beim TSV 1860 Dennis Erdmann als Stürmer eingewechselt. Der Grund: Trainer Michael Köllner fehlen die personellen Alternativen, was so früh in der Saison kein gutes Zeichen ist.

Als Dennis Erdmann gegen Duisburg in der 89. Minute aufs Spielfeld sprintete, war das ein Signal. Michael Köllner signalisierte beim Stand von 0:1, dass die Löwen dieses Spiel noch nicht aufgegeben haben. Gleichzeitig war die Hereinnahme von Erdmann aber auch ein anderes Signal. Der 29-Jährige ist der Inbegriff des Defensivspielers, und Köllner warf ihn aus purer Verzweiflung ins Gefecht. Weil der 1,88 m lange Erdmann eine gewisse Kopfballstärke hat. Vor allem aber: Weil der 1860-Coach nicht wusste, wem sonst er den Auftrag zur Schlussoffensive übertragen sollte.

Für Routinier Willsch kam Talent Djayo

Bereits in der Frühphase der Saison stößt der im Sommer verschlankte Löwen-Kader an personelle Grenzen. Offensiv zulegen ist schwierig, wenn sich auf der Bank nur Defensivleute und Lehrlinge tummeln. Dabei war es mitnichten so, als wäre eine Fülle an Profis verletzt ausgefallen, im Gegenteil: Von den Stammspielern war zuletzt nur Stefan Lex angeschlagen. Bereits als sich Rechtsverteidiger Marius Willsch gegen Duisburg den Oberschenkel zerrte, musste Köllner improvisieren, indem er das 19-jährige Offensivtalent Johann Djayo einwechselte.

Die Personaldecke der Löwen gleicht einem zu knapp bemessenen Tischtuch. Egal, an welcher Seite man zieht, man schafft es einfach nicht, die blanken Stellen komplett zu verdecken. Auf die Situation am Samstag bezogen: Weil Lex verletzt ausfiel, berief Köllner Backup-Stürmer Martin Pusic (33) in die Startelf. Andere erfahrene Torjäger gibt der Kader nicht her. Matthew Durrans (21) und Tim Linsbichler (20), beide nicht für das MSV-Spiel nominiert, müssen erst an gehobenes Drittliganiveau herangeführt werden.

Es spricht für Köllners Sportsgeist, dass er kein Alibi suchte für die Niederlage gegen Duisburg (0:2 am Ende). „Die Bank hat das Spiel nicht verloren“, sagte er auf eine diesbezügliche Nachfrage: „Ich glaube, dass wir schon noch Möglichkeiten nach dem Rückstand hatten.“ Allgemein habe am Samstag „der letzte Punch gefehlt“, den es brauche, um Rückstände gegen defensiv eingestellte Gegner noch umzubiegen.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare