Doppelinterview mit Okotie und Liendl

Klassenerhalt besser als ein Bayern-Triple!

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Austria-­Doppelpack in Spanien: Rubin Okotie und Michael Liendl beim Interview mit der tz im ­Trainingslager in Estepona – und im Einsatz auf dem ­Trainingsplatz

Estepona - Im Doppelinterview mit der tz sprechen Rubin Okotie und Michael Liendl über Ismaiks Facebook-Posts, Urlaub, das Zusammenspiel und David Alaba.

Trainingslagerzeit, Zeit für Interviews. Nach dem ausführlichen Gespräch mit den Torhüter-Rivalen Vitus Eicher und Stefan Ortega in der Mittwochs-Ausgabe stehen am Donnerstag die beiden Österreicher im Blickpunkt der tz: Torjäger Rubin Okotie und Spielmacher Michael Liendl, auf die es nach indiskutablen 15 Toren in 19 Spielen besonders ankommen wird beim Unternehmen Klassenerhalt.

Herr Okotie, Herr Liendl, wie groß ist die Vorfreude auf den 6. Februar, wenn‘s gegen Nürnberg wieder losgeht?

Liendl: Sehr groß! Es war einfach wichtig, dass man etwas Abstand kriegt, mal nicht an Fußball denkt. Ich war mit der Familie in Dubai, ein super Urlaub. Man sieht hier im Trainingslager, dass jeder mit Spaß bei der Sache ist.

Okotie: Die Zeit vor Weihnachten war natürlich nicht schön. Nach dem 4:4 in Paderborn haben wir alles verloren, das hat die Stimmung nicht gerade verbessert. Ich konnte im Weihnachtsurlaub mit der Familie auf Gran Canaria neue Kraft tanken. Jetzt bin ich wieder richtig heiß auf Fußball.

Okotie: "Sechzig härtet ab"

In den letzten Wochen wurde eifrig über Ihre Zukunft spekuliert, auch ein Wechsel zur Winterpause stand zur Debatte. Wie ist die Lage?

Okotie: Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren bei 1860, meine Vorstellungen waren natürlich ganz anders, als ich hierher gewechselt bin. Aber ich habe mich an einiges gewöhnt mittlerweile. Und ich denke, dass man auch aus solchen Situationen viel lernen kann für seine Karriere und fürs Leben. Wie man mit Rückschlägen umgeht, solche Sachen. Sechzig härtet ab.

Und wie geht’s weiter?

Okotie: Ich kann hier und jetzt sagen, dass in dieser Transferperiode definitiv nichts mehr passieren wird. Ich bleibe auf jeden Fall bis Saisonende bei 1860. Danach wird man sehen. Ich will mich im Moment gar nicht mit diesem Thema beschäftigen, das bringt nichts.

Wie schwer fällt die Konzentration, wenn fast jeden Tag ein neuer Facebook-Post von Hasan Ismaik durch die Welt geistert?

Liendl: Es ist schon schwierig, wenn du von Bekannten und Freunden gefragt wirst, was jetzt schon wieder los ist bei 1860. Wir wissen es ja auch nicht, was hinter den Kulissen passiert.

Okotie: Natürlich kriegt man alles mit, natürlich wird man drauf angesprochen. Aber wir müssen das ausblenden, unser Job ist ein anderer.

Die sportliche Lage ist prekär. Dabei sah es im November so aus, als könne die Wende gelingen...

Okotie: Ja, wir waren im November mit den beiden Siegen knapp davor, uns zu befreien. Und dann sind wir wieder reingezogen worden durch individuelle Fehler. Jetzt ist es, wie es ist.

Liendl: Wir haben eine Monster-Aufgabe vor uns. Von den 15 Spielen müssen wir sieben, acht gewinnen. Sonst wird sich‘s nicht ausgehen.

Was können Sie an Ihrem Zusammenspiel verbessern?

Liendl: Die Präzision muss besser werden, der letzte, auch schon der vorletzte Ball muss einfach besser kommen. Daran arbeite ich – und daran arbeitet die ganze Mannschaft. Wir sind vorne nicht effektiv genug.

Okotie: Ich bin überzeugt, dass es nach dieser intensiven Vorbereitung besser laufen wird. Der Lindi ist einer, der die Räume sieht, der uns Stürmer einsetzen kann.

Löwen heben ab und haben Spaß: Das Training am Mittwoch

Was treiben Sie, wenn kein Training und keine Massage ansteht?

Okotie: Ich lese die Biographie von Michael Jordan und schau auf dem iPad „Narcos“, eine super Netflix-Serie über das Leben von Pablo Escobar.

Liendl: Ich habe mir einen Thriller mitgenommen, den neuen von Sebastian Fitzek: Das Joshua-Profil.

Als dicker Spezl von David Alaba – was wünschen Sie Ihrem Wiener Landsmann beim FC Bayern, Herr Okotie?

Okotie: Ich wünsche dem David, dass er gesund bleibt und so viele Titel gewinnt wie möglich. Ich traue Bayern das Triple zu. Sie sind vielleicht nicht der Top-Favorit, aber auf jeden Fall ein Titelanwärter.

Was wäre die größere sportliche Leistung – der Klassenerhalt des TSV 1860 oder der Champions-League-Titel des FC Bayern?

Okotie: (lacht) Unser Klassenerhalt. Das wäre Stand heute der größere Erfolg.

Liendl: Würde ich so unterschreiben.

Interview: Ludwig Krammer

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