1. tz
  2. Sport
  3. 1860 München

„Ein perfektes Wochenende“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Kompetenzgerangel? Geh weider! Die Herren Schneider, Ismaik und Iraki (von links) bei der öffentlichen Verbrüderung in der Allianz Arena. © MIS

München - Volksnah, sympathisch, ein Investor zum Anfassen – das ist das Bild, das vom schwergewichtigen Jordanier transportiert werden soll. Auch beim Heimspiel der Löwen gegen den KSC. Von Kompetenzgerangel keine Spur.

"A simple guy“, ein einfacher Kerl, sei er, sagt Hasan Ismaik mit einem Lächeln, wenn er – wie am Samstag am Rande des 2:1-Siegs gegen Karlsruhe im Stadion – auf seinen legeren

Lesen Sie dazu auch:

Fankurve: Wachablösung und warnende Worte

Zittersieg gegen den Karlsruher SC

Kleidungsstil angesprochen wird. Jeans, Poloshirt, dunkles Blouson – mehr braucht der Immobilien-Millionär nicht, um sich zu kleiden. „I wear, what I want“ – ich trage, was ich will.

Löwen vs. KSC: Bilder & Einzelkritik - einmal die 5

Volksnah, sympathisch, ein Investor zumAnfassen – das ist das Bild, das vom schwergewichtigen Jordanier transportiert werden soll. Mit „Euer Hasan“, ließ er am Donnerstag den offenen Beruhigungsbrief an die Löwenfans unterzeichnen. Am Samstag blieben die Pfiffe aus der Kurve aus (die Ultra-Gruppierung Cosa Nostra hat sich einen Stimmungsverzicht auferlegt). Lediglich eine kryptische Botschaft gab’s auf einem Transparent zu lesen: „Wer sich in Dinge einmischt, die einen nichts angehen, wird Dinge hören, die einem nicht gefallen.“

Zuletzt hatte Ismaik und seinem Münchner Bevollmächtigten Hamada Iraki bekanntlich einiges nicht gefallen bei den Löwen. Speziell Präsident Dieter Schneider, der sich im Gegensatz zu Geschäftsführer Robert Schäfer nicht als pflegeleicht erwies, war den Arabern ein Dorn im Auge. Er möge sich doch bitte auf seine Rolle im e.V. beschränken und dem neuen KGaA-Aufsichtsrat fernbleiben, lautete die Empfehlung an den 64-jährigen Unternehmer. „Präsidieren“ sei doch auch „eine schöne Aufgabe“, sekundierte Schäfer.

Gipfeltreffen bei 1860: Die Bilder

Nun haben sich die Parteien doch zusammengerauft – behaupten sie zumindest. Beim KSC-Spiel hatten Iraki und Ismaik ihre Plätze auf der Ehrentribüne zwischen dem Präsidium, bei den beiden Löwen-Toren (und vor allem beim Abpfiff) klatschten sich Ismaik und Schneider freudestrahlend ab. Kompetenzgerangel? Geh weider!

„Wir sind am Freitagabend nach der Aufsichtsratssitzung noch ziemlich lange zusammengesessen, haben einige Dinge aus dem Weg geräumt und viele Dinge für die Zukunft besprochen. Das sind keine Lippenbekenntnisse. Es war ein perfektes Wochenende“, erzählte Schneider. Ismaik müsse sich halt „allmählich reinfühlen in die Strukturen und Gremien“ der Löwen. „Sechzig kann man nicht erklären, Sechzig muss man erleben.“

Wahre Worte. Iraki sprach, befragt zum jüngsten Theater, grinsend von der „Tradition“, die zu 1860 gehöre. „Aber jetzt haben wir uns ausgesprochen, jetzt können wir neu anfangen. Wir sind nicht nachtragend.“

Und im Stadion auch als Glücksbringer erwünscht – zwei Heimspiele, zwei Siege. „Ja, Herr Ismaik muss öfters kommen. Zumindest bis wir das erste Mal verlieren, dann müssen wir’s uns überlegen“, meinte Schneider lächelnd, bevor er sich wieder auf den Weg zur Hochzeit seines Patenkindes machte.

Beim nächsten Heimspiel gegen Aue muss es freilich ohne Ismaik klappen. Wegen des Fastenmonats Ramadan verzichtet der gläubige Moslem auf anstrengende Reisen.

Kehrt jetzt tatsächlich Ruhe ein bei 1860?

An gemeinsamen Smalltalk-Themen sollte es dem Präsidenten und dem Investor nicht mangeln. Stichwort Pferdestärken. Schneider leitet bekanntlich ein Autohaus und einen Zulieferbetrieb, Ismaik ist praktizierender Autonarr. Am Samstag kam er mit einem dunklen Bugatti Veyron (vier Turbolader, 1001 PS, weltweit auf 300 Stück limitiert, 1,2 Millionen Euro) ins Stadion, zuvor hatte er der Mannschaft im Teamhotel am Heimeranplatz einen Besuch abgestattet. „Er hat betont, dass es auch eine Ehre für ihn sei, an dem gemeinsamen Projekt teilzuhaben“, berichtete Dominik Stahl. Was soll da noch schiefgehen?

lk

Auch interessant

Kommentare